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„An den richtigen Stellen suchen“

Foto: Getty Images

Es ist leicht zu verstehen, warum die Investoren heute frustriert sind.

In den USA lag das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis Ende Februar bei fast 23. In der Schweiz waren es fast 25. Auf Basis der aktuellen KGVs sind sowohl Deutschland als auch Österreich deutlich günstiger – hier betrugen beide um die 16. Aber wenn man sich die längerfristige Bewertung ansieht, sehen beide überdurchschnittlich teuer aus.

Daher neigen viele Investoren dazu, die Hände zu heben und zu sagen: „Es ist zu teuer, jetzt zu investieren.“

Bei dieser Ansicht gibt es ein paar große Probleme.

Erstens: Wenn du nicht investierst, arbeitet dein Geld nicht für dich. Anstatt Renditen auf dein Geld zu verdienen, wird dir die Inflation im Laufe der Zeit immer mehr von deinem Geld nehmen.

Theoretisch könnte man warten, bis die Kurse fallen und dann investieren, aber das ist leichter gesagt als getan. Das heißt, es klingt klug – und es ist sicher nicht falsch! Aber wie bei vielen Dingen steckt der Teufel im Detail.

Wie viel muss der Markt genau fallen, bevor du kaufst? 10 Prozent? 30 Prozent? Oder würdest du eher eine bestimmte Kennzahl festlegen, bei der du investieren würdest?

Auch das klingt gut, kann aber problematisch sein. Kaufen, wenn alles fällt, kann viel schwieriger sein, als es scheint. Es gibt eine starke verhaltensbedingte Tendenz, so etwas nicht zu tun. Plus, wenn der Markt anfängt zu fallen, gibt es normalerweise einige Umwälzungen und ökonomische Turbulenzen, die damit verbunden sind. Das macht es viel schwieriger zu kaufen.

Zusätzlich warten viele Anleger dann immer länger, dass die Kurse nur noch ein bisschen weiter fallen. Oder sie sagen sich, dass die Kurse zwar fallen, aber die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation ist prekär und es lohnt sich, noch etwas länger zu warten, „um zu sehen, wie es ausgeht“.

Wenn die Kurse dann wieder anziehen, wird die Sache nur noch schlimmer. Wenn du bis zum Beginn der Erholung nicht investiert hast, siehst du, wie die Kurse steigen und denkst dir: „Die fallen schon wieder, das ist nur eine kurzfristige Bewegung, bevor sie erneut fallen.“ Aber da sie immer weiter steigen, wird es immer schwieriger einzusteigen, da es mit jedem Tag scheint, als hätte man die Gelegenheit verpasst.

Kurzum, dieser unglückliche Investor wird vielleicht feststellen, dass der richtige Zeitpunkt einfach nicht kommt.

Das soll jetzt aber nicht heißen, dass es falsch wäre, bei niedrigen Kursen zu investieren.

Es gibt da eine einfache Börsenweisheit: Wenn man zu einem niedrigeren Kurs kauft, sind die Erträge höher.

Ich sage nicht, dass du nicht warten kannst, bis die Märkte fallen, oder dass du nicht warten solltest. Ich sage nur, dass es aus praktischer und psychologischer Sicht viel schwieriger ist, es durchzuziehen, als die meisten Leute denken.

Was, wenn du nicht gewartet hast?

Natürlich, anstatt darauf zu warten, dass der Markt fällt, gibt es auch die Möglichkeit … nicht zu warten.

Das klingt anfangs vielleicht nicht nach einem tollen Plan. Schließlich habe ich gerade gesagt, dass Investitionen zu niedrigeren Kursen zu besseren Renditen führen. Das Gegenteil ist aber auch der Fall: Investitionen zu höheren Preisen führen zu niedrigeren Renditen. Und wir haben oben mit dem Argument begonnen, dass die Bewertungen heute relativ hoch aussehen.

Eine Möglichkeit, damit umzugehen, besteht darin, einfach ein Durchschnittskosten-Investor zu sein. Das heißt, du investierst über einen langen Zeitraum in mehrere Low-Cost-Indexfonds. Hier ist es Teil der Strategie, sich nicht um Marktbewertungen zu kümmern. Du investierst konsequent, mit dem Wissen, dass du manchmal bei hohen und manchmal bei niedrigen Bewertungen investieren wirst. Am Ende wird es aber ein Durchschnitt sein.

Die andere Möglichkeit besteht darin, in einzelne Aktien und nicht in den Gesamtmarkt zu investieren.

Wenn du diesem Ansatz folgst, dann suchst du nur nach den Möglichkeiten, die dem Markt entgangen sind.

Vielleicht klingt das zu schön, um wahr zu sein?

Das kann ich verstehen.

Aber du musst mir das nicht glauben. Bruce Flatt, der CEO von Brookfield Asset Management, der oft als der kanadische Warren Buffett bezeichnet wird, schrieb dies kürzlich in einem Brief an die Aktionäre von Brookfield:

Dass diese Chancen im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld bestehen, mag unwahrscheinlich erscheinen, ist aber immer der Fall, da die Welt groß ist und die Investoren in der einen oder anderen Branche unweigerlich übermäßig überschwänglich werden. Um in diesem Umfeld hochwertige Investitionen zu finden, muss man an den richtigen Stellen suchen können. Es erfordert auch, dass wir etwas genauer suchen …

Mit anderen Worten, die Möglichkeiten sind irgendwo da draußen. Man muss nur an den richtigen Stellen suchen. Und genau hinschauen.

Nicht jeder Investor wird das tun wollen. Genau deshalb bleiben diese Möglichkeiten für Investoren, die bereit sind, sich zu engagieren.

Aber wie genau? Ich schlage vor, diese drei Punkte im Auge zu behalten:

  • Kleinere Aktien berücksichtigen. Große Institutionen bewegen viel Geld auf den Märkten. Wirklich kleine Aktien sind oft nicht so nützlich für Fonds mit viel Geld, weil sie keinen großen Einfluss auf die Erträge des Fonds haben. Deshalb ignorieren sie oft diese kleineren Unternehmen.
  • Beachte die Dinge, die „jeder weiß“. Genauer gesagt, suche nach etwas, das „jeder weiß“, aber das einfach nicht wahr ist. (Zum Beispiel, dass „alle Aktien im Moment teuer sind“!)
  • Schau über die offensichtlichen Zahlen hinaus. Die Finanzen eines Unternehmens sind wichtig, aber sie erzählen nur einen Teil der Geschichte. Wenn du nicht verstehst, wie das Unternehmen diese Zahlen – ob gut oder schlecht – erreicht hat, wirst du auch nicht verstehen, ob es eine gute Investition ist. Und wenn du über die Zahlen hinausschaust, kannst du vielleicht Chancen finden, die andere Investoren übersehen.

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Matt besitzt Anteile an Brookfield Asset Management. The Motley Fool empfiehlt Brookfield Asset Management.


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