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Netflix: 8 Milliarden US-Dollar für 700 TV-Shows und Filme

Foto: The Motley Fool.

Netflix (WKN:552484) produzierte bereits 2017 genug Inhalte, um für die Zeit von Januar bis Dezember 50 Milliarden Fernsehstunden zu erreichen. Aber das Unternehmen will 2018 noch mehr Inhalte veröffentlichen.

Um genau zu sein, plant Netflix, in diesem Jahr 700 TV-, Film- und Stand-up-Comedy-Projekte zu veröffentlichen. Das geht aus den Kommentaren hervor, die Netflix CFO David Wells am 27. Februar während der Morgan Stanley Technology, Media & Telecom Conference abgab.

Content ist entscheidend, wenn es um Abonnenten geht, weil die sich natürlich auf die Streamer mit den besten Inhalten zubewegen. Mit Amazon (WKN:906866), Apple und (demnächst) Disney (WKN:855686) auf den Fersen ist Netflix klug beraten, sein Angebot an Inhalten zu verbessern, um seine derzeitigen Abonnenten bei Laune zu halten und gleichzeitig neue Abonnenten anzulocken.

Netflix’ 8 Milliarden US-Dollar schweres Content-Budget rockt das Geschäft

Im Jahr 2018 erwartet Netflix, zwischen 7,5 und 8 Milliarden US-Dollar für Inhalte auszugeben, sagte Wells bei der jüngsten Telefonkonferenz. Dieses eindrucksvolle Budget wird für die Finanzierung von 700 Projekten verwendet, die Wells später auf der Morgan-Stanley-Konferenz im Februar enthüllte.

Von diesen 700 Projekten, so Wells, werden 80 nicht englischsprachige Originalinhalte sein, die auf internationale Märkte ausgerichtet sind. Dies wird Netflix helfen, in den weniger gesättigten Märkten außerhalb seines Heimatlandes weiter zu expandieren. Im letzten Quartal hat Netflix 6,36 Millionen internationale Abonnenten und 1,98 Millionen US-Abonnenten hinzugewonnen.

Netflix ist bereit, jedes Jahr Milliardenbeträge für sein Content-Budget bereitzustellen, da dies direkt zu mehr Abonnenten führt. „Es funktioniert, es treibt das Wachstum an“, sagte Wells vor seinem Publikum auf der Konferenz.

Netflix verblüffte einige der Investoren im Jahr 2016, als es 5 Milliarden US-Dollar für Inhalte ausgab und schätzte, dass sich diese Summe auf 6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 erhöhen würde. Da der Anstieg der Abonnentenzahlen anhält, sind die Anleger jedoch weniger geizig mit dem Content-Budget des Unternehmens. Mit 8,33 Millionen Neukunden im letzten Quartal erzielte Netflix sogar einen neuen Rekord.

Das Unternehmen beendete das Jahr 2017 mit 117,6 Millionen Abonnenten weltweit, aber Wells sagte, dass es immer noch mehr Nicht-Netflix-Abonnenten als Abonnenten weltweit gibt. Er bemerkte, dass es schätzungsweise 700 Millionen Breitbandnutzer auf der ganzen Welt (mit Ausnahme Chinas) gibt, was bedeutet, dass das Unternehmen noch eine Menge Potenzial hat, wenn es um das Kundenwachstum geht.

Netflix hat auch herausgefunden, dass Marketingausgaben unerlässlich sind, um die qualitativ hochwertigen Inhalte zu fördern, für die das Unternehmen jedes Jahr Milliardenbeträge bezahlt. In seiner Mitteilung an die Investoren im letzten Quartal gab Netflix bekannt, dass das Marketingbudget von etwa 1,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 auf etwa 2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 erhöht werden soll.

Die Inhaltsformel von Netflix erfordert kostspielige Talente

Neben beträchtlichen Content- und Marketingbudgets beinhaltet Netflix’ goldene Formel auch teuere Filmschaffende. Das Unternehmen hat herausgefunden, dass die Einstellung der besten Talente die Arbeit erleichtert. „Stellen Sie großartige Leute ein, geben Sie ihnen die Ressourcen, um großartige Inhalte zu erstellen, und gehen Sie einfach aus dem Weg“, beschrieb Ted Sarandos, Chief Content Officer von Netflix, die Content-Strategie des Unternehmens bei der letzten Telefonkonferenz.

Kürzlich unterzeichnete Netflix einen mehrjährigen Vertrag mit Ryan Murphy, der zuvor bei Twenty-First Century Fox war und hinter Hit-Shows wie Feud und American Horror Story steht. Murphy bekommt für seinen Fünf-Jahres-Vertrag mit Netflix atemberaubende 300 Millionen US-Dollar bezahlt, weil er „ein sehr erfolgreicher und produktiver Fernsehproduzent ist, der kommerziell große Erfolge hatte“, sagte Wells.

Deals dieses Umfangs sollen jedoch nicht die neue Norm sein. Wells sagte, dass Murphy eine Ausnahme sei, weil er eine Erfolgsbilanz vorweise, die beweise, dass er weiß, wie man Inhalte erstellt, die ein großes Publikum ansprechen. „Wir waren mit der Art der Inhalte, die er erstellt, zufrieden, da sie weltweit und nicht nur in den USA populär sind. Er schafft viel Kundenfreude, wie wir gerne sagen“, erklärt Wells.

Vor Murphy hatte Netflix einen Vertrag mit Shonda Rhimes unterzeichnet, angeblich im Wert von 100 Millionen US-Dollar. Die ehemalige Serienschöpferin ist bekannt für globale Hits wie Grey’s Anatomy und Scandal. Wells sagte, dass Netflix aus dem gleichen Grund bereit war, eine große Sache mit Rhimes zu machen: Sie hat die Erfolgsbilanz, die beweist, dass sie weiß, wie man Inhalte erstellt, die ein globales Publikum ansprechen.

Netflix hat auch mehrjährige Verträge mit Orange is the New Black-Schöpfer und GLOW-Executive Producer Jenji Kohan sowie mit Shawn Levy, dem Executive Producer von Stranger Things geschlossen. Es hat auch einige Talentwerbung betrieben. Im September betraute Netflix Melissa Cobb, Studioboss bei Oriental DreamWorks (einem Joint Venture von DreamWorks, einem Tochterunternehmen von Comcast), mit der Verantwortung für die Netflix-Serien und -Filme für Kinder und Familien.

Während die Ausgaben von 8 Milliarden US-Dollar für Inhalte oder 300 Millionen US-Dollar für einen Dreijahresvertrag im Moment vielleicht noch übertrieben erscheinen mögen, wird das in einem Jahr nicht mehr so sein, wenn Disney seine Inhalte von Netflix abziehen und seine eigene konkurrierende Streaming-Site starten wird. Netflix hat bereits eine Reihe von Konkurrenten, aber Disney ist vielleicht der bisher größte mit seinem Blockbuster-Filmgeschäft, seinem umfangreichen geistigen Eigentum und der bevorstehenden Übernahme von Twenty-First Century Fox.

Netflix unternimmt einige große Schritte, um dem zunehmenden Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein. Das ist eine gute Sache, denn wie wir erfahren haben, als Amazon im Juni letzten Jahres Whole Foods gekauft hat, geht es manchmal sehr schnell, bis ein Underdog plötzlich an die Spitze kommt.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ein Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon, Apple, Netflix und Walt Disney. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt Comcast.

Dieser Artikel von Natalie Walters erschien am 11.3.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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