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Kann irgendetwas Spotify aus der Bahn werfen?

Quelle Spotify Press Kit

Ich habe mal die Schätzung angestellt, dass Spotify innerhalb von fünf Jahren über 50 % des Umsatzes der gesamten Musikindustrie einnehmen könnte. Ich entschied, dass das eine vernünftige Schlussfolgerung ist, selbst bei einer wachsenden Zahl von Konkurrenten im Musik-Streaming.

Der größte Wettbewerbsvorteil von Spotify ist seine Größe, die es dem Unternehmen ermöglicht, eine bessere Nutzererfahrung dank seiner Daten zu entwickeln, ähnlich wie Netflix seine Daten verwendet, um die Nutzer mit immer neuen interessanten Inhalten zu versorgen. Das erzeugt eine Aufwärtsspirale, die Nutzer anzieht und damit die Größe der Plattform weiter steigert.

Apple (WKN:865985) und Amazon (WKN:906866) wollen diesen Zyklus unterbrechen, indem sie Musikstreaming in den Mittelpunkt ihrer Geräte stellen. Alphabet (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H) plant mit seinem Tochterunternehmen Google, die Popularität von YouTube für einen Premium-Abonnement-Service zu nutzen. Pandora (WKN:A1C6JV) ist schon länger im Musik-Streaming tätig als praktisch jeder andere und verfügt über viele Musik- und Hörerdaten, die in seine neuen On-Demand-Dienste integriert werden können.

Aber keiner von ihnen stellt eine ernsthafte Bedrohung für Spotifys weiteres Nutzerwachstum dar.

Apple Music ist an das iPhone gebunden

Apple Music wird Spotify in den USA schon bald mehr zahlende Abonnenten haben, falls nicht bereits geschehen. Apple hat hervorragende Arbeit geleistet, um die Nutzer dazu zu bringen, sich für seinen Service anzumelden, und das Wachstum scheint sich mit der Veröffentlichung der dritten Generation der Apple Watch mit LTE-Anschluss und dem intelligenten HomePod-Lautsprecher zu beschleunigen.

Aber Apple Music ist letztendlich an die Geräteverkäufe gebunden. Apples Anteil am Markt für Smartphones ist in den USA deutlich höher als im Rest der Welt. Während Apple zu Hause einen Marktanteil von etwa 45 % hat, nimmt es weltweit weniger als 20 % des Marktes ein. Solange das Smartphone das primäre Musikhörgerät der Menschen bleibt, wird Apple wahrscheinlich nicht in der Lage sein, seinen Erfolg außerhalb der Vereinigten Staaten zu wiederholen.

Amazon will nur mehr Echos und Prime-Abonnements verkaufen

Amazon bietet einen begrenzten Streaming-Service als Teil von Prime, aber auch einen Premium-Service an. Prime-Mitglieder können sich für nur 8 US-Dollar pro Monat anmelden, und wenn sie bereit sind, ausschließlich auf ihren Echo-Geräten zu hören, können Abonnenten nur 4 US-Dollar pro Monat bezahlen.

Doch das Ziel von Amazon scheint nicht darin zu bestehen, die entgangenen Einnahmen aus digitalen Downloads auszugleichen. Stattdessen will man mehr Prime Mitglieder und mehr Echo-Besitzer, da diese Gruppen letztendlich mehr bei Amazon.com ausgeben. Zu diesem Zweck hat Amazon den Echo für Hunderte von Anwendungen von Drittanbietern, einschließlich Spotify, geöffnet. Das steht im Gegensatz zu Apples HomePod, der nur Apple Music unterstützt.

Google besitzt bereits den größten kostenlosen Musik-Streaming-Dienst

YouTube streamt Musik zu mehr Leuten als Spotify. Es hat über 1,5 Milliarden aktive Nutzer, die durchschnittlich über 1 Stunde Videos pro Tag auf dem Handy streamen. Es ist anzunehmen, dass ein Großteil des mobilen Streamings Musik ist – schau dir nur die am häufigsten gesehenen Videos aller Zeiten an.

Google hat zweimal versucht, einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst zu starten, hat aber bisher nicht viel Publikum damit angezogen. In naher Zukunft ist ein weiterer Launch geplant, der sich an Heavy-Music-Hörer auf YouTube richtet. Der Chef von YouTube Music sagte, dass es beginnen wird, eine Menge Anzeigen für seinen kostenpflichtigen Service zu übertragen.

Die vergangenen Fehltritte von Google sind nicht gerade vertrauenerweckend. Die Leute hören auf YouTube, weil es kostenlos ist. Diese Musikhörer dazu zu zwingen, sich Anzeigen für einen kostenpflichtigen Dienst anzutun, ist meiner Meinung nach eher dazu da, sie zu Spotify zu bringen, als sie davon zu überzeugen, für ein Abonnement zu bezahlen.

Pandora geht in die falsche Richtung

Pandora war ein früher Innovator im Musik-Streamingbereich, aber beim On-Demand-Streaming war das Unternehmen etwas spät dran. Das Unternehmen hat vor etwa einem Jahr ein Premium-Streaming-Produkt auf den Markt gebracht, aber prozentual am Umsatz war dieser Beitrag vernachlässigbar klein. Die Abonnentenzahl von Pandora stieg von 4,39 Millionen Ende 2016 auf 5,48 Millionen Ende letzten Jahres. Im Vergleich dazu hat Spotify im gleichen Zeitraum 23 Millionen zahlende Abonnenten hinzugewonnen.

Außerdem sind die Nichtzahler bei Pandora im vergangenen Jahr von 81 Millionen auf weniger als 75 Millionen gesunken. Hinzukommt, dass diese Kunden sich auf die Vereinigten Staaten konzentrieren.

Obwohl Pandora viele Hörerdaten hat, hat das Unternehmen nicht gezeigt, dass es die Daten nutzen kann, um ein Produkt zu entwickeln, das Abonnenten anzieht und hält — wie Spotify.

Spotify kann auch verlieren

Es sieht nicht so aus, als würde Spotify irgendetwas davon abhalten, immer mehr Abonnenten gewinnen, da die Kunden ihre Ausgaben von physischen und digitalen Einkäufen auf Abonnements verlagern. Die größte Herausforderung für Spotify sind die Plattenfirmen selbst, an die Spotify hohe Tantiemen zahlt.

Aber die Plattenfirmen haben eine zunehmende Bereitschaft gezeigt, mit Spotify zu arbeiten, da es auf über 150 Millionen Hörer angewachsen ist, und je größer Spotify wird, desto mehr Verhandlungsmacht hat es. Das zeigt sich bereits im Ergebnis, und das Management rechnet mit weiteren Margenverbesserungen im nächsten Jahr.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ein Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon, Apple, Netflix und Pandora.

The Motley Fool hat die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

Dieser Artikel von Adam Levy erschien am 31.03.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple, Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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