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In dieser österreichischen Aktie steckt die DNA der Amazon-Aktie

Foto: Getty Images

Im Sommer letzten Jahres habe ich zwei Artikel über die Erfolgsgeheimnisse von Amazon (WKN:906866) geschrieben (hier die Links zum Nachlesen, Teil 1 und Teil 2). Alle fünf Prinzipien stammen aus dem Buch Der Allesverkäufer von Brad Stone, ein Werk über Amazon-CEO Jeff Bezos. Die folgenden Erfolgsfaktoren habe also nicht ich mir ausgedacht, sie stammen von Bezos selbst.

Nun, ein paar Monate später, habe ich bei unseren österreichischen Nachbarn eine Aktie gefunden, die ebenfalls einige dieser Erfolgsfaktoren vorweisen kann: Das Catering-Unternehmen Do & Co (WKN:915210). Welche Erfolgsfaktoren das sind und ob sich die Do & Co-Aktie deshalb genau so spektakulär entwickeln könnte wie die Amazon-Aktie, erfährst du, wenn du weiterliest!

Erfolgsgen 1: Kundenorientierung

Der für mich wichtigste Erfolgsfaktor von Amazon ist die Kundenorientierung. Denn nur zufriedene Kunden kommen wieder und ermöglichen es einem Unternehmen, langfristig erfolgreich zu sein. Diese Regel gilt meiner Meinung nach für einen Großteil aller Unternehmungen!

Bei Do & Co finden wir schon auf den ersten Seiten des 2016/17er Geschäftsberichts einen Hinweis auf eine besonders ausgeprägte Kundenfokussierung. Als Erfolgsgeheimnis geben die Österreicher unter anderem Folgendes zu Protokoll:

„Unsere MitarbeiterInnen sind Gastgeber aus Leidenschaft. Sie sorgen dafür, dass Sie sich wohl fühlen – egal wann und wo auch immer auf der Welt. Denn unsere einzige Aufgabe ist es, für den Gast und unsere Kunden da zu sein.“

Im sonst eher kurz und emotionslos gehaltenen Geschäftsbericht ein erstes Statement, das vermuten lässt, dass bei Do & Co der Kunde an allererster Stelle steht. Weitere Hinweise darauf, dass insbesondere CEO Attila Dogudan sich auf die Bedürfnisse seiner Kunde fokussiert, erhalten wir in einem Interview mit ihm, erschienen 2013 in der Süddeutschen Zeitung.

„Mein Unternehmen DO & CO steht für beste Qualität und Dienstleistung, egal wo und für wie viele Menschen das Essen serviert wird. Kochen ist auch bei großen Mengen kein Fließbandjob, man schmeckt die Leidenschaft heraus, das ist eine Tatsache. Unsere Kunden erwarten von uns weltweit einen gleich hohen Standard, deswegen kommen sie ja zu uns. Wir haben in 25 Städten wie New York, London und Istanbul Küchen – mit über 7000 Mitarbeitern weltweit. Ich mag solche Zahlen aber nicht. Mir geht es grundsätzlich um Qualität, da würde ich niemals um eines höheren Umsatzes willen Abstriche machen.“

Insbesondere der letzte Satz begeistert mich. Für ihn ist nicht das Erreichen kurzfristiger Umsatzzahlen wichtig, für ihn zählt nur Qualität. Um damit seine Kunden zu begeistern, die deshalb in den allermeisten Fällen natürlich gerne wieder kommen. Das wiederum sorgt für langfristige steigende Umsätze und Gewinne. Genau nach solch einem Management halte ich als langfristiger Investor Ausschau.

Und noch ein Statement aus diesem Interview zeigt, wie sehr Dogudan darum bemüht ist, die Bedürfnisse seiner Kunden besser zu verstehen. Auf die Frage, wie viele Stunden er im Jahr im Flugzeug verbringt, antwortete er wie folgt.

„Ich schätze, 800 bis 900 Stunden im Jahr, so viel wie ein Berufspilot. Ich fliege alles kreuz und quer, auch viel in der Economy. Nur wer viel fliegt, weiß, wie das Essen und der Service dann tatsächlich beim Passagier ankommen.“

Es ist wichtig zu wissen, dass Do & Co sein Geld unter anderem mit Flugzeug-Catering verdient. Dogudan verbringt also so viel Zeit im Flieger wie ein Berufspilot, nur um seine Kunden noch besser zu verstehen! All diese Faktoren lassen für mich nur einen Schluss zu: Do & Co meint es verdammt ernst mit der Kundenorientierung. Genau wie Jeff Bezos und Amazon.

