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Freenet AG – nach dem Rutsch ein Kauf?

Foto: Getty Images

Vor knapp zwei Wochen hat die Freenet AG (WKN: A0Z2ZZ) ihre Zahlen für das vierte Quartal und die vorläufigen Gesamtzahlen für 2017 veröffentlicht. Die darauffolgende Reaktion am Markt war ziemlich heftig. Der Verlauf des Aktienkurses der letzten Tage lässt vermuten, dass die Zahlen eher schlecht ausgefallen sind. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Zahlen sind äußerst solide.

2017 war ein gutes Jahr für Freenet

Bevor wir darauf eingehen, wieso der Markt das Papier so abgestraft hat, werfen wir erstmal einen kurzen Blick auf die wichtigsten Punkte aus den aktuellen Zahlen:

Die waren eigentlich sehr solide. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg (ohne Sondereffekte) um 5,7 Millionen Euro auf 408 Millionen Euro und der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 4,3 % auf rund 3,5 Milliarden Euro. Auch der Free Cashflow ist um 1,3 Millionen Euro leicht auf 342,8 Millionen Euro angestiegen. Und selbst die Dividende soll um 5 Cent auf 1,65 Euro pro Aktie erhöht werden. Damit schüttet Freenet knapp 61,6 % des 2017 erwirtschafteten Free Cashflows aus. Alles in allem also recht ordentliche Zahlen, die den Kursverfall der letzten Tage so nicht erklären können.

Ausblick für 2018 und 2019 sehr zurückhaltend

Da es nicht an den Zahlen liegen kann, muss es am Ausblick für 2018 liegen, denn mehr als die Zahlen und der Ausblick lassen sich aus der Veröffentlichung von Freenet nicht herauslesen. Der Ausblick ist tatsächlich sehr konservativ formuliert: Freenet erwartet für 2018 ein Ergebnis auf dem Niveau von 2017, d. h. nur ein bescheidenes Wachstum des EBITDA auf 410 bis 430 Millionen Euro und einen Free Cashflow im Rahmen von 290 bis 310 Millionen Euro. Für 2019 wird dann wieder etwas mehr Wachstum in Aussicht gestellt.

Kaum Wachstum bei Mobilfunk-Kunden

Problematisch sind hier in meinen Augen vor allem die sehr geringen Wachstumsaussichten im Mobilfunkt-Segment. Lediglich 60.000 Neukunden konnten 2017 zu den bereits aus 2016 bestehenden 9,53 Millionen Kunden hinzu gewonnen werden. Auch für 2018 erwartet Freenet hier kein nennenswertes Wachstum mehr. Der Markt scheint gesättigt. Dieses Problem haben auch andere Mobilfunk-Unternehmen, z. B. war bei Telefónica (WKN: 850775) das Kundenwachstum im letzten Jahr sogar negativ. Bei Freenet werden allerdings in diesem Segment knapp 3,2 Milliarden Euro und damit rund 91 % an Umsatz erzielt.

Es wird zwar zurzeit sehr stark auf das Wachstum der TV- und Medien-Sparte gesetzt, allerdings lag hier der Umsatz im vergangenen Jahr bei knapp 295 Millionen Euro, was zurzeit nur 8,4 % des Gesamtumsatzes entspricht. Sollten die Kundenzahlen im wichtigen Mobilfunkgeschäft in nächster Zeit durch eine zunehmende Konkurrenz und damit steigenden Kostendruck rückläufig werden, wird es für Freenet schwer, den Verlust durch andere Unternehmensbereiche zu kompensieren.

Dem Markt war der Ausblick zu schlecht und das Risiko zu hoch, daraufhin ging die Aktie von Freenet auf Tauchstation und ist von fast 29 Euro auf mittlerweile 25,44 Euro (13.03.2018) gefallen. Damit ergibt sich bei einem erwarteten Gewinn pro Aktie in 2017 von 2,24 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11 und eine sehr ordentliche Dividendenrendite von fast 6,5 %. In meinen Augen bewegt sich die Aktie damit auf einem durchaus attraktiven Niveau. Potentielle Investoren sollten sich allerdings der Risiken bewusst sein und vor allem die Entwicklung des Mobilfunkgeschäfts von Freenet genau beobachten.

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David Ehlers besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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