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Uber erweitert den Lieferdienst für Essen auf 100 neue Städte vor dem Börsengang 2019

Foto: The Motley Fool.

Ubers Geheimwaffe scheint der boomende zwei Jahre alte Essenslieferdienst zu sein. UberEats ist irgendwie zum profitabelsten Teil des Geschäfts geworden und wird laut einem Bericht der Financial Times auf 100 weitere Städte rund um den Globus expandieren. Zuvor sagte Ubers CEO Dara Khosrowshahi, dass UberEats die Erwartungen des Managements übertroffen habe, wie er auf der DLD-Tech-Konferenz im Januar kommentierte.

Es ist verständlich, dass das Unternehmen diesen Lichtblick in seiner Bilanz besonders vor dem erwarteten Börsengang 2019 hervorheben will. Zu den neuen Einsatzgebieten gehören 40 neue Städte in Großbritannien, 35 in Frankreich sowie neue Städte in Irland, Ägypten, Rumänien, Tschechien, der Ukraine und Kenia.

Der Weg zur Profitabilität ist überraschend ermutigend

UberEats hat sich schnell durchgesetzt. Auf der DLD-Konferenz ging Khosrowshahi so weit zu behaupten, dass UberEats im Jahr 2018 das größte Essenlieferunternehmen der Welt sein würde. „UberEats explodiert regelrecht“, sagte er auf der Konferenz.

UberEats war laut der Financial Times in 45 der über 200 Städte, die es im vergangenen Jahr bedient hat, profitabel. Das ist ein großer Sprung von den 3 von 50 Städten, die im Vorjahr profitabel waren. Diese Informationen stimmen mit einem früheren Bericht der New York Times überein, wonach UberEats in 27 der 108 Städte, in denen es ab Juli 2017 tätig war, profitabel war.

Der Times-Bericht gab auch einen Einblick in die Wachstumsrate des Dienstes. Die Zahl der UberEats-Fahrten stieg in den 12 Monaten zwischen März 2016 und März 2017 pro Fahrer um mehr als das 24-fache. Das ergibt Sinn, wenn man bedenkt, dass die Fahrer von UberEats jeden Tag von 80.000 Restaurants weltweit liefern, so Uber.

Das schnelle Wachstum des Dienstes ist vor allem dem bereits etablierten Fahrernetz von Uber zu verdanken, da Uber diese für die Lieferung nutzen konnte. Das Unternehmen hatte auch das Glück, dass eine etablierte Basis von App-Nutzern auch Essen bei Uber bestellten.

Offensichtlich sah Uber, dass es perfekt aufgestellt war, um im Bereich Essenslieferung zu konkurrieren, und nutzte diese Gelegenheit. Das war schlau, wenn man bedenkt, dass der globale Lebensmittelmarkt eine Gelegenheit von 100 Milliarden US-Dollar bietet — so ein Bericht von McKinsey & Company.

Die Konkurrenz: GrubHub und Postmates

Khosrowshahis Behauptung, dass UberEats im Jahr 2018 der größte Essenslieferant sein wird, scheint kühn. Der Wettbewerb im Bereich Meal-Kit und Lebensmittellieferungen spitzt sich zu — Amazon und Wal-Mart liefern sich hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen — , doch UberEats konzentriert sich fürs Erste ausschließlich auf den Restaurant-Lieferbereich. Das bedeutet, dass es mit kleineren Namen wie GrubHub (WKN:A1XE9Z), Postmates, dem britischen Deliveroo und Delivery Hero aus Deutschland konkurriert.

UberEats ist hier aber noch nicht der beste Anbieter.

Für GrubHub ist es in letzter Zeit besonders gut gelaufen. Für das vierte Quartal 2017 meldete der mobile Essenslieferant ein Umsatzwachstum von 49 % gegenüber dem Vorjahr auf 205,1 Millionen US-Dollar. Diese Umsatzsteigerung ist auf eine beeindruckende Steigerung der „aktiven Gäste“ um 77 % gegenüber dem Vorjahr auf 14,5 Millionen sowie auf einen Anstieg der durchschnittlichen Tageslieferungen um 22 % gegenüber dem Vorjahr auf 334.000 zurückzuführen.

