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3 Gründe, warum Amazon ein stärkeres Wachstum vor sich hat

Foto: The Motley Fool.

Gerade als das Umsatzwachstum von Amazon.com (WKN:906866) so aussah, als könnte es nicht beeindruckender werden, wurde es das. Nachdem das Unternehmen seine Investoren im dritten Quartal mit einer Umsatzsteigerung von 34 % gegenüber dem Vorjahr überrascht hatte, beschleunigte sich das Wachstum im vierten Quartal nochmals. Der Umsatz im vierten Quartal stieg im Vergleich zum Vorjahr um 38 % auf 60,5 Milliarden US-Dollar und lag damit am oberen Ende der Amazon-Prognose für den Umsatz im vierten Quartal zwischen 56 und 60,5 Milliarden US-Dollar.

Kann Amazons Wachstumsphase auch 2018 andauern?

Wenn ja, wie viel größer kann ein Unternehmen, das bereits 178 Milliarden US-Dollar an Jahreseinnahmen erwirtschaftet, noch werden? Während die Wachstumsraten, die Amazon in den letzten Quartalen erzielen konnte, wahrscheinlich nicht mehr lange anhalten werden, sollten die Anleger in diesem Jahr dennoch mit einem beeindruckenden Wachstum des E-Commerce- und Cloud-Computing-Giganten rechnen.

Hier sind drei Gründe, warum Amazons Geschäft noch viel Luft nach oben hat.

1. Amazons Ausblick für das erste Quartal war atemberaubend

Amazons Ausblick für den Umsatz im ersten Quartal war enorm. Das Management sagte, es erwarte in diesem Zeitraum Einnahmen zwischen 47,75 und 50,75 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 34 % bis 42 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Würde das obere Ende dieser Bandbreite erreicht, würde das eine weitere Beschleunigung des ohnehin schon beachtlichen Umsatzwachstums von Amazon bedeuten.

Es gibt zwei gute Gründe, warum die Investoren der Prognose von Amazon bedeutendes Gewicht beimessen sollten.

  1. Amazons Prognosen sind normalerweise konservativ. So lag der Umsatz in allen vier Quartalen des Jahres 2017 entweder am oberen Ende der Ausblicksspanne des Managements, entsprach dem oberen Ende der Spanne oder übertraf diese vollständig.
  2. Der Ausblick des Managements ist fundiert. Bei Vorlage des am 1. Februar veröffentlichten Ergebnisberichts für das vierte Quartal verfügte das Management bereits über mehr als einen Monat an Daten aus dem ersten Quartal, als es eine Prognose für den Berichtszeitraum abgab.

Auch hier sollten die Anleger nicht erwarten, dass Amazon solch außerordentliche Wachstumsraten aufrechterhalten wird. Aber es ist bemerkenswert, dass es anscheinend eine gute Chance gibt, dass das Umsatzwachstum von Amazon mindestens noch einmal beschleunigt werden kann. Dieser beachtliche Start in das Jahr 2018 würde Amazon auf den besten Weg zu einem weiteren Jahr soliden Umsatzwachstums bringen und verdeutlicht den starken Rückenwind des Unternehmens.

2. Amazon Web Services bleibt ein bedeutender Kurstreiber

Amazons wichtigster Kurstreiber ‒ Amazon Web Services (AWS) ‒ wächst weiterhin schneller als die Verkäufe im E-Commerce. Das Cloud-Computing-Geschäft verzeichnete im vierten Quartal einen Umsatzanstieg von 45 % gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht einem Zuwachs von 42 % im dritten Quartal.

Da AWS im Jahr 2017 9,8 % des Gesamtumsatzes von Amazon gegenüber 9 % im Jahr 2016 ausmachte, hat dieses schnell wachsende Geschäft einen zunehmenden Einfluss auf das Gesamtergebnis von Amazon ‒ und dieser Trend sollte sich fortsetzen.

Wenn man sich die Umsatzentwicklung von AWS anschaut, neigt man vermutlich dazu, die wachsende Bedeutung des Segments für Amazon drastisch zu unterschätzen. Das beste Maß dafür, wie sich AWS auf den Wachstumskurs von Amazon auswirkt, ist das Wachstum des operativen Ergebnisses des Segments. Im Jahr 2017 betrug das operative Ergebnis von AWS 4,3 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 3,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016. Damit wurde das Betriebsergebnis 2017 in den beiden anderen Segmenten von Amazon deutlich übertroffen. Der Umsatz in Nordamerika belief sich 2017 auf 2,8 Milliarden US-Dollar und das internationale Vertriebssegment von Amazon verzeichnete einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden US-Dollar.

AWS, das als das Cash-Cow-Segment von Amazon fungiert, wird wahrscheinlich eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, Amazon beim Wachstum seines Endergebnisses im Jahr 2018 und darüber hinaus zu unterstützen.

3. Das Nordamerika-Geschäft von Amazon wächst weiterhin erfreulich

Obwohl AWS der wichtigste Wachstumstreiber von Amazon ist, gibt es auch im Kernmarkt von Amazon für den Vertrieb in Nordamerika immer noch Wachstumspotenzial. Der Umsatz des Segments lag im vierten Quartal um 42 % über dem Vorjahresniveau. Die Wachstumsrate übertraf das Wachstum des internationalen Amazon-Vertriebssegments im Quartalsvergleich um 29 %.

Mit einem Anteil von rund 60 % am Konzernumsatz untermauert das starke Wachstum des größten Segments von Amazon die Wachstumsaussichten des Unternehmens.

Angesichts der optimistischen Prognosen des Managements für das erste Quartal und der starken Wachstumstendenzen in AWS und dem nordamerikanischen Kernmarkt von Amazon bleibt der Wachstumskurs des Unternehmens bestehen. Sicherlich wird sich das Umsatzwachstum im Jahresvergleich auf moderatere Niveaus unter 20 % verlangsamen, aber 2018 wird wahrscheinlich nicht das Jahr sein, in dem dies geschieht.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon. 

Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfassst und am 12.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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