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Ein Kryptocrash könnte AMD sehr weh tun

Foto: The Motley Fool.

2017 war ein Comeback-Jahr für Advanced Micro Devices (WKN:863186). Dank der Einführung neuer CPUs und GPUs stieg der Umsatz um 25 % und das Unternehmen erzielte erstmals seit 2011 wieder einen Jahresgewinn. Die Aktie brach dann um mehr als 9 % ein, aber das kam nach einem Anstieg von fast 300 % im Jahr 2016.

Der Erfolg von AMD im vergangenen Jahr wurde unter anderem durch die Manie um die Kryptowährungen getrieben. Das Interesse am Krypto-Mining führte zu einer verstärkten Nachfrage nach Grafikkarten, was die Preise in die Höhe trieb und einen erheblichen Rückenwind für das Grafikgeschäft von AMD mit sich brachte. Ein kurzer Blick auf Newegg.com zeigt AMDs RX Vega 56 Grafikkarte mit einem UVP von 399 US-Dollar, die für bis zu 1.000 US-Dollar verkauft wird.

Das sind alles gute Nachrichten für AMD – zumindest für den Moment. Aber da ein großer Teil des Wachstums von AMD im vergangenen Jahr an die Kryptowährungen gebunden war, könnte ein Absturz an den Kryptowährungsmärkten den Turnaround von AMD zunichte machen.

Ein großes Risiko

Im jüngsten Jahresbericht von AMD, der am 27. Februar bei der SEC eingereicht wurde, erörterte das Unternehmen die Risiken, die mit Krypto-Währungen verbunden sind. Im Abschnitt „Risikofaktoren“ der Anmeldung hatte AMD dies zu sagen:

Darüber hinaus verzeichnet der GPU-Markt eine erhöhte Nachfrage aufgrund des Krypto-Minings. So wurde unser GPU-Umsatz zum Teil durch ein erhöhtes Interesse am Krypto-Mining angetrieben. Der Krypto-Währungsmarkt ist instabil und die Nachfrage könnte sich schnell ändern. … Sollte es uns nicht gelingen, die Risiken aus einem Rückgang der Nachfrage  zu bewältigen, könnte unser GPU-Geschäft erheblich beeinträchtigt werden.

Wie stark würde sich ein Kryptocrash auf die Ergebnisse von AMD auswirken? Auf eine Frage während der Telefonkonferenz zum vierten Quartal antwortete CEO Lisa Su, dass der Umsatz mit Krypto-Währungen einen mittleren einstelligen Prozentsatz des Jahresumsatzes des Unternehmens ausmachte. Mit einem Umsatz von 5,33 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 liegt der Umsatz mit Krypto-Währungen irgendwo in der Größenordnung von 260 Millionen US-Dollar.

Jon Peddie Research, das die GPU-Umsätze jedes Quartal verfolgt, hat kürzlich seinen Bericht für das vierte Quartal veröffentlicht. Jon Peddie schätzte die Gesamtumsätze von GPUs an Krypto-Miner im Jahr 2017 auf 776 Millionen US-Dollar und fügte hinzu, dass AMD der primäre Nutznießer war. Wenn man davon ausgeht, dass AMD zwei Drittel dieser Umsätze erzielt hat, würde der Umsatz mit Krypto-Währungen näher bei 500 Millionen US-Dollar für das Unternehmen liegen.

Wenn diese 500-Millionen US-Dollar in der Nähe des realen Betrags liegen, dann stammt fast die Hälfte des Umsatzwachstums von AMD im Jahr 2017 aus kryptowährungsbezogenen Verkäufen. Wenn die Nachfrage von Krypto-Minern nachlassen würde, würde AMD einen erheblichen Umsatzeinbruch erleiden.

Wann wird die Blase platzen?

Die Manie um die Krypto-Währungen wird nicht ewig anhalten. Man kann nicht genau sagen, wie oder wann die Blase platzen wird. Das könnte noch Jahre so weitergehen. In diesem Fall würde AMD weiterhin davon profitieren, GPUs an den Kryptowährungsmarkt zu verkaufen.

Aber es könnte auch jederzeit enden. Laut Su, erhöht AMD seine Produktion von GPUs in dem Bestreben, mit der Nachfrage Schritt zu halten. Das ist eine Strategie, die funktioniert, bis sie es nicht mehr tut, da so viel von dieser Nachfrage spurlos verschwinden könnte.

AMD verfügt über weitere Produkte, die das Wachstum antreiben könnten, darunter die Ryzen PC-CPUs und die EPYC Server-CPUs, die das Unternehmen im Vergleich zur vorherigen Produktgeneration in eine erheblich verbesserte Wettbewerbsposition gebracht haben. Aber das reicht vielleicht nicht aus, um die sinkende Nachfrage nach Grafikkarten im Falle eines Kryptocrashes vollständig auszugleichen.

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The Motley Fool besitzt keiner der genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Timothy Green auf Englisch verfasst und am 06.3.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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