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BMW, Daimler oder Tesla: Auf der Suche nach dem größten Auto-Verlierer im drohenden Handelskrieg

Foto: Getty Images

Das Säbelrasseln zwischen den USA und China wird immer lauter. Beinah täglich gibt es neue Drohungen von dem einen oder anderen Lager, immer mehr Produkte werden ins Strafsteuer-Rennen geschickt, immer höher werden Warenwerte, die künftig mit Strafzöllen belegt werden könnten.

Durchaus relevante Aspekte, die Investoren von Autoaktien mit Argusaugen mitverfolgen sollten. Gerade diese Branche könnte es nämlich durchaus am gewaltigsten treffen, sofern aus den Androhungen ernst wird.

Doch trotz dieser insgesamt sehr aufgeheizten Situation könnte es durchaus den einen oder anderen Autowert geben, der ein Worst-Case-Szenario besser handhaben könnte als andere:

BMW und Daimler vorbereitet

Auch wenn BMW (WKN: 519000) und Daimler (WKN: 710000) deutsche Autobauer sind, könnten sie die Sanktionen seitens China gegen die USA prinzipiell sehr hart treffen. Wie die Süddeutsche Zeitung nämlich vor Kurzem berichtete, werden von den 280.000 Automobilen, die jährlich von China aus den USA importiert werden, rund zwei Drittel von diesen beiden Autobauern in den USA hergestellt. Experten des Analysehauses IHS rechnen so beispielsweise allein für das SUV-Segment damit, dass Daimler in den Vereinigten Staaten im aktuellen Geschäftsjahr bis zu 65.000 Einheiten nach China absetzen könnte. BMW könnte sogar bis zu 89.000 SUVs von den USA nach China exportieren.

Oder anders ausgedrückt: Die amerikanische US-Exportwirtschaft im Automobilsegment wird maßgeblich von den beiden deutschen Premiumherstellern dominiert. Schwere Zeiten folglich für Daimler und BMW, wenn es hart auf hart kommt? Vielleicht. Allerdings bereiten beide Fabrikanten sich wohl mit nennenswertem Erfolg auf ein solches Horrorszenario vor.

CKD heißt in diesem Sinne nämlich das Zauberwort. Hinter diesem Buchstabensalat verbirgt sich ausgeschrieben Completely Knocked Down und hieße, dass die Fahrzeuge nicht fertig montiert exportiert würden, sondern als vorgefertigter Bausatz. Diese würden, so die Süddeutsche Zeitung, dann in den jeweiligen Ländern in CKD-Werken zusammengebaut, wodurch es letztlich möglich sein könnte, ein Höchstmaß an Steuerbelastungen zu umgehen.

Durchaus ein mögliches Plan-B-Szenario, zumal BMW beispielsweise ein Werk in Thailand besitzt, das durchaus für solche Zwecke genutzt werden könnte.

Tesla könnte es hingegen hart treffen

Für Tesla (WKN: A1CX3T) könnte im chinesischen Markt die Luft dagegen ordentlich dünn werden. Da Tesla seine Fahrzeuge bislang lediglich in Kalifornien produziert, besitzt der Konzern von Elon Musk eine solche Möglichkeit aus dem Stehgreif nicht. Sprich, hier könnten die Strafzölle die Endprodukte es E-Auto-Herstellers mit voller Wucht treffen.

Da China mit einem Absatzanteil von 15 % ein nicht gerade kleiner Player im Absatzmarkt Teslas ist, wäre das tendenziell durchaus problematisch. Zumal im asiatischen Markt mit Geely (WKN: A0CACX) bereits ein prominenter asiatischer Akteur in Lauerstellung auf Teslas Anteile bereitsteht.

Anspruchsvolles Geschäftsfeld für alle Autobauer

Investoren sollten insgesamt sehr achtsam darauf sein, welche Dynamik in den drohenden eskalierenden Handelsstreit hineinkommt. Für alle Autobauer steht gewiss viel auf dem Spiel, Gewinner wird es im Ernstfall mit Sicherheit kaum in diesem stark exportabhängigen Segment geben.

Nichtsdestoweniger könnten einige Hersteller, wie beispielsweise BMW und Daimler, aufgrund ihres gereifteren Netzwerks an Produktionsstätten tendenziell besser mit schwelenden Handelskonflikten umgehen, als neuere Fabrikanten wie Tesla. Oder zumindest schneller einen Plan B aus den Ärmeln schütteln.

Auch wenn das Thema Handelskonflikt daher auf den ersten Blick wie ein Makro-Thema wirkt, könnte sich grundsätzlich ein Blick ins Klein-Klein empfehlen. Oftmals offenbart sich hier nämlich die wahre Bedeutungsdimension der drohenden Wirtschaftskrise für so manchen Autobauer, sowie die grundsätzliche Fähigkeit, diese zu handhaben.

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Vincent besitzt Aktien von BMW. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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