MENU

Apple und die Blockchain?

Foto: The Motley Fool.

In einer Ecke haben wir Apple (WKN:865985), das größte börsennotierte Unternehmen in den USA nach Marktkapitalisierung. In den zuletzt berichteten vierteljährlichen Betriebsergebnissen erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 88,3 Milliarden US-Dollar, verkaufte 77,3 Millionen iPhones zu einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 796 US-Dollar, verbuchte 240 Millionen bezahlte Abonnements im App-Store und beendete das Quartal mit „nur“ 285 Milliarden US-Dollar in bar, wovon 269 Milliarden US-Dollar in Übersee gehalten werden. Apple ist zu Recht ein Tech-Gigant.

In der anderen Ecke haben wir die Blockchaintechnologie, die als das größte „nächste große Ding“ seit der Erfindung des Rades angepriesen wird. Die Blockchain bezeichnet den digitalen, verteilten und dezentralen Speicher, der für die transparente und unveränderliche Erfassung aller Transaktionen verantwortlich ist, ohne dass ein Mittelsmann, oft eine Bank, benötigt wird.

Am Anfang, als Bitcoin im Jahr 2009 auf den Markt kam, drehte sich die Begeisterung vor allem um die  Anwendungen für die Finanzdienstleistungsbranche. Es wurde angenommen, dass sie ein Mittel zur Verbesserung des Peer-to-Peer-Zahlungsprozesses sei, indem sie die Transaktionsgebühren infolge des Wegfalls des Zwischenhändlers (Banken) senkt und den Validierungs- und Abwicklungsprozess von Zahlungen im Vergleich zum derzeitigen Bankensystem drastisch beschleunigt. Aber die Blockchain ist viel mehr als das.

Es wird gerade untersucht, mit Hilfe der Blockchain Lieferketten effektiver zu kontrollieren und Ineffizienzen in der Logistik schneller aufzudecken. Darüber hinaus kann sie verwendet werden, um Krankenakten unveränderlich zu protokollieren, digitale IDs zu erstellen und als Plattform für Kundentreueprogramme für Einzelhändler zu fungieren, um nur einige der Anwendungsbereiche der Blockchain zu nennen.

Jetzt könnte sich das wertvollste Unternehmen der Welt mit der Blockchain zusammenschließen.

Apple und die Blockchain? Ja, das könnte was werden

Bereits am 7. Dezember 2017 wurde bekannt, dass Apple beim US-Patentamt eine Patentanmeldung für ein Zeitstempel-Verifikationssystem eingereicht hatte, das möglicherweise die Verwendung von der Blockchain vorsieht. Denke daran, dass Patentanmeldungen in der Regel 18 Monate nach ihrer Einreichung veröffentlicht werden, was bedeutet, dass Apple wahrscheinlich seit gut zwei Jahren, wenn nicht länger, an der Idee eines  Blockchain-basierten Zeitstempel-Verifikationssystems herumbastelt.

Laut der Einreichung würde Apple eine Multicheck-Architektur verwenden, die eine Public-Key-Infrastruktur und die Blockchain beinhaltet, um die Authentizität von Zeitstempeln zu überprüfen und sichere Elemente (SE) zu schützen, wie z. B. SIM-Karten oder MicroSD-Karten, die kritische Informationen enthalten könnten. Im dritten Szenario, das in der Einreichung beschrieben wird, steht:

Aufgrund des dezentralen Charakters wird eine versuchte Änderung der Blockchain  in Bezug auf den Zeitwert vom System erkannt. Im dritten Szenario wird ein böswillig veränderter Block in der Blockchain vom Gerät und von der SE nicht erkannt und somit wird ein falscher Zeitwert den Zustand der SE nicht verfälschen.

Einfach ausgedrückt, da die Blockchain-Transaktionen transparent und unveränderlich sind, würden betrügerische Handlungen, die von einer böswilligen Person oder einer Gruppe von Personen unternommen werden, allen Personen in diesem Netzwerk ersichtlich. Es würden auch unautorisierte Blöcke erzeugt werden, die nicht richtig erkannt werden, wodurch diese Blöcke ungültig werden und der richtige Zeitstempel neu authentifiziert wird.

Warum Zeitstempel?

Obwohl es eine Vielzahl von Gründen dafür geben könnte, die in der Patentanmeldung nicht erwähnt werden, weist die Anmeldung speziell darauf hin, wie globale Positionsbestimmungssysteme (GPS) und Netzwerke, die auf NTP (Network Time Protocol) angewiesen sind, von einem böswilligen Nutzer beeinflusst werden könnten, der darauf abzielt, einen Zeitstempel zu zerstören.

