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General Motors hat Taxidienste verpasst — diesen Trend aber nicht

Bildquelle: Flickr-User Fooleditorial.

Die Investoren des großen Automobilherstellers General Motors (WKN:A1C9CM) haben in den letzten Jahren einige tiefe Falten auf der Stirn bekommen, wenn sie daran dachten: „Warum hat GM nicht an Uber gedacht?“ Uber wird höher bewertet als die derzeitige Marktkapitalisierung von GM von 52 Milliarden US-Dollar. Was, wenn GM eine tolle Idee wie eine Taxi-App gehabt und eine neue Einkommensquelle geschaffen hätte, um an der Wall Street zu beweisen, dass das Unternehmen nicht der Dinosaurier ist, dessen erwartetes KGV nur bei 5 liegt?

Leider lassen sich die Stirnfalten, die sich die GM-Investoren wegen des anfänglichen Fehlschlags beim Ridesharing eingefangen haben, nicht so einfach glätten, aber ein kürzlich veröffentlichter Bericht legt nahe, dass GM etwas vergleichbar Interessantes vorhat: die Entwicklung eines Projekts, das für Autos das tut, was Airbnb für Immobilien tut.

Was ist hier los?

Die meisten Investoren haben von der Marke Maven von General Motors gehört, die im Januar 2016 eingeführt wurde und die Smart-Mobility und Taxi-Projekte des Automobilherstellers entwickelt. Doch laut eines aktuellen Bloomberg-Berichts heckt Maven etwas Neues aus, obwohl die Pläne dazu noch nicht öffentlich sind. Der Bericht verweist auf Tests, die im Frühsommer beginnen, und der Gedanke dahinter ist, den Verbrauchern eine Plattform zu bieten, um ihre Autos an andere Verbraucher zu vermieten und die Einnahmen mit GM zu teilen.

Wenn du dich fragst, wie sich Mavens Vorhaben von bestehenden Programmen unterscheidet oder warum es besser ist, dann solltest du auf die Frage nach dem Besitz schauen. Derzeit vermietet Maven Fahrzeuge an Verbraucher und sogar Fahrer, die für Unternehmen wie Uber oder Lyft arbeiten – GM hat sogar in letzteres Unternehmen investiert. Der Unterschied zu dem neuen Projekt ist, dass General Motors diese Autos besitzt, während es in Zukunft nur seine Plattform für Verbraucher zur Verfügung stellt, die sich gegenseitig ihre Autos vermieten, wodurch GM einen Teil des generierten Umsatzes erhält. So würde das neue Projekt sofort die Reichweite des Programms erhöhen, ohne die Bilanz von GM zu belasten.

Ebenso wie es finanziell nicht machbar oder sinnvoll ist, dass Airbnb Zehntausende Wohnungen kauft, um sie Verbrauchern auf seiner Mietplattform anzubieten, ist es nicht durchführbar, dass GM dasselbe für seine Kunden tut – also bringt GM das Airbnb der Automobilindustrie an den Start.

Aber das ist noch nicht alles: Wenn GM nur die Plattform für den Verbraucher bietet, um die Transaktion durchzuführen, vermeidet das Unternehmen auch, eine Flotte von Fahrzeugen warten zu müssen. Das ist eine geniale Möglichkeit für GM, eine neue Einkommensquelle ohne große Kosten zu generieren.

Wird es funktionieren?

Es gibt sicherlich Unternehmen, die dies bereits tun, obwohl sich der Markt noch im Anfangsstadium befindet. Betrachten wir einen bekannten Namen, Turo, der laut Bloomberg fast 5 Millionen registrierte Nutzer und einen Wert von etwa 700 Millionen US-Dollar hat. Solche Summen könnten für einen Autohersteller der Größe von General Motors wie Centbeträge wirken, aber die Investoren sollten so klug sein, sich daran zu erinnern, dass Uber vom vollkommen unbekannten Unternehmen zu einer Bewertung von 60 Milliarden US-Dollar gekommen ist, und das in weniger als einem Jahrzehnt. Obwohl der Car-Sharing-Markt auch kleiner als Ubers Ridesharing-Geschäft sein könnte, wäre er, selbst wenn er sich nur zu einem Bruchteil der Größe entwickelt, als zusätzliches Einkommen für GM immens wertvoll.

Darüber hinaus könnte sich die Industrie in den kommenden Jahren sehr gut entwickeln, da die Millennials lieber in den Innenstädten wohnen und nicht in die Vorstädte ziehen. Städte mit einer hohen Dichte haben in der Regel eine niedrigere Rate an Autobesitzern, aber für diejenigen, die bereits ein Auto besitzen, könnte dies eine Chance bieten.

Nachdem ich jahrelang im Zentrum einer Großstadt gelebt hatte, stellte ich fest, dass ich mein Auto oft wochenlang kaum benutzt hatte. Hätte ich eine Mietoption zur Verfügung gehabt, hätte sie die Anzahl der leeren Batterien und andere allgemeine Wartungsprobleme reduzieren und sogar ein paar Dollar in meine Tasche bringen können. Die Investoren sollten hoffen, dass dieses Projekt ein massiver Erfolg wird, denn auch wenn dies vielleicht nicht ganz zum Airbnb der Autoindustrie wird, ist GM doch schon sehr früh dabei und hat auch genug Geld, um sich den Weg zum führenden Unternehmen in diesem Bereich zu bahnen.

Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt hätte General Motors Unternehmen wie Turo und die Idee, dass sich die Verbraucher gegenseitig Fahrzeuge vermieten, verspottet. Zum Glück für die Investoren blickt GM inzwischen in die Zukunft und sorgt für die entsprechenden Innovationen.

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The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Daniel Miller auf Englisch verfasst und am 19.3.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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