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Buffett an die Aktionäre von Berkshire: Bereiten Sie sich darauf vor, die Hälfte Ihres Geldes zu verlieren

Foto: The Motley Fool.

Nur wenige Investoren können die Erfolgsbilanz von Warren Buffett vorweisen und langjährige Aktionäre von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) wissen aus erster Hand, wie erfolgreiche langfristige Investitionen zu einem lebensverändernden Vermögen führen können. Doch das Orakel von Omaha hat sowohl gute als auch schlechte Zeiten durchgemacht und anstatt die vorherrschende Haltung der Marktteilnehmer anzugreifen, warnt Buffetts jüngster jährlicher Aktionärsbrief die Berkshire-Investoren, dass Verluste von 50 % oder mehr nicht nur möglich, sondern in der Zukunft unvermeidlich sind.

Die Höhen und Tiefen der Berkshire-Aktie

Buffett wäre der Erste, der dir sagen würde, dass Berkshire im Laufe der Zeit außergewöhnliche Erträge erzielt hat. Zwischen 1965 und 2017 hat das Unternehmen seinen Buchwert um durchschnittlich 19 % pro Jahr gesteigert, was sich in Kursgewinnen von durchschnittlich fast 21 % pro Jahr niederschlägt. Dieser Gewinn ist mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittliche jährliche Rendite des S&P 500 im gleichen Zeitraum.

Doch wenn man sich die kurzfristigen Bewegungen der Aktien genauer ansieht, bewegt sie sich nicht annähernd so vorhersehbar nach oben. Wie Buffett es beschreibt: „Aktien schwanken und fallen in Ohnmacht, scheinbar losgelöst von einem jährlichen Anstieg ihres Basiswertes.“ Das Ergebnis ist eine kurzfristige zufällige Schwankung für Aktien und die Anleger können nicht darauf vertrauen, dass der Kurs einer Aktie am Markt zu irgendeinem Zeitpunkt einen Zusammenhang mit ihrem inneren Wert haben wird.

Das gilt sogar für Berkshire-Hathaway-Aktien. Trotz der großen Gewinne für langfristige Aktionäre hat das Unternehmen viele schwierige Zeiten erlebt, in denen Berkshire auf absoluter Basis furchtbar abgeschnitten hat. Einige der schlimmsten Zeiten waren die folgenden:

Zeitraum Verlust
März 1973 bis Januar 1975 59,1 %
2. bis 27. Oktober 1987 37,1 %
Juni 1998 bis März 2000 48,9 %
Sept. 2008 bis März 2009 50,7 %

DATENQUELLE: BERKSHIRE HATHAWAY 2017 JAHRESBRIEF AN DIE AKTIONÄRE.

Die meisten dieser Abwärtsphasen kamen zu Zeiten, in denen sich der Gesamtmarkt ebenfalls schlecht entwickelte. Die Baisse der 70er-Jahre, der Crash von 1987 und die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 bestraften die Aktien auf dem gesamten Markt, viele in weit stärkerem Maße als Berkshire.

Doch der Rückgang von 1998 auf 2000 ist eine Abkehr von dieser Regel. Damals boomte der Technologiesektor und zog den gesamten Markt in die Höhe. Die Berkshire-Aktie entwickelte sich in diesem Zeitraum zeitweise schlechter als der S&P 500, mit einem Kursrückgang von 20 % im Jahr 1999, während der S&P 500 um 21 % zulegte. Viele nannten Berkshire einen Dinosaurier, der in einer Old-Economy-Mentalität gefangen war – eine Meinung, die durch Buffetts Behauptungen, dass er nicht in Tech-Aktien investieren würde, deren Geschäfte er nicht ausreichend verstand, noch verschärft wurde.

Wie man von großen Verlusten profitiert

Buffett warnte die Anleger ausdrücklich, dass ähnliche Abstürze immer wieder zu erwarten seien. „In den nächsten 53 Jahren“, sagte Buffett, „werden unsere Aktien (und andere) Rückgänge erleben, die denen in der Tabelle ähneln. Niemand kann Ihnen sagen, wann das passieren wird. Das Licht kann jederzeit von Grün nach Rot wechseln, ohne bei Gelb anzuhalten.“

Dennoch sieht das Orakel von Omaha diese Rückschläge nicht als negativ für langfristige Investoren an. Stattdessen kann es für diejenigen, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, eine der größten Quellen für langfristige Outperformance sein. Sie nutzen diese Rückgänge aus, indem sie Geld zu attraktiven Bewertungen einsetzen. Unzählige Male ist Berkshire in der Lage gewesen, sich in kränkelnde Unternehmen einzukaufen, deren Rettung fast schon hoffnungslos erschien. Die Bedingungen, über die Berkshire verhandeln konnte, haben zu beeindruckenden Gewinnen für seine Aktionäre geführt.

Bereite dich jetzt vor

Das Problem für die meisten Investoren ist, dass die unangenehmste Zeit, um in den Markt zu investieren, der Einbruch ist. Die Angst, Geld in Aktien zu investieren und sofort weitere erhebliche Verluste zu sehen, kann selbst die erfahrensten Anleger davon abhalten, in einige der erfolgreichsten Aktien zu investieren.

Die Vorbereitung ist wichtig. Wenn du dir vorher im Geiste ausmalst, was du inmitten eines scharfen Abschwungs fühlen wirst, hast du eine bessere Chance, deine Emotionen in dem Moment, wenn er tatsächlich kommt, im Griff zu haben.

Warren Buffett war immer in der Lage, sich emotional von seinen Investitionsentscheidungen zu lösen, und das war ein wesentlicher Teil seines Erfolges. Wenn du das Gleiche tun kannst, dann wirst du bessere Ergebnisse in deinem Portfolio sehen und den langfristigen Erfolg besser im Auge behalten können.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 18.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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