Zum Beispiel helfen NTP-Netzwerk-Zeitserver wahrscheinlich bei der Steuerung dieser grundlegenden Funktionen in modernen Unternehmen:

  • Netzwerkbeschleuniger: Diese Beschleuniger sind auf genaue Zeitstempel angewiesen, um die aktuellsten Daten zu ermitteln.
  • Datensicherungen: Ohne richtige Zeitstempelung kann die Sicherung von Daten unmöglich werden.
  • Eindringen in das Netzwerk: NTP-Server helfen bei der Identifizierung betrügerischer Angriffe, sodass Unternehmen feststellen können, welche Daten, wenn überhaupt, kompromittiert wurden.
  • Netzwerkverwaltungssysteme: Zeitstempel bieten Netzwerkadministratoren eine einfache Möglichkeit, Probleme zu lokalisieren und zu beheben.
  • Handelssysteme: Es versteht sich von selbst, dass elektronische Handelssysteme auf Uhren angewiesen sind.

Kurz gesagt, die Fähigkeit eines Hackers, Zeitstempeldaten zu ändern, könnte drastische Auswirkungen auf Unternehmen unterschiedlicher Größe haben.

Darüber hinaus kann sich diese Multicheck-Architektur mit der Blockchain auch für auslaufende Public-Key-Zertifikate lohnen, auch wenn dies in der Patentanmeldung nur flüchtig behandelt wird. Die Blockchain-Daten, die unveränderlich sind, würden diese Abläufe zu einem strittigen Punkt machen und sogenannte „zeitlose Garantien“ schaffen.

Es ist auch möglich, dass eine noch breitere Anwendung dieser Technologie die Verkäufer vor betrügerischen Angriffen schützen würde, aber das ist nur eine Vermutung meinerseits.

Apple ist nicht allein

Natürlich ist Apple bei weitem nicht der einzige Tech-Riese, der mit der Idee der Blockchain-Technologie „spielt“. Sowohl Microsoft (WKN:850747) als auch IBM (WKN:851399) waren die wichtigsten Befürworter der Technologie.

Letzten Monat kündigte Microsoft über einen Blog-Post an, dass das Unternehmen ein Problem angehen würde, dem sich mehr als 1 Milliarde Menschen weltweit gegenübersehen. Durch die Entwicklung Blockchain-basierter Identifikationssysteme soll dem Abhilfe geschaffen werden. In der Überzeugung, dass die Blockchain der beste Weg ist, um digitale IDs zu schützen und Einzelpersonen die Kontrolle über ihre eigenen digitalen Identitäten zu ermöglichen, entwickelt Microsoft ein dezentrales System, mit dem persönliche Zugangsdaten effizienter verifiziert werden können. Insbesondere würde dieses Blockchain-Projekt es Entwicklern erlauben, Anwendungen und Dienste anzupassen, was weniger persönliche Informationen eines Nutzers erfordern würde, um verarbeitet zu werden.

Mittlerweile hat IBM die Finger in ziemlich allem, was die Blockchain angeht. Im Oktober schloss sich das Unternehmen mit Stellar zusammen, um dessen digitale Tokens, die sogenannten Lumen, bei einer Blockchain im Südpazifik zu verwenden. Ein Dutzend großer Banken in der Region testen grenzüberschreitende Zahlungen über die Blockchain von IBM, wobei Lumen als Zwischenwährung verwendet wird.

Noch vor kurzem haben IBM und der Schifffahrtsriese A.P. Moller-Maersk die Absicht angekündigt, über ein Joint Venture eine eigene Gesellschaft zu gründen, um  Blockchain-basierte Lösungen für die Schifffahrt zu entwickeln. Das Duo geht davon aus, dass die Organisation als eigenständiges Start-up gut für die Innovation sein wird.

Kurz gesagt, die großen Technologieunternehmen beginnen damit, die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie zu nutzen. Die große Frage ist: Wird 2018 endlich das Jahr sein, in dem wir über den Proof of Concept hinaus und in die Praxis übergehen werden? Da Apple jetzt involviert ist, könnten wir uns einer Antwort annähern.

Das einfache Geheimnis, die besten Aktien zu kaufen

Wie Warren Buffett einmal sagte, musst du keinen IQ eines Genies haben, um ein großartiger Investor zu sein. Alles was du dafür brauchst ist einfache Mathematik, das Wissen auf welche Zahlen du schauen musst und etwas gesunden Menschenverstand. In unserem kostenlosen Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" teilen wir 15 Bilanzkennzahlen mit dir, mit Hilfe derer du die Aktien mit den besten Zukunftsaussichten identifizieren kannst. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu diesem Sonderbericht zu erhalten.

Teresa Kersten arbeitet bei LinkedIn und ist im Vorstand von Motley Fool. LinkedIn ist ein Tochterunternehmen von Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple, aber hat keine Positionen in den genannten Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt eine Shortposition auf IBM und besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 16.03.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool

Ich würde gerne E-Mails von euch zu Produktinformationen und –angeboten von The Fool und seinen Geschäftspartnern erhalten. Jede dieser E-Mail wird einen Link zum Abbestellen zukünftiger E-Mails beinhalten. Mehr Informationen dazu, wie The Fool persönliche Daten sammelt, speichert und handhabt finden sich in den Datenschutzhinweisen von The Fool.