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HelloFreshs Stärke sollte Rocket Internet-Aktionäre nicht überraschen

Foto: HelloFresh

Der Kochboxenlieferant HelloFresh (WKN:A16140) konnte die Börse zuletzt mit guten Zahlen überzeugen.

Einige überrascht das, aber wer die Aussagen der dahinter stehenden Startup-Schmiede Rocket Internet (WKN:A12UKK) ein wenig genauer verfolgt hat, der dürfte von der positiven geschäftlichen Entwicklung bei HelloFresh eigentlich nicht verwundert sein.

Die Samwer-Hasser haben immer die gleiche Meinung

Das Brüder-Trio um Oliver Samwer, welches das Berliner Unternehmen Rocket Internet ins Leben gerufen hat, erfreut sich nicht gerade besonders großer Beliebtheit. Im Silicon Valley ärgert man sich über das mitunter durchaus dreiste Nachahmen von Geschäftsideen und in Deutschland findet man das Hochziehen von zunächst verlustschreibenden, aber schnell wachsenden Startups generell suspekt.

So kommt es, dass viele eigentlich nur darauf warten, dass sie Schadenfreude über ein Missgeschick von Oliver Samwer empfinden können. Der Erfolg des Rocket Internet-Zöglings Zalando wird gerne als Glückstreffer gesehen, wohingegen die noch immer nicht kurierte Kursschwäche der Rocket Internet-Aktie als Beweis von Samwers Überheblichkeit gedeutet wird.

Es war also nicht übermäßig verwunderlich, dass sich jede Menge Skeptiker zu Wort meldeten, als HelloFresh im letzten Jahr Anfang November an die Börse ging. Es hieß oftmals, dass die Aktie viel zu teuer an die Börse ging und die erwarteten Gewinne vielleicht nie kommen würden.

Skeptiker sahen sich dann bestätigt, als die HelloFresh-Aktie direkt nach dem Börsengang an Wert verlor und kurzzeitig für weniger als 9 Euro gehandelt wurde. Wer auf weiter fallende Kurse gewettet hätte, wäre damit aber heute nicht glücklich, schließlich kostet die Aktie aktuell um die 14 Euro und hat somit innerhalb sehr kurzer Zeit stark an Wert gewonnen.

Die Zahlen begründen die gute Entwicklung des Aktienkurses

In den kürzlich veröffentlichten Geschäftszahlen für 2017 lassen sich auch gute Gründe für die starke Performance der Aktie finden:

  • Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 52 % auf 905 Mio. Euro.
  • HelloFresh will auch im laufenden Geschäftsjahr stark wachsen, es wird ein Umsatzwachstum von 25-30 % erwartet.
  • Besonders der US-Markt überzeugt, wo der Konkurrent Blue Apron arg schwächelt.
  • Die Profitabilität rückt mittlerweile in greifbare Nähe, wobei es darauf ankommt, welche Kennzahl man dafür heranzieht.

Wie ernst man es im amerikanischen Markt meint, zeigt auch die Übernahme des Konkurrenten Green Chef, der sich auf Kochboxen mit Bio-Zutaten spezialisiert hat und diese ebenfalls auf spezielle Ernährungsweisen wie Veganismus oder Low-Carb zuschneidet.

Oliver Samwer hält bisher sein Wort

Natürlich muss sich erst noch herausstellen, ob das Geschäftsmodell von HelloFresh wirklich aufgeht. Bisher wird das Umsatzwachstum noch teuer erkauft, was aber nicht unbedingt schlimm ist, falls auch der Übergang zur Profitabilität mittelfristig gemeistert wird.

Wie man an der Achterbahnfahrt des Aktienkurses sehen kann, war die Börse durchaus überrascht von den guten HelloFresh-Zahlen. Wer allerdings Oliver Samwer beim Wort genommen hat, wurde nicht überrascht.

Als Rocket Internet im Herbst 2015 wegen des fallenden Aktienkurses unter Druck stand, gab man neun Ziele aus, an denen man sich messen lassen wollte. Nummer neun hieß „HelloFresh wird viel größer, als die meisten erwarten“. Somit wurde bereits vor Jahren vermutet, dass HelloFresh am Markt unterschätzt wird.

Vielleicht war die kurzfristige Flaute des HelloFresh-Aktienkurses sogar der wichtigste Beweggrund, als Oliver Samwer letzten Dezember im großen Stil Rocket Internet-Aktien kaufte. Sein Unternehmen hält noch immer einen großen Anteil an HelloFresh und jede Kursschwäche des Kochboxenlieferanten drückt auch auf den Kurs von Rocket Internet.

Wer also die Worte und Taten des Rocket Internet-Chefs genau beobachtet hat, hätte schon vor Monaten vermuten können, dass HelloFresh bald positiv überraschen würde.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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