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Warum Bloomberg die Produktion von Tesla unterschätzen könnte

Foto: The Motley Fool

Tesla (WKN:A1CX3T) erwartet, dass das Model 3 dem Elektroauto-Hersteller helfen wird, sich von knapp über 100.000 Fahrzeugauslieferungen im Jahr 2017 auf „Hunderttausende“ Fahrzeuge im Jahr 2018 zu steigern. Daher haben die Investoren gute Gründe, den Produktionsfortschritt des Fahrzeugs genau zu beobachten. Aber kann Tesla seine ehrgeizigen Produktionsziele für das wichtige Fahrzeug erreichen? Schließlich hat man bereits zweimal die Produktionsziele des Model 3 verfehlt.

Es überrascht nicht, dass es eine Reihe von Websites und Foren gibt, die versuchen, die Produktionserhöhung des Model 3 zu verfolgen. Einer der bekanntesten Verfolger ist Bloombergs Tesla Model 3 Tracker. Angesichts der Tatsache, dass verschiedene Medien regelmäßig die Prognose des Trackers zitieren, wenn es um die wöchentliche Produktionsrate von Tesla geht, lohnt es sich zu untersuchen, wie eng dieser Tracker mit den Angaben des Managements am Ende des ersten Quartals übereinstimmen könnte.

Der Tracker

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes gab der Model-3-Tracker an, dass Tesla nur 737 Model 3 pro Woche produziert. Wenn das wirklich der Fall ist, ist das eine schlechte Nachricht; Tesla will sein erstes Quartal, das Ende dieses Monats zu Ende geht, mit 2.500 pro Woche produzierten Model 3 beenden. Doch die Investoren sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Obwohl die Methodik hinter dem Tracker durch den Einsatz von Vehicle Identification Numbers (VINs) respektabel ist, sollten die Investoren bedenken, dass der Tracker deutlich von Teslas tatsächlicher wöchentlicher Produktionsrate abweichen könnte. Tatsächlich gab sogar Bloomberg im Tesla-Produktionsblog zu, dass sein Tracker „immer falsch liegen wird“.

Es lohnt sich jedoch zu überlegen, ob der Tracker die wöchentliche Produktionsrate von Tesla eher überschätzt oder unterschätzt. Die Chancen stehen gut, dass er die tatsächlichen Produktionszahlen unterschätzt, die Tesla den Investoren mitteilen wird.

Hier sind drei Gründe, warum Bloombergs Tracker daneben liegen könnte.

1. Der Tracker lag im letzten Quartal deutlich daneben

Bloombergs Modell zeigt an, dass Tesla 2017 355 Model 3 pro Woche produzierte, doch die veröffentlichte wöchentliche Produktionsrate Ende des Jahres war mehr als doppelt so hoch. „In den letzten Tagen haben wir auf jeder unserer Fertigungslinien eine Produktionsrate erreicht, die auf über 1.000 Model 3 pro Woche hochgerechnet wird“, sagte Tesla im Bericht vom 3. Januar über die vierteljährlichen Lieferungen und Produktion.

Wenn man die letzten sieben Arbeitstage des Quartals mit einbezieht, sagte Tesla, dass es in diesem Zeitraum 793 Einheiten hergestellt hat.

2. Bloombergs Prognose basiert auf einem Durchschnitt über mehrere Wochen

Im Gegensatz zu den wöchentlichen Produktionsraten, die Tesla wahrscheinlich melden wird, basieren die Schätzungen von Bloomberg auf Durchschnittswerten von mehreren Wochen.

„Unser Modell ist auf Langzeitgenauigkeit ausgelegt, kann sich aber langsam an plötzliche Spitzen oder Verlangsamungen anpassen — wir berechnen unsere Raten über mehrere Wochen, um Ungenauigkeiten in den Daten zu vermeiden“, erklärt Tom Randall von Bloomberg in einem Blogbeitrag über den Tracker.

Das war in der Zeit nach der Produktionspause zum Zwecke der Modernisierung und Automatisierung erkennbar. In dieser Zeit schien die Wochenproduktion stark zu sinken. Doch es kommt noch schlimmer, Teslas vorübergehende Produktionspause zwischen dem 20. und dem 24. Februar hatte sich noch einige Wochen bis in den März hinein negativ auf Bloombergs Modell ausgewirkt.

3. Exponentielles Wachstum ist schwer prognostizierbar

Da die Produktionserhöhungen einer S-Kurve ähneln, können einige Tage einen großen Unterschied in der wöchentlichen Produktionsrate ausmachen. Wenn also die Produktion des Model 3 gegen Ende des ersten Quartals deutlich ansteigt, könnte Teslas angegebene Produktionsrate deutlich höher liegen als Bloombergs Schätzung.

Wenn Tesla seine wöchentliche Produktionsrate auf der Grundlage einer Hochrechnung in den letzten Tagen des Quartals veröffentlicht (auf dieselbe Weise, wie das Unternehmen die Investoren am Ende des vierten Quartals informiert hat), wäre der Unterschied zwischen Bloombergs Prognose und Teslas angegebener Produktionsrate noch ausgeprägter.

Vermeide Spekulationen

In Anbetracht dieser Argumente könnte Tesla sehr wohl auf dem richtigen Weg sein, sein Produktionsziel von 2.500 Einheiten pro Woche bis zum Ende des Quartals zu erreichen, obwohl der Tracker vermuten lässt, dass dies nicht der Fall ist. Natürlich könnte Tesla auch deutlich dahinter liegen. Leider gibt es einfach keine Möglichkeit, genau zu erfahren, wie die Produktion des Model 3 läuft, bis Tesla den Investoren direkt ein Update liefert.

Die Investoren sollten Bloombergs Model 3 Tracker als das sehen, was er ist: eine Prognose von Dritten, nicht die tatsächliche Produktion.

Tesla liefert in der Regel innerhalb von drei Tagen nach Quartalsende einen Bericht zu den Fahrzeugauslieferungen und der -produktion. Die Investoren sollten um den 3. April herum damit rechnen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfasst und am 20.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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