GrubHub enthüllte im Februar auch, dass Yum Brands (WKN:909190), der Eigentümer von Taco Bell, Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut, einen Anteil von 3 % an GrubHub im Wert von etwa 200 Millionen US-Dollar gekauft hatte. Als Teil der Vereinbarung wird GrubHub Abhol- und Liefermöglichkeiten für Taco Bell und KFC Restaurants in den USA anbieten. Diese Meldung kam nur einen Monat, nachdem GrubHub eine ähnliche Partnerschaft mit der Fast-Food-Hamburger-Kette White Castle bekannt gegeben hatte.

GrubHub unterscheidet sich geringfügig von UberEats dadurch, dass es Kunden über sein mobiles Online-Bestellsystem mit Restaurants verbindet. Das Unternehmen ist aber darauf angewiesen, dass die Mitarbeiter des Restaurants das Essen liefern. Im Gegensatz dazu bietet UberEats sowohl die Bestellplattform als auch den Lieferservice. GrubHub ist auch geografisch gesehen ein kleineres Unternehmen, das nur in etwa 1.600 US-Städten und in London tätig ist. Ubers 68-Milliarden-Dollar-Bewertung überragt auch die 9,6-Milliarden-Dollar-Bewertung von GrubHub. Doch trotz der Größenunterschiede behaupten sowohl GrubHub als auch UberEats, mit 80.000 Restaurants zu arbeiten.

Postmates ist ein weiterer UberEats-Konkurrent, obwohl er nicht so etabliert ist wie GrubHub. Postmates, gegründet 2011, strebt für 2018 einen Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar an und hofft, 2019 an die Börse zu gehen, so ein Forbes-Interview mit Postmates‘ CEO Bastian Lehmann. Der Service behauptet, über 100.000 Fahrer zu haben.

UberEats kann die Investoren vor dem Börsengang 2019 begeistern

Natürlich ist das gesamte Uber-Geschäft noch lange nicht profitabel. Im dritten Quartal verlor das Unternehmen 1,46 Milliarden US-Dollar, gegenüber 1,06 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Unterdessen verlor der Rivale Lyft nur 206 Millionen US-Dollar in der gesamten ersten Hälfte des Jahres 2017.

Auf der DLD-Konferenz beklagte Khosrowshahi, dass Uber ein Unternehmen sei, das „auf Wachstum und nicht auf Effizienz ausgerichtet“ sei. Er glaubt jedoch, dass Uber in drei Jahren profitabel sein wird, wie er auf dem Weltwirtschaftsforum im Januar sagte.

Da die Investoren vielleicht schon genug von Uber mit seinem schlechten Ruf haben, war es von Khosrowshahi ein gut kalkulierter Schritt, die Leistung von UberEats auf der DLD-Konferenz hervorzuheben. Die Essenslieferung ist eine Multi-Milliarden-Dollar-Chance für das Unternehmen, das bereits 45 profitable Städte in etwas mehr als zwei Jahren aufweist. Obwohl UberEats noch zu klein ist, kann sich Khosrowshahi dennoch weiterhin darauf konzentrieren, da Ubers erwarteter Börsengang 2019 näher rückt.

Uber hat vielleicht nicht die attraktivste Bilanz, aber es ist immer noch das wertvollste US-Start-up mit einem Wert von 68 Milliarden US-Dollar, laut PitchBook. Das sind 37 Milliarden US-Dollar mehr als das zweitwichtigste Start-up AirBnB mit 31 Milliarden US-Dollar.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Amazon. The Motley Fool empfiehlt Grubhub.

Dieser Artikel wurde von Natalie Walters  auf Englisch verfasst und am 18.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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