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3 langfristige Vorteile der Kreditkartenpartnerschaften von PayPal

Foto: PayPal.

PayPal (WKN:A14R7U) begann im Jahr 2016, mit Kreditkarten-Zahlungsnetzwerken und
-Emittenten Partnerschaftsverträge abzuschließen. Das begann mit Visa und erweiterte sich schnell auf Mastercard, Discover Financial, JPMorganChase, Citigroup und viele andere.

Der Knackpunkt dabei war, dass PayPal aufhören würde, Zahlungen von den Bankkonten der Nutzer oder bestehende Guthaben über eine Debit- oder Kreditkarte zu bewerben. Im Gegenzug würde PayPal einen Rabatt auf die Bearbeitungsgebühren und den Zugang zu ihren Token-Systemen erhalten, die kontaktlose Zahlungen in Geschäften ermöglichen.

Die Anleger waren mit diesen Bedingungen nicht sehr zufrieden, da PayPal einen viel höheren Prozentsatz der Zahlungen direkt von Bankkonten aus tätigt als mit Kreditkarten. Aber PayPal hat mehr Vorteile in diesen Verträgen gesehen, als nur ein paar Basispunkte bei den Bearbeitungsgebühren für die Kreditkartenabwicklung einzusparen.

Einfacherer Anmeldeprozess

Vor etwa zwei Jahren verlor PayPal laut CEO Dan Schulman etwa 1 Million Kunden pro Monat, weil der Onboarding-Prozess für Neukunden zu aufwendig war. Nutzer mussten bei PayPal eine Debit- oder Kreditkarte angeben und PayPal fragte sie auch nach einem Bankkonto und versuchte, sie dazu zu bringen, sich bei PayPal Credit anzumelden.

Die Vereinbarungen mit den Kreditkartenunternehmen verhindern nun, dass PayPal die Nutzer weiter dazu anregt, ihr Bankkonto auf diese Weise zu verlinken. Dadurch wird der Anmeldeprozess bei PayPal erheblich vereinfacht.

Und das hat sich in einer Beschleunigung des Wachstums von Netto-Neukunden ausgezahlt, die im vierten Quartal um 61 % auf 8,7 Millionen gestiegen sind. Die Gesamtzahl der aktiven Kunden stieg im Jahr 2017 um 29 Millionen oder 15 %, verglichen mit 18 Millionen oder 10 % Wachstum im Jahr 2016.

Partner, die für PayPal werben

Eines der Hauptmerkmale der PayPal-Vereinbarungen mit Kreditkartenunternehmen ist, dass Kunden für ihre Standardzahlungen nun eine Kreditkarte nutzen können – und da PayPal jährlich Hunderte von Milliarden an Zahlungsvolumen abwickelt, wollen Kreditkartenunternehmen diese Standardzahlungsoption in den PayPal-Konten der Kunden kontrollieren.

So begannen viele Kreditkartenherausgeber damit, ihre Kunden zu motivieren, ihre Kreditkarte zu PayPal hinzuzufügen. Kreditkartenunternehmen begannen auch damit, Kunden die Möglichkeit zu geben, ihre Bonuspunkte über PayPal einzulösen, um die weitere Nutzung von PayPal (und der Standardkreditkarte) zu fördern.

Da der mobile Handel (sowohl online als auch im Geschäft) weiter wächst, könnten Kreditkartenaussteller es effizienter finden, ihre Kunden dazu zu bringen, ihre Karten in PayPal zu verlinken, als sie dazu zu bringen, eine weitere App herunterzuladen, um ihre Kreditkarte zu benutzen. Denn PayPal hat eine viel höhere Konversionsrate auf dem Handy – 87 % verglichen mit dem Branchendurchschnitt von 44 %. Es liegt also im Interesse der Emittenten, ihre Kunden dazu zu bringen, PayPal zu nutzen.

Steigendes Engagement

Ein weiterer großer Vorteil ist die Zunahme des Engagements unter den PayPal-Nutzern. Da PayPal mehr Standardzahlungsoptionen hat, nahm auch die Zahl der Transaktionen auf seiner Plattform zu.

Die neuen Nutzer, die PayPal an Bord bringt, nutzen die Plattform häufiger als die Kunden, die schon länger dabei sind. Insgesamt stiegen die Transaktionen pro Konto im Jahr 2017 um 8 %, was eine Verlangsamung gegenüber dem 13-prozentigen Wachstum von PayPal im Jahr 2016 darstellt. Schulman geht davon aus, dass die Beschleunigung des Nutzerwachstums mit einer Beschleunigung der Transaktionen pro Kunde einhergehen wird, sobald sich die Trends durchsetzen.

Langfristig glaubt Schulman, dass PayPal ein bis zwei Transaktionen pro Woche und Kunde erreichen kann. Derzeit liegt der Durchschnitt bei weniger als einer Transaktion alle 10 Tage – 33,6 pro Jahr. Es gibt also viel Platz zum Wachsen.

Der Einfluss auf die Take-Rate

Die größte Sorge bei den Verträgen mit Kreditkartenunternehmen ist, dass PayPals Take-Rate – der Prozentsatz des Zahlungsvolumens, den das Unternehmen als Nettoeinnahmen erhält – stark fallen würde, da mehr Nutzer sich für Kreditkarten entscheiden.

Während die Take-Rate von PayPal im Jahr 2017 um 15 Basispunkte auf 2,53 % zurückging, erklärt PayPal, dass dies größtenteils auf eine Zunahme der Peer-to-Peer-Zahlungen zurückzuführen ist, die durch das anhaltende Wachstum von Venmo getrieben wurde. PayPal nimmt keine Kürzung der meisten Peer-to-Peer-Zahlungen vor. Es ist erwähnenswert, dass die Take-Rate von PayPal schon deutlich zurückgegangen ist, bevor PayPal mit Kreditkartenunternehmen Geschäfte machte, und der Rückgang im Jahr 2017 stimmt mit den Vorjahren überein. Insgesamt hatte dies also nur minimale Auswirkungen auf die Gewinnmarge von PayPal.

PayPal hat viele Vorteile aus den Partnerschaften gezogen, und das praktisch kostenlos. Es hat noch nicht wirklich die Fähigkeit, sichere Zahlungen im Laden anzubieten, aber Schulman sagt, dass das kommen wird. Die Investoren mögen zunächst mit den Partnerschaftsverträgen unzufrieden gewesen sein, aber dieses langfristige Handeln hat sich bisher sehr für PayPal ausgezahlt.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Mastercard, PayPal Holdings und Visa.

Dieser Artikel von Adam Levy erschien am 11.3.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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