MENU

Genomic Health am Wendepunkt

Foto: The Motley Fool.

Genomic Health (WKN:A0F6J5) schaffte es, sein zehntes Quartal in Folge mit verbesserten Gewinnen zu verbuchen, aber noch wichtiger ist, dass der Krebstesthersteller an einem Wendepunkt zu sein scheint, an dem sich das Umsatzwachstum beschleunigen wird, was zu einer deutlichen Steigerung des Endergebnisses beiträgt.

Genomic Health Ergebnisse: Die rohen Zahlen

Kennzahl Q4 2017 Q4 2016 Veränderung im Jahresvergleich
Umsatzerlöse 87,5 Millionen US-Dollar 82,7 Millionen US-Dollar 5,7 %
operative Einnahmen 2,15 Millionen US-Dollar 1,49 Millionen US-Dollar 44 %
Gewinn pro Aktie 0,05 US-Dollar 0,04 US-Dollar 25 %

DATENQUELLE: GENOMIC HEALTH

Was geschah mit Genomic Health in diesem Quartal?

  • Genomic Health lieferte im Laufe des Quartals mehr als 31.990 Onkotyp-Tests, was einem Anstieg von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
  • Der Prostatakrebstest setzte seinen soliden Start fort, mit einem Wachstum beim Testvolumen von 33 % und einem Umsatzwachstum von 39 %, da das Unternehmen jetzt höhere Erstattungen bekommt. Genomic Health schätzt, dass es etwa 20% des gesamten Prostatakrebsmarktes erreicht hat und der führende Anbieter für Patienten mit niedrigem und mittlerem Prostatakrebsrisiko ist.
  • Trotz des starken Wachstums, trugen die Einnahmen aus Prostatakrebstests nur 5 Million US-Dollar im Quartal bei, was also nicht besonders viel ausmacht. Neue Richtlinien, die durch das National Comprehensive Cancer Network veröffentlicht werden, sehen die molekulare Prüfung für Männer mit niedrigem Prostatakrebsrisiko als eine Möglichkeiten,  den Gesamtmarkt für Prostatakrebstests zu vergrößern.
  • Das Management gab die Zahlen des vierten Quartals für den US-Brustkrebstest nicht gesondert an, die den Großteil des Umsatzes ausmachten, stellte aber fest, dass das vierte Quartal das stärkste Quartal für das Wachstum war — und das in einem Jahr, in dem das Brustkrebstestvolumen um 3 % stieg.
  • International stieg der Umsatz im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 14 %, was einem Zuwachs von 13,7 Millionen US-Dollar entspricht. Das Testvolumen stieg nur um 3 %, was aber vor allem auf die Entscheidung zurückzuführen ist, in Deutschland eine Erstattung zu verlangen. Ohne Deutschland stieg das internationale Testvolumen um 10 %.
  • Skaleneffekte halfen dabei, mehr von den zusätzlichen Einnahmen in Gewinne umzuwandeln, so dass das Endergebnis schneller wachsen konnte als die Einnahmen.
  • Das Unternehmen schloss am Ende des Jahres ein paar Deals ab: eine mehrjährige Forschungskooperation mit Johnson & Johnson’s (WKN:853260) Janssen Pharmaceuticals, um den Oncotype DX GPS-Test mit Johnson & Johnson’s Prostatakrebs-Medikamenten-Pipeline zu testen, und eine Lizenzvereinbarung mit Cleveland Diagnostics, um einen High-PSA-Reflex-Test zur Verbesserung der Diagnose von Prostatakrebs zu entwickeln und zu vermarkten.
  • In diesem Quartal startete das Unternehmen den Oncotype DX AR-V7 Nucleus Detect, einen flüssigen Biopsie-Test, mit dem Ärzte die beste Behandlung für Patienten mit metastasierendem kastrationsresistentem Prostatakrebs auswählen können.
  • Genomic Health beschloss, die Entwicklung des Oncotype SEQ Liquid Select-Tests und anderer Tests, die auf Sequenzierpanels der nächsten Generation basieren, einzustellen, was zu einer Belastung von 10 Millionen US-Dollar im ersten Quartal führen wird. Obwohl das eindeutig enttäuschend ist, sieht Genomic Health eine größere Chance, seine aktuellen Tests auf die Idylla-Plattform der Biocartis Gruppe zu übertragen, die bei zukünftigem Wachstum helfen soll – insbesondere international, wo es einfacher ist, eine Rückerstattung für das System von Biocartis zu erhalten.

