MENU

Der Krypto-Wahnsinn macht es NVIDIA und AMD schwer

Foto: Getty Images

Grafikkarten sind derzeit Mangelware, weil Krypto-Miner sie aufkaufen, um von der anhaltenden Manie zu profitieren. Sowohl NVIDIA (WKN:918422) als auch Advanced Micro Devices (WKN:863186) haben Probleme, mit der Nachfrage Schritt zu halten, was zu erhöhten Preisen und einer geringen Verfügbarkeit für PC-Spieler führt.

Beide Unternehmen versuchen aber, die Produktion zu erhöhen. Das sagte CEO Lisa Su während der letzten Konferenz von AMD, und NVIDIAs CEO Jensen Huang sagte TechCrunch gegenüber kürzlich, dass „wir viel mehr produzieren müssen“, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. Solange die Krypto-Währungspreise hoch genug bleiben, um die Nachfrage der Miner aufrechtzuerhalten, ist diese Strategie sinnvoll. Aber es könnte für beide Unternehmen nach hinten losgehen, wenn der Irrsinn schließlich zu Ende geht.

Schwierige Position

NVIDIA und AMD wollen Gamern möglichst viele Grafikkarten zur Verfügung stellen. „Kryptowährung ist nicht unser Geschäft“, sagte Huang gegenüber TechCrunch. Aber die Krypto-Kunden kaufen eben über die gleichen Kanäle wie Gamer, und somit gibt es keinen einfachen Weg, das zu tun, ohne das Angebot zu erhöhen.

Aber die steigende Produktion von GPUs, die weit über die normale Nachfrage von Gamern hinausgeht, birgt ein erhebliches Risiko. Wenn die Blase der Krypto-Währungen zu Ende geht, könnte eine große Nachfragequelle für beide Unternehmen schnell und ohne große Vorwarnung einfach so verschwinden. Das könnte zu einem Überangebot führen und damit die Preise drücken.

Erschwerend kommt hinzu, dass eine Flut von gebrauchten Grafikkarten auf den Markt kommt, und zwar eben jene von Krypto-Minern, die nicht in der Lage sind, Gewinne zu erzielen. Diese Karten wären wohl sehr abgenudelt, da sie wahrscheinlich rund um die Uhr unter Volllast laufen, was ihre Lebensdauer verkürzt. Trotzdem: Das Überangebot wäre da.

Die Krypto-Währungspreise sind in diesem Jahr bisher gesunken, die Euphorie des Jahres 2017 lässt nach. Ethereum, die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung und ein wichtiger Treiber der Nachfrage nach Grafikkarten, hat seit Anfang Januar rund zwei Drittel seines Wertes verloren. Der Preis könnte noch weiter sinken, wenn sich Berichte über spezialisierte Ethereum Mining Hardware, die in der Lage ist, GPUs zu ersetzen, als richtig erweisen.

Alle Blasen platzen irgendwann. Deswegen werden auch Grafikkarten nicht ewig überteuert bleiben. Das ist gut für Gamer – und schlecht für NVIDIA und AMD.

Umsatzrückgang in ungewisser Höhe

Wenn die Nachfrage von Krypto-Minern verschwindet, werden sowohl NVIDIA als auch AMD einen bedeutenden Teil ihrer Einnahmen verlieren. Wie viel das genau ist, steht zur Debatte, denn die Schätzung, wie viele Grafikkarten letztendlich für das Crypto-Currency-Mining verwendet werden, ist schwer anzugeben.

AMD geht davon aus, dass Kryptowährung für einen mittleren einstelligen Prozentsatz des Umsatzes im Jahr 2017 verantwortlich war. Jon Peddie Research, der die GPU-Verkäufe verfolgt, geht von 10 % aus, abhängig von der Aufteilung zwischen NVIDIA und AMD. Ein Analyst der Susquehanna Financial Group schätzt ihn auf bis zu 20 %. Dieser Wert von 20 % scheint hoch zu sein, da dies fast das gesamte Umsatzwachstum von AMD im vergangenen Jahr darstellen würde. Irgendwo zwischen 5 % und 10 % ist wahrscheinlich eine vernünftige Einordnung, auch wenn sie durchaus höher sein könnte.

Für NVIDIA ist der Prozentsatz wahrscheinlich niedriger. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr deutlich mehr Umsatz als AMD, und Jon Peddie Research stellte fest, dass AMD der Hauptnutznießer der kryptowährungsbezogenen Nachfrage war. Wie genau diese Schätzungen sind, wird sich jedoch erst zeigen, wenn d erKrypto-Hype vorüber ist.

Das schlimmste Szenario für NVIDIA und AMD: Die Nachfrage nach Grafikprozessoren von Crypto-Currency-Minern fällt, was zu einem Überangebot an Grafikkarten führt, das sich durch den gefluteten Gebrauchtmarkt noch verschlimmert. Das wird AMD mehr schaden als NVIDIA, wird aber für keinen von beiden angenehm sein.

Wirf dein Geld nicht länger zum Fenster raus!

Fehler beim Investieren können dich Tausende von Euro kosten. Das Schlimmste daran: Du weißt vielleicht gar nicht, dass du diese Fehler machst. In diesem brandneuen Spezial Report von The Motley Fool haben wir Top Investoren aus der ganzen Welt befragt, was die schlimmsten Fehler in der Geldanlage sind und wie du sie vermeiden kannst. Klicke hier für den kostenlosen Zugang zu diesem Report.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nvidia.

Dieser Artikel von Timothy Green erschien am 28.3.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool