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Könnte Amazon die Zukunft der Videospiele dominieren?

Foto: The Motley Fool

Wenn es um Videospiele geht, ist mit Amazon.com (WKN:906866) nicht zu spaßen. Das Unternehmen erklärt auf der Website  von Amazon Game Studios mutig, dass es sich jetzt voll auf Videospiele konzentriert. Das ist verständlich, da die Videospielindustrie jährlich um etwa 8 % wächst und bis 2020 voraussichtlich 143 Milliarden US-Dollar erreichen wird.

Amazon besitzt bereits eine der führenden Game-Streaming-Sites in Form von Twitch, die in Anbetracht der wachsenden Popularität von Zuschauerspielen der wertvollste Vermögenswert in der Videospielindustrie sein könnte. Twitch sitzt genau dort, wo das Spielen im Trend liegt – sozial verbundenes Zocken.

Am wichtigsten ist, dass mit der Größe von Amazon auch die Ausgaben für Technologie und Inhalte gestiegen sind. Dank einem ständig wachsenden Cashflow gibt es keine Grenzen für Amazons Ambitionen.

Amazon hat die Technologie, um einer der großen Spieler in diesem Bereich zu werden

In den letzten Jahren hat Amazon Software-Tools für Spieleentwickler veröffentlicht. Alles integriert sich nahtlos in Amazon Web Services (AWS) und Twitch.

Amazon hat auch kürzlich ein neues Tool für Videospielentwickler namens GameOn angekündigt, das Funktionen zur Integration von In-Game-Turnieren, Ranglisten und anderen Multiplayer-Funktionen bietet.

Das Unternehmen bietet auch eine eigene Spieleentwicklungssoftware namens Lumberyard an, die eine ganze Reihe von Funktionen zur Erstellung eines Big-Budget-Spiels enthält. Lumberyard ist auf AWS aufgebaut, das die Möglichkeit bietet, viele Spieler gleichzeitig in Online-Multiplayer-Spielmodi miteinander zu verbinden.

Dann gibt es noch Twitch, die beliebte Spiel-Streaming-Seite, auf der man sich einloggen kann, um anderen beim Spielen zuzusehen, sowie Übertragungen von E-Sport-Veranstaltungen anzusehen. Das Publikum von Twitch ist laut SuperData größer geworden als herkömmliche TV-Kanäle wie ESPN. Das ist ein sehr wertvoller Vorteil für Amazon, da jeder Spielehersteller verzweifelt wünscht, dass seine Spiele ein möglichst großes Publikum erreichen, und Twitch wird zunehmend als der Ort angesehen, an dem dies möglich ist.

AWS, Lumberyard und Twitch sind ein attraktives Paket für Spielehersteller. Mit Twitch hält Amazon den Schlüssel zu einem wachsenden 4,6 Milliarden US-Dollar schweren Game-Streaming-Markt, der Videospiele stärker als je zuvor in die Welt der Unterhaltung einfließen lässt.

Während Amazon froh ist, dass die Entwickler diese Angebote nutzen und Twitch mit mehr Inhalt überfluten, entwickeln die Amazon Game Studios derzeit eigene Spiele, die sich an die Millionen von Zuschauern auf Twitch richten.

Spiele für ein großes Publikum

Amazon Game Studios hat mehrere Industrie-Veteranen eingestellt, die an einigen der beliebtesten Spiele der Branche gearbeitet haben. Aber es gibt immer noch mehrere Stellenangebote, darunter Spieleprogrammierung, Grafiker und Managerrollen. Im letzten Jahr stellte Amazon zwei ehemalige Mitarbeiter von Electronic Arts (WKN:878372) ein, die über Erfahrung im Design von Spielen verfügen und in den Amazon Game Studios die Leitung der Spieleentwicklung übernehmen werden.

Derzeit arbeitet Amazon an zwei Angeboten, die auf die Art von Multiplayer-Spielen abzielen, die vor allem bei Streamern immer beliebter werden. Eines dieser Spiele heißt New World und ist ein Multiplayer Online Battle Arena (MOBA) Spiel, das eines der beliebtesten Genres in der E-Sport-Szene ist.

Das andere Spiel heißt Crucible und ähnelt im Format Activision Blizzards (WKN:A0Q4K4) Overwatch. Da Overwatch League auf dem besten Weg ist, zu einem der meistgesehenen jährlichen E-Sportevents zu werden, versucht Amazon, das Basisformat zu nutzen, das Overwatch erfolgreich gemacht hat. Wie Overwatch ist auch Crucible ein Team-basierter Shooter, doch Crucible führt seine eigene einzigartige Umgebung und Wettbewerbsregeln ein, die es von Activision’s Spiel unterscheiden.

Amazon könnte potentiell investieren… was immer es will

Bei Amazon werden Videospiele „zur größten Unterhaltungsform der Welt“. Das ist eine mutige Aussage eines Unternehmens, das Milliarden in Prime-Video-Inhalte investiert hat, um mit anderen führenden Anbietern von Videoinhalten zu konkurrieren.

Die gesamte oben erwähnte Software und Dienstleistungen sowie Amazon’s eigene Ansichten darüber, wohin die Spieleindustrie geht, lassen mich glauben, dass der Online-Einzelhändler versucht, eine große Nummer in der Videospielindustrie zu werden.

Aber wenn man bedenkt, wie viel Geld es möglicherweise für Spielinhalte ausgeben könnte, könnte Amazon eines Tages die Branche dominieren. Bedenke, dass Amazon im Jahr 2017 allein für Technologie und Inhalte 22 Milliarden US-Dollar ausgegeben hat, einschließlich der Gehaltsabrechnung für die Mitarbeiter, die an der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen arbeiten. Das ist fast das Doppelte der 12 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen im Jahr 2015 ausgegeben hat.

Amazon kann potentiell andere Spieleunternehmen wie EA und Activision überflügeln, wo es am meisten zählt — Talent. Sie können die beste Software und Technologie der Welt haben, aber was ein großartiges Spiel ausmacht, ist das Talent für Design und Programmierung. Amazon hat das Budget, um einige der besten Leute in der Branche zu locken, und das ist der Grund, warum Amazon die Videospielindustrie dominieren könnte.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ein Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Activision Blizzard und Amazon. The Motley Fool empfiehlt Electronic Arts.

Dieser Artikel wurde von John Ballard auf Englisch verfassst und am 31.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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