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Warum PayPal sich selbst mit Venmo kannibalisiert

Foto: PayPal.

Venmo ist einer der am schnellsten wachsenden Geschäftsbereiche von PayPal (WKN:A14R7U). Im vergangenen Jahr verarbeitete die mobile Zahlungsapp ein Volumen von 35 Milliarden US-Dollar, fast 8 % des gesamten Zahlungsvolumens des Unternehmens für das Jahr.

Während Venmo in erster Linie für Peer-to-Peer-Zahlungen verwendet wird, integriert es sich inzwischen auch zunehmend in den Handel. PayPal geht davon aus, dass Venmo einen ähnlichen Weg einschlagen wird wie sein bisheriges Geschäftsmodell, jedoch mit einem stärkeren Fokus auf Mobiltelefone und eine jüngere Zielgruppe. Das Management stellt dazu fest, dass PayPals monetarisierte Dienste wie „Pay with Venmo“ bereits eine schnellere Akzeptanz erfahren als sein Peer-to-Peer-Service.

Aber indem Venmo bei den Handelsdienstleistungen an Boden gewinnt, riskiert das Unternehmen, sein Hauptgeschäft zunehmend zu kannibalisieren. Insofern könnte Venmo ein weniger großer Wachstumstreiber für PayPal sein, als einige Investoren hoffen, da jeder zusätzliche US-Dollar an Transaktionen direkt aus der Tasche von PayPal kommen könnte. Finanzvorstand John Rainey sagt, dass er damit einverstanden ist – hier der Grund.

Alles über Transaktionskosten

In den letzten Jahren sind die Transaktionskosten von PayPal prozentual am gesamten Zahlungsvolumen gestiegen. Sie begannen bei 0,93 % im Jahr 2015, stiegen auf 0,95 % im Jahr 2016 und erreichten im vergangenen Jahr 0,98 %.
Ein großer Teil dieser Steigerung resultiert aus den zusätzlichen Optionen, die PayPal seinen Nutzern bietet. Die Nutzer müssen nicht mehr zunächst ihr PayPal-Guthaben vor anderen Zahlungsmethoden nutzen und das Unternehmen drängt die Nutzer nicht mehr dazu, ihre Bankkonten mit seinen Diensten zu verknüpfen, anstatt Kreditkarten zu verwenden.

PayPal hat in den Jahren 2016 und 2017 Verträge mit mehreren Kreditkartenunternehmen und Zahlungsnetzwerken abgeschlossen, um die Bearbeitungsgebühren im Netzwerk zu senken und im Gegenzug den Verbrauchern mehr Möglichkeiten zu eröffnen. Das hat sich in einem starken Wachstum der Nutzerzahlungen und des Engagements der Kunden ausgezahlt, aber PayPal verzeichnet immer noch einen Anstieg der Transaktionskosten.

Wie passt Venmo da rein?

Venmo-Nutzer zahlen deutlich häufiger mit ihrem Guthaben oder über eine Bank als mit einer Karte. Die Nutzung des Guthabens kostet PayPal absolut nichts und die Gebühren sind deutlich niedriger als bei Kartenzahlungen.

Das liegt daran, wie sich Venmo-Nutzer mit der App verhalten. Sie sind viel engagierter als PayPal-Nutzer und senden oder empfangen im Durchschnitt vier- bis fünfmal pro Woche Zahlungen, und die überwiegende Mehrheit davon sind relativ kleine Zahlungen an Freunde. Zum Vergleich: PayPal-Nutzer nehmen durchschnittlich alle 10 oder 11 Tage eine Zahlung vor und sie bezahlen dabei meist Händler.

Da die Nutzer häufiger Zahlungen mit Venmo senden, sind sie eher geneigt, ein Guthaben in der App zu hinterlassen, da ihre nächste Nutzung unmittelbar bevorsteht. Das ist großartig für PayPal: Es hilft, die Verluste des kostenlosen Peer-to-Peer-Services von Venmo zu reduzieren. Da Venmos Dienste für Händler skalierbar sind, sollten sie einen positiven Einfluss auf die Transaktionskosten als Prozentsatz des gesamten Zahlungsvolumens haben.

Venmo war eine Belastung für die Gewinne

Venmo wird derzeit von PayPal unterhalten. Es gibt einige Dienstleistungen, die Einnahmen generieren, aber in den meisten Fällen subventioniert PayPal die Kosten für Peer-to-Peer-Transaktionen. Das zeigt sich in der Take-Rate von PayPal – dem Prozentsatz des gesamten Zahlungsvolumens, den es als Umsatz einnimmt. Die Take-Rate ist von 2,88 % im Jahr 2015 auf 2,68 % im Jahr 2016 und weiter auf 2,53 % im Jahr 2017 gesunken. Rainey erwartet, dass sich dieser Trend im Jahr 2018 fortsetzt.

Irgendwann wird sich die Take-Rate stabilisieren und wenn Venmos monetarisierte Dienste zu wachsen beginnen, sollte sie sich wieder erholen. Gleichzeitig sollte das Wachstum der Dienstleistungen von Venmo die Transaktionsmarge erhöhen, da mehr Zahlungen über Guthaben und Banken statt der teureren Kreditkarten abgewickelt werden. Wenn das der Fall ist, wird das Unternehmen gerne etwas Wachstum bei PayPal zugunsten des profitableren Wachstums von Venmo opfern.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt PayPal.

Dieser Artikel von Adam Levy erschien am 19.3.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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