In meinen Augen verfügt Do & Co daher in jedem Fall über das erste und vielleicht wichtigste Amazon-Gen: die absolute Fokussierung auf die Bedürfnisse der Kunden.

Erfolgsgen 2: Inhaberschaft

Der Grund für solch eine langfristige Denkweise, wie sie die Kundenfokussierung ist, steckt nicht selten in einer großen Beteiligung des Managements am Unternehmen. So auch bei Do & Co: Dogudan, übrigens auch der Gründer von Do & Co, besitzt 32,3 % aller Aktien seines Unternehmens. Damit haben wir auch schon die zweite Gemeinsamkeit von Do & Co und Amazon gefunden: die Inhaberschaft. Jeff Bezos, ebenfalls Gründer seines Unternehmens, besitzt 16,9 % aller Amazon-Aktien.

Aber warum ist das so wichtig? Wer sein eigenes Unternehmen führt, der tut das mit Leidenschaft und möchte, dass sein „Baby“ langfristig erfolgreich ist. Nicht nur ein paar Quartale oder Jahre, um irgendeinen kurzfristigen Zielbonus zu erreichen. Diese langfristige Ausrichtung führt zu langfristig angelegten Maßnahmen, wie eben die ausgeprägte Kundenorientierung, und erhöht so die Chancen auf dauerhaften Erfolg erheblich.

Inhaberschaft bedeutet bei Amazon aber nicht nur, dass ausschließlich der CEO Anteile am Unternehmen besitzt. Insbesondere in den Anfangsjahren hat Bezos auch seine Mitarbeiter mit Aktienpaketen anstatt hohen Gehältern bezahlt. Für die Motivation ist das natürlich ungeheuer wertvoll, wenn man am Erfolg seines Unternehmens auch finanziell direkt über ein großes Aktienpaket beteiligt ist.

Bei Do & Co gibt es etwas Ähnliches. So sind von den angesprochenen 32,3 % der Attila Dogudan Privatstiftung 1,6 % für Management- und Mitarbeiterbeteiligungen vorgesehen. Für mich bringt Do & Co damit auch das zweite Amazon-Gen mit: die Inhaberschaft von CEO und Mitarbeitern.

Erfolgsgen 3: Tatendrang

Der dritte Erfolgsfaktor von Amazon ist der Tatendrang. Zuerst hat Bezos nur Bücher online verkauft. Dann kamen Elektroartikel dazu, dann Spielwaren. Und so weiter. Und schließlich blieb es auch nicht beim E-Commerce, man denke nur an Amazon Web Services (Cloud-Geschäft), Amazon Fresh oder die Übernahme vom stationären Biohändler Whole Foods Market.

Kurzum: Bei Amazon gibt es kein Ausruhen, es wird ständig etwas neues probiert. Neue Aktivitäten sind und waren eine wunderbare Voraussetzung für steigende Umsätze und Gewinne bei Amazon. Ein Blick in die Geschichte von Do & Co zeigt, dass Dogudan – zugegeben im etwas kleineren Rahmen – ebenfalls äußerst kreativ ist, was neue Geschäftsfelder betrifft.

1981 erstes Restaurant in Wien
1987 Airline-Catering in Österreich
1992 Formel 1-Catering
2002 Übernahme des Traditionsbäckers Demel
2004 Catering bei der Fußball-Europameisterschaft
2006 Eröffnung des ersten Hotels in Wien
2012 Bahn-Catering für die ÖBB
2015 Kaffeehäuser in Kooperation mit Nestlé

Quelle: Investor Relations Do & Co

Auch bei Do & Co ist der Tatendrang also ganz offensichtlich ein wichtiger Teil der Unternehmensphilosophie. Damit verfügen die Österreicher in meinen Augen auch über das dritte wichtige Erfolgsgen von Amazon.

Wird die DO & CO-Aktie deshalb genauso hoch steigen wie die von Amazon?

Das bedeutet in meinen Augen aber nicht, dass die Do & Co-Aktie genauso hoch steigen muss wie die Amazon-Aktie. Die drei genannten Faktoren halte ich zwar für essentiell wichtig im Bezug auf die langfristige Performance einer Aktie, aber Amazon bringt neben diesen Fähigkeiten ein zusätzliches Plus mit: Amazon agiert in wahnsinnig schnell wachsenden Märkten.

Auch dem Catering-Markt traue ich Wachstum zu, aber eben nicht so viel wie dem E-Commerce-Bereich oder dem Cloud-Business. Trotzdem halte ich Do & Co aufgrund der genannten Gründe für ein hervorragendes Unternehmen, das über kurz oder lang definitiv in meinem Depot landen wird!

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Amazon und Nestlé. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Nestlé.

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