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Google setzt auf Blockchain

Foto: Google

Im Laufe des letzten Jahres haben sich immer mehr Investoren von der Begeisterung um Kryptowährungen und Blockchain anstecken lassen. Die Fähigkeit, Transaktionen sicher aufzuzeichnen, hat das Potenzial, viele bestehende Branchen umzukrempeln. Das ist der Grund, warum viele große Technologieunternehmen diese Technologie untersuchen.

Die Schätzungen schwanken zwar, aber der Markt für Blockchaintechnnologien könnte ein jährliches Wachstum von 42,8 % erreichen und bis 2022 auf 14 Milliarden US-Dollar anwachsen. Dies geht aus Daten von Netscribes hervor. Manche Vorhersagen sind sogar noch euphorischer und nennen Zahlen von 60,7 Milliarden US-Dollar bis 2024, wenn es nach einem Bericht von Wintergreen Research geht.

Und nun betritt Alphabet (WKN:A14Y6F) die Blockchainbühne.

Was ist Blockchain?

Die Blockchain ist eine verteilte Datenbank, die auf zahlreichen Computern existiert. Diese Datenbank ist so gestaltet, dass sie Daten für viele Branchen aufzeichnet und verifiziert. Dies beschränkt sich nicht nur auf die Finanztransaktionen wie Bitcoin. Das digitale Hauptbuch kann von allen Nutzern verwendet werden. Jeder kann Daten hinzufügen. Diese werden dann in Form von Blöcken an die Blockchain angehängt. Jeder Block hat einen Zeitstempel und kann nicht mehr verändert werden, sobald er in die Blockkette eingefügt wurde. Damit ist es praktisch unmöglich, die Daten nachträglich zu ändern.

Da die Blockchain eine dauerhafte Aufzeichnung der Transaktionen ermöglicht, hat sie Auswirkungen, die weit über eine Währung hinausgehen. Die Technologie kann benutzt werden, um Produkte bis an ihren Ursprung zurückzuverfolgen. Dies kann beispielsweise nützlich sein, wenn es um Krankheiten geht, die durch Lebensmittel ausgelöst werden. Aber auch jede andere Supply Chain ist dafür geeignet.

Die Cloud in der Blockchain

Der Suchgigant Google arbeitet an einer In-House-Blockchain, die das wachsende Cloud-Computing-Geschäft unterstützen soll. Dies geht aus einem Bericht von Bloomberg hervor. Das Unternehmen könnte das Distributed Ledger nutzen, um Transaktionen sicher zu speichern, die online verarbeitet werden. So könnten Informationen in der Unternehmenscloud sicher gespeichert werden.

Während einer Telefonkonferenz, bei der es um die Ergebnisse des vierten Quartals 2017 ging, gab Sundar Pichai, CEO von Alphabet, bekannt, dass die Google Cloud bereits 1 Milliarde US-Dollar je Quartal einnimmt. Somit ist Google der größte öffentliche Cloud-Anbieter. Der Wunsch, dieses schnelle Wachstum fortzusetzen, gibt dem Unternehmen den Anreiz, weitere Cloud-basierte Dienste anzubieten. Besonders attraktiv sind solche Dienste, die von den Wettbewerbern noch nicht angeboten werden. Dazu zählt unter anderem die Blockchain.

Kaufrausch

In den letzten fünf Jahren war Alphabet laut eines Berichts von CBInsights unter den Top 5 Investoren in Start-ups, die an der Blockchaintechnologie arbeiten. Das Unternehmen hat über seine Google Ventures-Tochter (GV) sechs Investitionen in dieser Richtung durchgeführt. Dies umfasst den dezentralen Cloudspeicher Storj, die Handelsplattform für Kryptowährungsderivate LedgerX und Veen, ein Unternehmen, das an einem schnelleren und billigeren Bezahldienst für kleine und mittlere Unternehmen arbeitet. GV hat zudem in die Plattform für digitale Geschenkkarten Gyft investiert. Auch Ripple, ein Unternehmen, das internationale Transaktionen für einige der weltgrößten Banken durchführt, steht auf der Liste.

Auf Nachfrage sagte ein Sprecher von Google, “wie bei vielen neuen Technologien, haben wir in verschiedenen Teams Individuen, die potenzielle Anwendungen für Blockchain ergründen. Aber es ist viel zu früh für uns, um über zukünftige Anwendungen oder Pläne zu spekulieren.“

Da kommt noch mehr

Alphabet ist bekannt dafür, dass es an vorderster Front neuer Technologien wie künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos und Cloud Computing arbeitet. Es ist daher leicht zu verstehen, warum Blockchain das nächste Interessengebiet für den Tech-Riesen ist.

Kryptowährungen mögen zwar die ganze Aufmerksamkeit bekommen, aber das zukünftige Potenzial der Blockchain ist auf dem Radar von Google aufgetaucht. Du kannst damit rechnen, dass du mehr über die Vorstöße des Unternehmens in diesen Bereich hören wirst.

Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstandes von The Motley Fool. 

The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien) und Alphabet (C-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfasst und am 2.4.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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