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Die Rechenzentren von Google arbeiten jetzt mit Chips von IBM

Bildquelle: Google.

Vor etwa zwei Jahren gab Google, ein Tochterunternehmen von Alphabet (WKN:A14Y6H), bekannt, dass es an einer offenen Server-Architektur arbeitet, die auf den damals neuen POWER9-Prozessoren von International Business Machines (WKN:851399) basiert. Vor 2013 waren die Chips von IBM nur als Teil eines IBM Power Systems erhältlich. Mit der OpenPOWER-Stiftung, einem Konsortium von Unternehmen, das sich für den Aufbau eines offenen Ökosystems rund um die POWER-Architektur einsetzt, wollte IBM dies ändern. Sowohl IBM als auch Google sind Gründungsmitglieder, und Googles Engagement für POWER bedeutete einen echten Fortschritt für die Initiative.

IBM hat Ende letzten Jahres offiziell seinen ersten POWER9-Chip auf den Markt gebracht. Am Montag informierte der Google-Systemtechniker Maire Mahony auf dem OpenPOWER Summit über die Bemühungen von Google, POWER-Chips in seinen Rechenzentren einzusetzen. Mahony bestätigte, dass Googles POWER9-basierte Plattform namens Zaius in Googles Rechenzentren eingesetzt wurde. Die Plattform sei „Google-stark“, so Mahony.

Ein großer Schritt nach vorn für IBM

IBMs Ziel ist es, POWER zu einem bedeutenden Player in den Märkten für Hochleistungsrechner und Rechenzentren zu machen, um Intel (WKN:855681) Marktanteile abzujagen. Dritte können nun Systeme um POWER-Chips herum aufbauen und sogar kundenspezifische Versionen entwerfen. Über 200 Stiftungsmitglieder bringen Technologie in die Initiative ein. Dazu gehören die Technologieriesen NVIDIA und Micron.

Bereits im Jahr 2015 quantifizierte ein IBM-Vorstand, was das Unternehmen erreichen wollte. Ein Anteil von 10 % bis 20 % an den Märkten für High-Performance-Computing und Hyperscale-Rechenzentren wäre ein Erfolg. Da Google nun endlich POWER9-Chips für die Produktionsauslastung einsetzt, ist IBM nun auch in großen Rechenzentren vertreten.

Warum und wofür verwendet Google POWER9-Prozessoren? Google fand heraus, dass die Leistung seines Web-Suchalgorithmus, das Herz und die Seele des Unternehmens, sowohl mit der Anzahl der Kerne als auch mit der Anzahl der verfügbaren Threads gut skaliert ist. IBMs POWER9-Prozessor ist dabei ein Biest mit vielen Kernen. Die Chip-Varianten reichen von 12 bis 24 Kernen, mit acht Threads pro Kern bei der 12-Kern-Version und vier Threads pro Kern bei der 24-Kern-Version. Intels Chips unterstützen nur zwei Threads pro Kern über Hyperthreading.

Unterm Strich sind die POWER9-Chips von IBM ideal für Workloads geeignet, die die große Anzahl der verfügbaren Threads voll ausnutzen. Die Websuche von Google ist eine solche Arbeit. Sie sind weniger gut geeignet für Workloads, die nicht von mehr Threads profitieren, weshalb die Marktanteilshöchstgrenze für POWER gering ist.

Daten schnell bewegen

Mahony sprach auch über die Bedeutung der Bandbreite. Es ist unerheblich, wie schnell ein Prozessor ist, wenn er Daten nicht schnell genug bewegen kann. IBM behauptet, dass eines seiner POWER9-basierten Systeme mit OpenCAPI und NVIDIA NVLink-Technologie Daten bis zu 9,5-mal schneller übertragen kann als ein Intel-basiertes System. Das ist wichtig für jede Art von großer Datenmengen oder künstlicher Intelligenz (KI).

KI-Workloads werden oft durch GPUs oder andere spezialisierte Hardware beschleunigt. Google entwickelte einen eigenen Beschleuniger, die Tensor Processing Unit, die es in seinen eigenen Rechenzentren für KI-Aufgaben einsetzt. Aber diese Beschleuniger benötigen immer noch einen Host-Prozessor, der Daten schnell genug bewegen kann. Mahony erklärt das so:

„Und das bedeutet, dass Sie diesen schönen Beschleuniger gebaut haben. Sie haben all diese Mühe, Zeit und Ressourcen investiert, um daraus eine erstaunliche Hardware-Plattform zu machen. Aber wenn der Host-Prozessor damit nicht mithalten kann, wie mein Kollege sagte: ‚Hatten Sie wirklich einen Beschleuniger?“

Wir sind noch am Anfang

Mahony hat keine harten Zahlen in Bezug auf die Größenordnung des POWER9-Rollouts in Googles Rechenzentren angegeben, sagte aber, dass das Unternehmen bereit sei, die Anzahl der Anwendungen und die Anzahl der Maschinen zu erhöhen. Google macht sehr viel KI-bezogenes Computing, also ist es nicht weit hergeholt anzunehmen, dass dieser Rollout eine sinnvolle Größe haben wird.

Googles Einsatz von POWER9-Chips in seinen Rechenzentren ist ein großer Vertrauensbeweis in die Technologie. Es hat eine Weile gedauert, aber die Bemühungen von IBM, eine Alternative zu Intel im Rechenzentrum anzubieten, beginnen Früchte zu tragen.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (C-Aktien) und Nvidia. The Motley Fool hat eine Shortposition auf IBM. The Motley Fool empfiehlt Intel. 

Dieser Artikel wurde von Timothy Green auf Englisch verfasst und am 22.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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