Was das Management zu sagen hatte

Kim Popovits, Chairman, CEO und President von Genomic Health, verwies auf drei Wachstumsquellen im (bisher eher stagnierenden) US-Markt für invasive Brustkrebsdiagnostik:

In unserem Kerngebiet, den USA, in dem wir eine Marktdurchdringung von 60 % haben, hatten wir drei wichtige Wachstumstreiber, die uns in die Lage versetzen, eine höhere Auslastung und höhere Einnahmen zu erzielen, einschließlich der kürzlich erfolgten Einführung von AJCC [siehe unten]-Kriterien für Brustkrebs, die Oncotype DX spezifisch benannt haben; PAMA[siehe unten] mit der marktbasierten Preisgestaltung, die mehr als 10 % mehr als eine Erhöhung unserer Medicare-Rate oder geschätzte 6 bis 8 Millionen US-Dollar Umsatz im Jahr 2018 darstellt; das wichtigste ist wahrscheinlich die erwartete kurzfristige Auslesung der TAILORx-Zwischenergebnisse.

Für die, die ihre Akronym-Bingo-Karten zu Hause ausfüllen:

AJCC: American Joint Committee on Cancer, eine Gruppe, die Ärzte berät, wie man feststellen kann, in welchem Stadium sich ein Tumor befindet. AJCC empfiehlt die Verwendung von Oncotype DX als einen der Tests zur Bestimmung des Behandlungsverlaufs.

PAMA: Protecting Access to Medicare Act, ein Gesetz, das den Medicare-Erstattungssatz von Genomic Health erhöhen wird.

TAILORx: Trial Assigning IndividuaLized Options for Treatment (Rx), eine klinische Studie, die molekulares Profiling testet, um den besten Behandlungsplan für Brustkrebspatientinnen zu bestimmen.
Dazu fügte Popovits hinzu:

Mit TAILORx bei Patienten mit Rezidivwerten unter 11 sahen wir einen Anstieg von 5 % bei den Tests. Wir gehen davon aus, dass die Ergebnisse für Patienten mit Rezidiv-Scores von 11 bis 25 von den Prüfärzten in der ersten Hälfte des Jahres gemeldet werden.

Der Blick in die Zukunft

Unter der Annahme, dass alles im US-Brustkrebsmarkt richtig läuft, geht das Management davon aus, dass der Umsatz in diesem Jahr um 10 % bis 15 % steigen wird. Dazu gehört aber auch ein neuer Rechnungslegungsstandard ASC 606, der den Umsatz um ca. 2,5 % reduziert, aber keine Auswirkungen auf das Ergebnis hat.

Unterm Strich wird erwartet, dass der bereinigte Nettogewinn im Bereich von 14 bis 20 Mio. US-Dollar liegen wird, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem bereinigten Nettogewinn von 0,4 Mio. US-Dollar im Vorjahr bedeutet.

Ist Johnson & Johnson es wert zu kaufen?

Wenn du in ein Unternehmen wie Johnson & Johnson investierst, dann solltest du besser die Zahlen verstehen und was sie dir sagen. Im Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" von The Motley Fool hat Analyst Bernd Schmid, 15 der wichtigsten Bilanzkennzahlen identifiziert, die du benötigst um herauszufinden, ob Johnson & Johnson wirklich gut aufgestellt ist oder ob das Unternehmen dabei ist, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Klick einfach hier, um diesen kostenlosen Bericht zu erhalten.

The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Genomic Health und Johnson & Johnson.

Dieser Artikel wurde von Brian Orelli auf Englisch verfasst und am 12.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool

Ich würde gerne E-Mails von euch zu Produktinformationen und –angeboten von The Fool und seinen Geschäftspartnern erhalten. Jede dieser E-Mail wird einen Link zum Abbestellen zukünftiger E-Mails beinhalten. Mehr Informationen dazu, wie The Fool persönliche Daten sammelt, speichert und handhabt finden sich in den Datenschutzhinweisen von The Fool.