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4 Ölaktien, die immer mehr Dividenden abwerfen

Foto: The Motley Fool.

Früher war der Ölsektor ein Top-Spot für renditeorientierte Investoren, um große Dividenden zu kassieren. Allerdings hat der in den letzten Jahren zusammengebrochene Ölpreis viele dieser lukrativen Auszahlungen nach unten gezogen. Der US-Ölgigant ConocoPhillips (WKN:575302) zum Beispiel hat seine Dividende 2016 um zwei Drittel gekürzt, um flüssige Mittel zu erhalten, damit er den Absturz überleben konnte. Andere kündigten in den dunklen Tagen des Ölmarktabschwungs ähnlich massive Dividendenkürzungen an, um sich über Wasser zu halten.

Doch nachdem die Ölproduzenten hart daran gearbeitet haben, die Kosten zu senken und ihre Bilanzen zu stützen, generieren sie nun mehr Cashflow als in den vergangenen Jahren, was sich jetzt, da sich auch die Ölpreise verbessern, zunehmend deutlicher abzeichnet. Das gibt ihnen das Geld, um Kapitalwachstumspläne zu finanzieren und gleichzeitig mit dem, was übrig bleibt, über höhere Dividenden mehr Bargeld an die Aktionäre zurückzugeben. Vier auffällige Unternehmen sind ConocoPhillips, EOG Resources (WKN:877961), Suncor Energy (WKN:A0NJU2) und Canadian Natural Resources (WKN:865114).

Der Wiederaufbau hat begonnen

ConocoPhillips mag als ein überraschender Name auf dieser Liste erscheinen, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen vor einigen Jahren seine Auszahlungen gekürzt hat. Seitdem hat es jedoch seine finanzielle Situation erheblich verbessert, indem es die Kosten gesenkt und Vermögenswerte verkauft hat, was ihm die Liquidität zur Rückzahlung von Schulden verschaffte. Durch diese Verbesserungen wurde Cashflow freigesetzt, sodass das Unternehmen seine Dividende im vergangenen Jahr um 6 % und im Jahr 2018 um 7,5 % erhöhen konnte. Damit ergibt sich nun eine leicht überdurchschnittliche Rendite von 2,1 %.

Unterdessen sollte ConocoPhillips in der Lage sein, die Ausschüttung in den nächsten Jahren weiter um mindestens einen mittleren einstelligen Prozentsatz zu steigern. Diese Annahme wird durch den Dreijahresbetriebsplan des Unternehmens unterstützt, der den Cashflow bis 2020 um mehr als 10 % wachsen lassen soll, wobei angenommen wird, dass der Ölpreis durchschnittlich 50 US-Dollar pro Barrel beträgt.

Wiederanlauf des Wachstumsmotors

EOG Resources hatte seine Dividende kontinuierlich erhöht, bevor der Ölpreis zusammenbrach. Von 1999 bis 2014 hat das Unternehmen seine Auszahlung 16-mal gesteigert, bevor sie in den letzten drei Jahren nur konstant gehalten wurde. Da sich der Ölpreis jedoch verbessert hat, nahm das Unternehmen in diesem Jahr das Dividendenwachstum wieder auf und erhöhte die Ausschüttung um 10,4 %. Während diese jüngste Erhöhung die Dividendenrendite von EOG lediglich auf 0,7 % steigen ließ, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Ölgigant in den nächsten Jahren weiterhin zweistellige Dividendenzuwächse erzielen kann.

Die niedrigen Betriebskosten und eine große Zahl an Premium-Rendite-Bohrplätzen versetzen das Unternehmen in die Lage, seine Ölfördermenge bei einem Ölpreis von 50 US-Dollar bis 2020 um eine durchschnittliche jährliche Rate von 15 % zu erhöhen. Falls sich der Ölpreis in den Bereich von 60 US-Dollar entwickelt, würde das Unternehmen den Cashflow haben, um seine Produktion in den folgenden drei Jahren in einem um 25 % schnelleren Tempo zu steigern. Das heißt, das Unternehmen muss nicht so schnell wachsen, weshalb es derzeit anpeilt, die Produktion in diesem Jahr um 18 % zu steigern, während es potenziell 1,5 Milliarden US-Dollar an überschüssigem Bargeld generiert – wenn Rohöl den Wert von 60 US-Dollar pro Barrel erreicht. Diese Fähigkeit, schnell zu wachsen und trotzdem über eine Menge freies Bargeld zu verfügen, sollte EOG den Treibstoff liefern, den das Unternehmen benötigt, um seine Auszahlungen in rasantem Tempo nach oben zu treiben.

Keine Angst vor dem Gaspedal

Im Gegensatz zu ConocoPhillips und EOG Resources hat Suncor Energy seine Dividende während des Abschwungs am Ölmarkt weiter erhöht. Tatsächlich hat der kanadische Ölgigant seine Auszahlung seit 2012 um 20 % gesteigert und die letzten 16 Jahre in Folge eine höhere Jahresrate gezahlt. Während das Unternehmen während des Abschwungs nur geringfügige Dividendenerhöhungen durchführte, trat es im vergangenen Jahr aufs Gas und erhöhte die Dividende um 10 % im Jahr 2017 und um weitere 12,5 % im Jahr 2018. Mit der jüngsten Steigerung erzielt Suncor attraktive 3,5 %.

Suncor könnte auch in den nächsten Jahren jährliche Erhöhungen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich anbieten. Denn das Unternehmen ist auf dem besten Weg, die Produktion bis 2020 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 9 % pro Aktie zu steigern. Darüber hinaus sollte der Cashflow durch die fortgesetzten Bemühungen des Unternehmens, die Kosten zu senken, sowie durch die Verbesserung des Ölpreises zusätzlich angekurbelt werden.

Gas geben

Canadian Natural Resources hat auch während des Abschwungs am Ölmarkt seinen Marktanteil weiter ausgebaut und erhöht nun seit 18 Jahren seine jährliche Dividende. Allerdings hat sich das Wachstumstempo dank der kürzlich erfolgten Fertigstellung der Ölsandanlage Horizon sowie der verbesserten Ölpreise beschleunigt. Nachdem das Unternehmen die Ausschüttungen in den Jahren 2015 und 2016 kaum erhöht hatte, hat es im vergangenen Jahr eine Erhöhung um 17 % vorgenommen und kürzlich eine noch beeindruckendere Steigerung um 22 % für 2018 angekündigt, wodurch die Rendite auf weit überdurchschnittliche 3,3 % gesteigert werden könnte.

Canadian Natural Resources sollte in der Lage sein, seine Auszahlung in den nächsten Jahren in einem gesunden Tempo weiter zu steigern. Nach der Prognose des Unternehmens sollte der freie Cashflow bis 2021 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 13 % nach oben gehen (unter der Annahme der aktuellen Ölpreise) und das Unternehmen dürfte mit ausreichenden Mitteln ausgestattet sein, um die Dividende in diesem Zeitraum weiterhin schnell anwachsen zu lassen.

Ein attraktiver Sektor für renditeorientierte Anleger

Nach einigen rauen Jahren stehen die Ölunternehmen nun wieder auf festen Beinen und generieren mehr Geld, als sie für ihr Geschäft benötigen. Aus diesem Grund beginnen sie, die Anleger wieder mit höheren Dividenden zu belohnen. Wenn der Sektor auch vermutlich nie wieder so großzügig sein wird, wie er einmal war, fängt er doch an, wie eine attraktive Option für die auszusehen, die einen steigenden Einkommensstrom suchen.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 2.3.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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