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Ziel marktschlagende Renditen: Das ist deine richtige Aktienanzahl!

Foto: Getty Images

Beim Versuch, den Markt zu schlagen, wird früher oder später jeder Investor mal vor der Frage stehen, mit wie vielen Aktien man dieses Vorhaben wohl am besten in die Tat umsetzen kann. Die Pros und Cons von wenigen beziehungsweise vielen Aktien innerhalb eines Portfolios wird dabei häufig und vielerorts diskutiert, eine allgemeingültige Antwort erscheint in den Tiefen des WWW in weiter Ferne.

Lass uns daher überlegen, welches Für und Wider der eine oder andere Ansatz hat. Bestimmt finden wir dabei auch mindestens eine Antwort, mit der du dich identifizieren können wirst:

Weniger ist Mehr

Oft liest man, dass in einem Portfolio weniger mehr sein kann. Ein konzentriertes Portfolio birgt den Vorteil, dass einzelne Positionen eine höhere Gewichtung an der Gesamtheit deines Aktienvermögens haben. Sofern man folglich gut und gründlich analysiert, könnte man tendenziell mit einer schlagkräftigen, kleinen Truppe von Aktien leichter den Markt schlagen als mit einem wilden Sammelsurium von verschiedenen Titeln.

Auch Warren Buffett befürwortet tendenziell einen solchen Ansatz. Der folgende Vergleich geht beispielsweise auf seine Kappe:

Wenn du einen Harem mit 40 Frauen hast, wirst du nie die Chance haben, alle von ihnen sehr gut kennenzulernen.

Gemeint ist damit, dass Otto-Normal-Investor lieber eine kleine Auswahl im Auge behalten sollte als eine zu große, unübersichtliche Anzahl von verschiedenen Wertpapieren. Die daraus resultierende Aufwandskomponente, die für den einen oder anderen zeitlich limitierten Investor durchaus relevant sein kann, sollten Anleger definitiv berücksichtigen.

Die höhere Konzentration ist zudem grundsätzlich auch eher gebührenfreundlich. Durch das Eingehen größerer Positionen (anstelle von vielen kleinen) fallen die Gebühren bei den Käufen und Verkäufen relativ gesehen nicht allzu stark ins Gewicht. Möglicherweise ebenfalls ein Aspekt, den man mit in die Waagschale werfen sollte.

Gleichzeitig sollte man bei diesem Ansatz aber auch bedenken, dass eine hohe Konzentration auch nachteilig sein kann. Sofern du mit einer einzelnen Position nämlich danebenliegst, hat das im Umkehrschluss verheerendere Auswirkungen, als wenn du breiter aufgestellt unterwegs bist. Ein ansprechendes, risikoverträgliches Mindestmaß an Diversifikation sollte daher prinzipiell ein jedes Portfolio kennzeichnen, um hypothetische, desaströse Einzelschicksale kompensieren zu können.

Beispiele, dass auch Mehr mehr sein kann

Bedenken sollten wir ebenso, dass auch Buffett inzwischen auf einem eher großen Portfolio sitzt. Teilweise auch bedingt durch die Größe seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) hält selbige inzwischen mehr als 40 verschiedene Aktien in ihren Reihen. Auch wenn einzelne Papiere stärker als andere gewichtet (und somit konzentrierter) sind, wenig würde ich das nicht nennen.

Ein imposanter Versuch mit Primaten hat zudem gezeigt, dass selbst die scheinbar willkürliche Auswahl von 1.000 verschiedenen Aktien Vergleichsindices (und Fondsmanager) hinter sich lassen konnte. Daher muss nicht zwingend eine kleinere, konzentriertere Auswahl die besseren Ergebnisse im Vergleich zu konzentrierteren Portfolios liefern. Was das über den menschlichen Erfolg bei der Aktienwahl aussagt, lassen wir an dieser Stelle wohl besser unkommentiert.

Die richtige Antwort könnte in deiner Flexibilität liegen

Unterm Strich könnte es angesichts dieses Für und Wider daher durchaus ratsam sein, sich bei dieser Frage nicht übereilt festzulegen. Es gibt sowohl für die Konzentration als auch für die breite Diversifikation durchaus gute und plausible Argumente, für die du im Laufe deiner Investorenkarriere stets ein offenes Ohr haben solltest.

Betrachte diese Portfolio-Weichenstellung daher vielleicht eher flexibel. Das heißt, jedes Mal, wenn du eine vielversprechende Aktie siehst, füg sie deinem Portfolio hinzu und schau einfach mal, wohin die Reise geht. Früher oder später wirst du dann ganz automatisch die für dich richtige Anzahl erreichen.

Ein verkrampftes Suchen nach der einen richtigen Anzahl kann übrigens auch dazu führen, dass man das Wesentliche aus den Augen verliert: das Finden und Analysieren der besten Aktien selbst. Vielleicht ist diese Frage daher insgesamt gar nicht so essenziell, wie es einem so mancher verkaufen möchte.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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