MENU

10 Dinge, die du über Aurora Cannabis wissen solltest

Foto: Getty Images

Nein, deine Augen täuschen dich nicht; die Marihuana-Industrie ist im Moment einfach unaufhaltsam. Nach neu veröffentlichten Schätzungen von ArcView Market Research in Zusammenarbeit mit BDS Analytics wird der Umsatz mit legalem Cannabis in Nordamerika zwischen 2018 und 2021 um durchschnittlich 28 % pro Jahr steigen. Wenn das stimmt, könnten wir in wenigen Jahren von einem Jahresumsatz von fast 25 Milliarden US-Dollar sprechen.

Es hat auch eine merkliche Veränderung in der Art und Weise gegeben, wie die Öffentlichkeit Pot betrachtet, zumindest in den Vereinigten Staaten. Im Jahr 1995 fand Gallup heraus, dass lediglich 25 % der Befragten eine nationale Legalisierung des Medikaments befürworteten. Bis zum Oktober letzten Jahres stieg die Zustimmung jedoch auf 64 %. Es überrascht nicht, dass seit 1995 29 Staaten Cannabis in irgendeiner Form legalisiert haben.

Natürlich sind nicht die USA, sondern Kanada das Musterbeispiel für den Erfolg in diesem Bereich. Eine Schedule-I-Klassifikation für Cannabis in den USA stellt sicher, dass die amerikanischen Pot-Aktien sich nicht gut entwickeln. In der Zwischenzeit legalisierte Kanada bereits 2001 medizinisches Marihuana und sieht zu, dass es in diesem Sommer die Legalisierung von Freizeit-Cannabis vornimmt. Grünes Licht für Cannabis könnte für die kanadische Cannabis-Industrie einen zusätzlichen Jahresumsatz von 5 Milliarden US-Dollar oder mehr bedeuten.

Alles Wissenswerte über Aurora Cannabis

Vielleicht hat kein Unternehmen in den letzten Monaten mehr Begeisterung in der kanadischen Marihuana-Industrie hervorgerufen als Aurora Cannabis (WKN:A12GS7). Als zweitgrößte Potaktie macht Aurora Canopy Growth (WKN:A140QA) ordentlich Konkurrenz. Das Unternehmen hat nämlich knapp 1.750 %  in den letzten zwei Jahren bis zum 5. März 2018 zugelegt. Hier sind 10 Dinge, die man wissen sollte, bevor man investiert.

1. Es hat sich schneller entwickelt als seine Konkurrenten

Zunächst einmal ist es Aurora Cannabis gelungen, die bestehende Produktion schneller zu steigern als die Konkurrenten. Obwohl es so etwas wie ein Wettlauf um den Bau von möglichst vielen Gewächshäusern in Erwartung der Legalisierung in diesem Sommer gibt, hat Aurora nur fünf Quartale gebraucht, um von null auf 650 Kilogramm Cannabis pro Quartal zu kommen. In der Zwischenzeit haben Canopy Growth und Aphria (WKN:A12HM0) jeweils neun Quartale und 13 Quartale gebraucht, um 650 Kilogramm im Lizenzverkauf zu erreichen.

2. Es wird wahrscheinlich ein erstklassiger Produzent sein

Aurora Cannabis scheint sich vorerst als Top-3-Produzent in Bezug auf die Jahreskapazität positioniert zu haben. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartet Aurora zwischen 240.000 Kilogramm und 270.000 Kilogramm Jahresproduktion. Dies wird von der Anlage Aurora Sky, die mehr als 100.000 Kilogramm Cannabis pro Jahr produzieren soll (Fertigstellung Mitte 2018), sowie von der Partnerschaft mit Alfred Pedersen & Son in Dänemark kommen. Die größte Anbaustätte in Europa, bekannt als Aurora Nordic, soll mindestens 120.000 Kilogramm pro Jahr ernten.

Die einzigen Konkurrenten scheinen Aphria zu sein, das  ungefähr 230.000 Kilogramm pro Jahr erwartet, und Canopy Growth, das keinen Ausblick gegeben hat, aber bereits über eine Kapazität von 665.000 Quadratfuß verfügt und derzeit Gewächshäuser mit 3,4 Millionen Quadratfuß baut oder entwickelt.

3. Die größte Marihuana-Übernahme der Geschichte

Aurora Cannabis ist auch dabei, die größte Marihuana-Ünernahme aller Zeiten für 852 Millionen US-Dollar von  CanniMed Therapeutics abzuschließen. Obwohl die ersten Gespräche zwischen beiden Gremien nicht erfolggekrönt waren, gab CanniMed nach, nachdem Aurora eine riesige Prämie angeboten hatte, die über dem Niveau lag, auf dem CanniMed Mitte November gehandelt worden war. Die Transaktion wird 20.000 neue medizinische Patienten unter die Fittiche von Aurora bringen und die Kapazität um 19.000 Kilogramm pro Jahr erhöhen.

4. Partnerschaften sind ausschlaggebend für die horizontale und vertikale Expansion

Abgesehen von der monströsen Übernahme hat Aurora  keine Scheu davor gehabt, strategische Beziehungen und Partnerschaften einzugehen, um seine Produktpalette zu erweitern oder den Vertrieb seines Produkts zu unterstützen.

