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Ist das das nächste große Ding für Marihuana?

Foto: Getty Images.

Medizinisches Marihuana ist in ganz Kanada und in den meisten US-Bundesstaaten legal, aber ein Mangel an Daten aus klinischen Studien hemmt den branchenweiten Verkauf.

Obwohl es immer wieder Hinweise auf vorteilhafte Wirkungen von Marihuana gibt, zögern Ärzte, es zu verschreiben, und die Versicherer sind nicht gewillt, die Kosten zu übernehmen. Das wird sich vermutlich erst dann ändern, wenn klinische Beweise für die Wirksamkeit und Sicherheit von Marihuana vorliegen, die auch den Standards von Behörden wie der Health Products and Food Branch (HPFB) von Health Canada und der U.S. Food and Drug Administration (FDA) entsprechen.

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Glücklicherweise arbeiten Marihuana-Unternehmen, einschließlich Kanadas Canopy Growth (WKN:A140QA) und GW Pharmaceuticals (WKN:693692), mit Hochdruck an patentgeschützten und wissenschaftlich geprüften Cannabis-Medikamenten mit dem Potenzial, Milliarden von US-Dollar an weltweiten Verkäufen zu generieren.

Es gibt Hürden…

In der Vergangenheit machten Verbotsgesetze die Durchführung von groß angelegten klinischen Studien mit Marihuana schwierig, aber es wird immer einfacher, an Marihuana zu forschen, jetzt, da Pro-Pot-Gesetze verabschiedet werden.

Beispielsweise nehmen kanadische Unternehmen zunehmend Patienten in Studien auf, die Cannabis in verschiedenen Anwendungen bestätigen können. MedReleaf (WKN:A2DTAQ) evaluiert das Potenzial von Marihuana bei Krebs und Posttraumatischen Belastungsstörungen und die Canopy-Growth-Tochter Canopy Health Innovations untersucht den Einsatz von Cannabinoiden bei Schlafstörungen. Alleine im letzten Quartal reichte Canopy Health Innovations 27 Patente für Cannabinoid-Kombinationen und Medikamentenpräparate für diesen Bereich ein.

Wenn diese Cannabis-Studien zum Erfolg führen, könnte das diesen Marihuana-Konzernen in einigen Punkten zugutekommen.

Erstens sind Studiendaten erforderlich, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln belegen, um die Zulassungen  zu erhalten. Das könnte die Ärzte dazu ermutigen, Marihuana zu verschreiben, und die Versicherer dazu zwingen, dafür zu bezahlen.

Zweitens können wissenschaftliche Beweise für den Nutzen von Marihuana die ansprechbare Patientenpopulation erweitern, indem sie skeptische Patienten gewinnen, die sich anderenfalls für alternative Behandlungen entscheiden könnten.

Drittens können nationale Arzneimittelzulassungen auf der Grundlage von Marihuana-Studien in stark regulierten Ländern wie Kanada und den USA dazu beitragen, den Weg in Ländern ohne Gesetze zur Legalisierung frei zu machen und völlig neue Einnahmequellen für diese Unternehmen zu schaffen.

Darüber hinaus erzielen Medikamente, die den Spießrutenlauf strenger Tests bestehen, in der Regel höhere Preise und sind bis zum Ablauf des Patentschutzes vom Wettbewerb geschützt. Diese Vorteile könnten im Marihuana-Markt unglaublich wichtig sein, wenn die Marihuana-Produktion die Nachfrage übersteigt und die Marihuana-Preise in den Apotheken fallen.

Eine wichtige Entscheidung

Den Wert von medizinischem Marihuana hat GW Pharmaceuticals seit den 1990er-Jahren in kontrollierten Studien untersucht.

Das Unternehmen hat bereits in mehreren europäischen Märkten die Zulassung für das THC-basierte Medikament Sativex erhalten, das Muskelkrämpfe bei Multiple-Sklerose-Patienten behandelt, und es wird erwartet, dass die FDA Epidiolex, das Cannabidiol von GW Pharmaceuticals für seltene Formen der Epilepsie zulassen wird.

In Placebo-kontrollierten klinischen Studien reduzierte Epidiolex Anfälle bei Patienten mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom, einer seltenen Epilepsie im Kindesalter, um etwa 40 %. Auch bei Patienten mit dem Dravet-Syndrom, einer weiteren seltenen Form der Epilepsie, konnten die Anfälle erfolgreich reduziert werden. Das ist beeindruckend, denn beide Erkrankungen sind hochgradig resistent gegen bestehende  Antiepileptika.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse hat GW Pharmaceuticals im Dezember die FDA-Zulassung beantragt. Die FDA plant, im zweiten Quartal eine Sitzung des beratenden Ausschusses durchzuführen, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Epidiolex zu erörtern. Auch wenn die FDA nicht den Ratschlägen des Ausschusses folgen muss, tut sie dies in der Regel. Folglich sollten die Investoren dieser Sitzung große Aufmerksamkeit schenken. Wenn das Komitee die Zulassung von Epidiolex empfiehlt und die FDA grünes Licht gibt, könnte das Forschungsarbeiten bestätigen, die von anderen Cannabis-Unternehmen durchgeführt werden, einschließlich Canopy Growth. Das offizielle Epidiolex-Entscheidungsdatum der FDA ist der 27. Juni.

Was kommt als Nächstes?

Die weltweite Zulassung von Marihuana-Medikamenten könnte einen Markt eröffnen, der Milliarden von US-Dollar an zusätzlichen Einnahmen wert ist. So erwirtschaftete das Antiepileptikum Onfi, das zur Behandlung seltener Epilepsieformen eingesetzt werden kann, im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 400 Millionen US-Dollar.

Nichtsdestotrotz sollten die Anleger ihren Optimismus etwas zurückhalten. Klinische Studien sind kostspielig und es gibt keine Garantie, dass diese Marihuana-Studien erfolgreich sein werden. Beispielsweise konnten im Jahr 2015 Studien, die die Wirkung von GW Pharmaceuticals’ Sativex bei Tausenden von Krebsschmerzpatienten evaluieren sollten, keine Wirkung bestätigen, die über die des Placebos hinausging. Die Investoren sollten daher warten, bis die Ergebnisse klinischer Studien von diesen Unternehmen gemeldet werden.

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The Motley Fool besitzt keiner der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und wurde am 16.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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