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AMD macht eine Delle ins Grafikgeschäft von NVIDIA

Foto: The Motley Fool.

Es sah so aus, als ob NVIDIA (WKN:918422) Advanced Micro Devices (WKN:863186) dank einer überlegenen Produktreihe nur noch Staub schlucken lassen würde. Aber die neuesten Marktanteilszahlen von Jon Peddie Research deuten darauf hin, dass AMD nicht so leicht kleinzukriegen ist.

Die beiden Grafikspezialisten haben sich einen erbitterten Kampf um den GPU-Marktanteil geliefert, und AMD hatte gegen Anfang 2017 sogar die Oberhand. Die Vega-Grafikkarten erwiesen sich jedoch als enttäuschend. Sie verbrauchten mehr Energie, lieferten nicht genügend Leistung und waren nicht konkurrenzfähig genug. Dennoch konnte AMD im Weihnachtsquartal gegenüber seinem größeren Konkurrenten zulegen. Mal sehen, was passiert ist und warum.

Was ist passiert?

Der Marktanteil von AMD im Bereich Grafikprozessoren stieg im vierten Quartal auf 33,7 %, gegenüber 29,5 % im Vorjahreszeitraum, wobei NVIDIA den Rest des Marktes auf sich vereinigt.

Dieses Wachstum von AMD scheint auf den ersten Blick überraschend, bietet das Unternehmen doch nur wenig attraktive Produkte. Aber ein genauerer Blick auf diesen Bereich erklärt, warum der Chiphersteller so große Fortschritte gemacht hat. Inzwischen ist bekannt, dass GPUs eine entscheidende Rolle beim Schürfen von Kryptowährungen spielen, was sich als großer Wachstumstreiber für AMD herausgestellt hat.

Tatsächlich schätzt Jon Peddie, dass Krypto-Miner im vergangenen Jahr mehr als drei Millionen Grafikprozessoren im Wert von 776 Millionen US-Dollar gekauft haben. AMD gilt als der größte Nutznießer dieser Nachfrage, da NVIDIA sich bewusst dafür entschieden hat, den Fokus auf Gamer zu verlagern. Die Preise für Grafikkarten schossen durch die Decke, da der größte Teil des Angebots auf die Krypto-Miner ausgerichtet war, so dass nur ein begrenztes Inventar für die Gamer übrig blieb.

So hat NVIDIA angeblich seinen Einzelhandelspartnern geraten, beim Verkauf von GPUs Gamern den Vorzug zu geben, indem die Anzahl der Einheiten, die gleichzeitig gekauft werden können, begrenzt wurde. Das dürfte diese Kunden zu AMD getrieben haben. Tatsächlich haben die Miner im dritten Quartal 2017 nach aktuellen Schätzungen zwischen 75 Millionen und 100 Millionen US-Dollar zum Umsatz des Unternehmens beigetragen.

Warum AMD noch Luft nach oben hat

Während NVIDIA die Interessen der Gaming-Community im Auge behielt, hat AMD im vergangenen Jahr mit speziellen Grafikprozessortreibern für das Mining reagiert. So hat das Unternehmen kürzlich angekündigt, dass es die Nachfrage nach Grafikprozessoren durch einen Produktionshochlauf erfüllen möchte.

Da AMD versucht, von dieser neuen Nachfrage zu profitieren, deuten die jüngsten Trends bei den GPU-Verkäufen darauf hin, dass die Dynamik zu den Gunsten des Unternehmens wirkt. Im letzten Quartal entfielen 51,7 % der Gesamtlieferungen auf GPUs im mittleren Preissegment — ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Anteil von 41,5 % im Vorjahreszeitraum.

Zum Vergleich: Der Umsatz mit High-End-Grafikprozessoren stieg im Jahresvergleich nur um 4,5 Prozentpunkte. Die größere Attraktivität von Midrange-Grafikkarten macht Sinn, wenn Top-Angebote wie AMDs RX Vega 64-Grafikkarte, die ursprünglich 500 US-Dollar kostete, für über 1.000 US-Dollar bei großen Einzelhändlern wie Newegg und Amazon verkauft werden. Das Gleiche gilt für NVIDIAs Vorzeigemodell GTX 1080 Ti – ursprünglich mit einem Preisschild von 700 US-Dollar, das jetzt für fast 1000 US-Dollar online verkauft wird.

Da AMD direkt für die Krypto-Miner produziert, indem es spezielle Treiber herstellt und keine Verkaufsbeschränkungen auferlegt, hat es die Möglichkeit, auch im weiteren Jahresverlauf Marktanteile zu gewinnen. Aber wird diese erhöhte Nachfrage auch anhalten?

Der Analyst Kay Van-Petersen, der den massiven Anstieg der Bitcoin-Preise im vergangenen Jahr richtig vorausgesagt hat, prognostiziert, dass es in diesem Jahr noch viel mehr Auftrieb geben wird. Wenn sich mehr Miner diesem digitalen Goldrausch anschließen, dürfte die gestiegene GPU-Nachfrage AMD den Weg ebnen, um noch weiter zu NVIDIA aufzuschließen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ein Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt Aktien und empfiehlt Amazon und Nvidia.

Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfasst und am 17.3.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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