Beispielsweise ist das Unternehmen mit Namaste Technologies, einem Entwickler und Händler von Zerstäubern für den Cannabismarkt, sowie dem Eigentümer der Telemedizinplattform NamasteMD verbunden. Im Rahmen einer im Januar unterzeichneten Vereinbarung wird Namaste CanvasRX, das sich zu 100 % im Besitz von Aurora befindet, eine angepasste Version von Namaste’s Patienten-Akquisetool NamasteMD zur Verfügung stellen.

6. Die Investitionen haben enorme Renditen erbracht

Eine wenig bekannte Tatsache über Aurora Cannabis ist, dass die strategischen Investitionen von Aurora Cannabis zu massiven Erträgen geführt haben. In einer Präsentation im Januar 2018 gab das Unternehmen bekannt, dass seine Investitionen in Cann Group, Radient Technologies und Hempco Food and Fiber einen Rendite von 330 % erbracht haben! Der Wert dieser Investitionen lag im Januar bei etwa 134 Millionen US-Dollar, was dem Unternehmen eine adäquate Reservequelle für Kapital zur Verfügung stellt, falls dies nötig werden sollte.

7. Es ist gut kapitalisiert

Die Anleger sollten sich darüber im Klaren sein, dass Aurora Cannabis über eine ganze Menge Bargeld verfügt. Es beendete sein zweites Quartal mit 279 Millionen US-Dollar in liquiden Mitteln; allerdings wurden dabei zwei riesige Positionen nach Quartalsende nicht berücksichtigt. Das Unternehmen verdiente 159 Millionen brutto mit dem Verkauf von umwandelbaren Schuldverschreibungen am 11. Januar und dann nochmal 91 Million US-Dollar am 7. Februar über Aktienoptionen. Insgesamt kann Aurora über 500 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln verfügen.

8. Bought-Deal-Angebote sind die Hauptkapitalquelle

Leider ist das einzige reale Mittel des Unternehmens, Kapital zu generieren, um seine Geschäftstätigkeiten zu erweitern und seine Übernahmen zu finanzieren, im Moment Buy-Deal-Angebote auszugeben. Ein Buy-Deal-Angebot umfasst den Verkauf von Stammaktien, Schuldverschreibungen, Optionsscheinen und/oder Optionen an ein Institut oder einen Anleger vor der Veröffentlichung eines Prospekts. Obwohl Aurora keine Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung hatte, hat sich die Anzahl der ausstehenden Aktien seit Ende des Geschäftsjahres 2014 um mehr als 2.900 % auf 489,9 Millionen Aktien erhöht. Eine steigende Aktienanzahl verwässert die bestehenden Aktien und belastet das Ergebnis je Aktie.

9. Überangebot ist ein echtes Problem

Ein weiteres Anliegen, das den Aktionären bekannt sein sollte, ist das potenzielle Überangebot an getrocknetem Cannabis. Ein Online-Bericht von Grizzle schätzt, dass sich die Nachfrage auf dem kanadischen Markt auf rund 800.000 Kilogramm pro Jahr belaufen wird. Bis 2021 könnte der Markt jedoch um mindestens 85 % überversorgt sein! Es ist möglich, dass internationale medizinische Cannabismärkte den kanadischen Produzenten einen Teil dieser Produktion abnehmen könnten, aber es ist nicht klar, ob es genügend Nachfrage geben wird, um das prognostizierte Angebot zu decken.

Sollte sich ein solches Szenario ergeben, könnte der durchschnittliche Verkaufspreis pro Gramm sinken.

10. Die Cash-Kosten pro Gramm sollten weiter sinken

Schließlich erwartet Aurora Cannabis, um dem vorhergehenden Punkt entgegenzuwirken, noch harte Arbeit bei der Entwicklung der hoch automatisierten Einrichtungen Aurora Sky und Aurora Nordic, um die Kosten für den Anbau von getrocknetem Cannabis pro Gramm deutlich zu senken. Die Januar-Präsentation des Unternehmens deutet darauf hin, dass die wachsenden Kosten unter 1 CAD pro Gramm (0,77 US-Dollar) sinken sollten, was besonders wichtig wäre, wenn es ein Problem mit dem Überangebot geben sollte.

Jetzt, da du die relevanten Fakten kennst, kannst du feststellen, ob Aurora Cannabis für dein Portfolio geeignet ist oder nicht.

Machst auch du diese 3 fatalen Fehler in der Geldanlage?

Diese 3 typischen Fehler in der Geldanlage können jedes Jahr viele Tausend Euro kosten. Viele Anleger machen sie, ohne es selbst zu wissen. Dabei ist es ganz einfach, diese Fehler zu umgehen! In dieser brandneuen Sonderstudie verraten dir die Top Analysten des globalen Motley Fool Teams, um welche Fehler es sich handelt und wie du sie leicht vermeiden kannst. Klicke hier für den kostenlosen Download zu diesem Report.

The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 06.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool

Ich würde gerne E-Mails von euch zu Produktinformationen und –angeboten von The Fool und seinen Geschäftspartnern erhalten. Jede dieser E-Mail wird einen Link zum Abbestellen zukünftiger E-Mails beinhalten. Mehr Informationen dazu, wie The Fool persönliche Daten sammelt, speichert und handhabt finden sich in den Datenschutzhinweisen von The Fool.