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Uber und das größte Problem selbstfahrender Autos

Foto: Daimler

Ein Unfall in Tempe, Arizona, führte dazu, dass ein Fußgänger vermutlich zum ersten Mal von einem selbstfahrenden Auto überfahren wurde. Das Fahrzeug, das einen menschlichen Fahrer hatte, erfasste eine Frau, die, nach einem Bericht des Wall Street Journal, an einem Zebrastreifen die Straße überquerte. Uber hat seine selbstfahrenden Autos aus dem Verkehr der Straßen in San Francisco, Pittsburgh, Tempe und Toronto entfernt, solange der Unfall durch das National Transportation Safety Board und die National Highway Traffic Safety Administration untersucht wird.

Uber CEO Dara Khosrowshahi sprach das Problem in einem Tweet an: „Unglaublich traurige Nachrichten aus Arizona. Wir denken an die Familie des Opfers, während wir mit der örtlichen Polizei zusammenarbeiten, um zu verstehen, was passiert ist.“ Eine Botschaft von Uber Comms lautet: „Unsere Herzen sind bei der Familie des Opfers. Wir kooperieren mit der Polizei von Tempe und den örtlichen Behörden bei der Untersuchung dieses Vorfalls.“

Bei all den selbstfahrenden Testautos war ein Unfall dieser Größenordnung leider unvermeidlich und hätte auch mit einem selbstfahrenden Auto von Alphabet‘s Waymo oder General Motors Company’s Cruise passieren können.

Dies dürfte eine heftige Debatte über die Sicherheit der selbstfahrenden Verkehrsmittel auslösen.

Auf der einen Seite

Missy Cummings, Professorin für Maschinenbau und Materialwissenschaften an der Duke University, sagte während der Anhörungen im Kongress: „Es steht außer Frage, dass jemand durch diese Technologie sterben wird. Die Frage ist nur, wann und was können wir tun, um das Risiko zu minimieren?“

In einem Artikel für TR News fügte Cummings hinzu: „In einer Reihe von Bereichen wie der Sensorentwicklung, der künstlichen Intelligenz und dem maschinellen Lernen, dem Testen und Bewerten selbstfahrender Systeme, sowie den rechtlichen, ethischen und politischen Implikationen von selbstfahrenden Autos ist deutlich mehr Forschung erforderlich.”

Angesichts des Todesfalls hat die Verbraucherschutzgruppe Consumer Watchdog ein nationales Moratorium für Tests mit selbstfahrenden Autos gefordert: „Man kann Uber einfach nicht erlauben, öffentliche Straßen als private Labors ohne sinnvolle Sicherheitsstandards und -vorschriften zu nutzen“.

Auf der anderen Seite

Ende letzten Jahres gaben Forscher der RAND Corporation an, dass im Jahr 2016 37.000 Menschen in den USA an den Folgen von Unfällen starben, bei denen menschliche Fahrer am Steuer waren, und dass mehr als 90 % der Unfälle durch menschliches Versagen verursacht würden. Der Bericht stellte fest, dass „die Einführung selbstfahrender Fahrzeuge, wenn sie einfach besser als menschliche Fahrer sind, Hunderttausende Menschenleben in den nächsten 30 Jahren retten könnte“.

Der ehemalige Leiter der National Highway Transportation Safety Administration, Mark Rosekind, wiederholte diese Gedanken auf einem Symposium im Jahr 2016. „Wir können nicht tatenlos zusehen, während wir auf das Perfekte warten.“ Wir haben letztes Jahr 35.200 Menschenleben auf unseren Straßen verloren. … Wenn wir auf die Perfektion warten, werden wir sehr, sehr lange warten. Wie viele Leben könnten wir verlieren, wenn wir warten?“

Keine einfachen Antworten

Dies dürfte weitaus größere Konsequenzen haben als nur die unmittelbaren für Uber.

Der Staat Kalifornien verlangt Berichte von Unternehmen, die selbstfahrende Autos auf seinen Straßen betreiben, und drei der erforderlichen Kennzahlen sind gefahrene Meilen, „Ausfälle“ – wenn der Backup-Fahrer gezwungen war, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen, und Kollisionen. Die letzte Berichtsperiode lief für die 12 Monate bis November 2017.

Unternehmen Meilen Ausfälle pro 1.000 Meilen Kollisionen
Waymo, Alphabet (WKN:A14Y6H)
352.544 63 0,18 1
General Motors Company (WKN:A1C9CM) 131.676 105 0,79 21

DATENQUELLE: CALIFORNIA DEPARTMENT OF MOTOR VEHICLES. CHART:AUTOR.

Kein anderes Unternehmen kam auch nur annähernd an die Laufleistung von Waymo und GM heran. Nach einer sehr öffentlich geführten Kontroverse mit Kalifornien verlegte Uber den Großteil seiner Flotte nach Arizona und meldete daher diese Kennzahlen nicht. Allerdings zeigen interne Dokumente, die Anfang 2017 erstellt wurden, dass das Unternehmen 20.354 Meilen während einer Woche Anfang März gefahren ist, dabei war der Fahrer gezwungen, die Kontrolle bei jeder Meile zu übernehmen, so ein Bericht von Recode. Diese Statistiken, wenn sie wahr sind, verheißen nichts Gutes für Uber angesichts der jüngsten Ereignisse.

Ein fauler Apfel

Da der Kongress und die Regulierungsbehörden prüfen, inwieweit selbstfahrende Autos auf öffentlichen Straßen fahren dürfen, wird dieser Unfall wahrscheinlich ein Rückschlag für alle Projekte in diesem Bereich sein, da es Monate dauern wird, bis die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen. Bis dahin wird die Entwicklung der selbstfahrenden Autos höchstwahrscheinlich ins Stocken geraten.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien) und Alphabet (C-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfasst und am 23.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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