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Megamarkt LNG: Shell prognostiziert Flüssiggas-Engpässe – und diese Aktien könnten profitieren

Quelle: Nauticor

Per Tiefkühlung verflüssigtes Erdgas (englisch LNG) war lange Zeit eher eine Nische. Immer strengere Umweltauflagen für den Straßen- und Schiffsverkehr, Steuervergünstigungen sowie sinkende Technologiekosten machen den vergleichsweise sauberen Brennstoff aber zu einer attraktiven Alternative.

Die Nachfrage steigt und das Angebot hat Schwierigkeiten, mitzuhalten. Denn es sind immense Investitionen in entsprechende Infrastruktur und Ausrüstung erforderlich. Unternehmen, die sich in diese Wertschöpfungskette einklinken können, dürften schon bald massiv profitieren.

Deshalb habe ich mich mal nach den aktuell aussichtsreichsten umgeschaut und bin dabei unter anderem auf Vopak (WKN:A1CYGK), Atlas Copco (WKN:A14S17) und Chart Industries (WKN:A0KDX9) gestoßen.

LNG, ein weites Feld

Von der Förderung bis zur Nutzung von Flüssiggas sind zahlreiche verschiedenartige Unternehmen beteiligt. Auch wenn die Aufgaben sehr unterschiedlich sind, können doch alle zu den Gewinnern gehören, sobald der LNG-Boom noch mehr Fahrt aufnimmt. Im neuesten Marktausblick von Shell (WKN:A0D94M) wird berichtet, dass der LNG-Ausbau alle bisherigen Prognosen übertroffen habe und auch in Zukunft stürmisch weitergehen würde. Es drohe ein Versorgungsengpass, wenn die Ausbauanstrengungen nicht erhöht werden.

Vorreiter Niederlande hat bereits immense Investitionen getätigt, die jetzt in weite Teile Europas ausgedehnt werden sollen. Das Land hat ein dichtes Tankstellennetz aufgebaut und Hunderte LNG-Trucks auf die Straße gebracht. Schon bald sollen es Tausende sein.

LNG-Profiteur Nr. 1: Vopak

Da ist es kein Wunder, dass sich eines der Top-Unternehmen aus dem LNG-Umfeld in Holland findet. Vopak ist wahrscheinlich nur einigen Insidern bekannt, aber dieser Konzern mit erstaunlichen 400 Jahre alten Wurzeln ist ganz schön groß. Mit 66 Terminals in 25 Ländern ist er Weltmarktführer unter den unabhängigen Lagerbetreibern, wobei neben Rohöl und Gas auch raffinierte Produkte und Chemikalien eingelagert werden.

LNG ist eine Wachstumsplattform von Vopak, die im Moment noch relativ klein ist. Aber schon in wenigen Jahren soll daraus ein bedeutendes Standbein werden. Derzeit steht der Aufbau eines LNG-Terminals in Norddeutschland ganz oben auf der Agenda. Dazu wurde kürzlich mit der staatlichen GASUNIE und der Oiltanking GmbH das Joint Venture German LNG Terminal GmbH gegründet.

Das Geschäftsmodell von Vopak ist äußerst robust und die Dividende konnte seit vielen Jahren zumindest stabil gehalten werden. Bei den zuletzt bezahlten 1,05 Euro springen etwa 3 % Dividendenrendite für die Aktionäre heraus (Stand 05.03.). Schon allein deshalb erscheint mir die Aktie für Einkommensinvestoren interessant. Dank der Wachstumschancen sind zudem moderate Kursgewinne wahrscheinlich.

LNG-Profiteur Nr. 2: Atlas Copco

Je mehr Erdgas verflüssigt wird, desto mehr Kompressoren werden benötigt. Diese werden natürlich auch von dem Siemens (WKN:723610)-Bereich Dresser-Rand und der Volkswagen (WKN:766403)-Tochter MAN Diesel & Turbo geliefert (siehe Artikel vom 11.08.2017). Für Investoren interessanter ist jedoch die spätestens nach der aktuellen Abspaltung der Bergbau- und Konstruktionstechnik wesentlich stärker fokussierte Atlas Copco.

Die Schweden sehen sich als einen führenden Lieferanten von Ausrüstung für LNG-Anlagen, darunter insbesondere Turbokompressoren und Turboexpander. Die Kölner Tochtergesellschaft Energas verkündete zum Beispiel im letzten November einen Auftrag von Samsung Heavy Industries zur Bestückung von LNG-Transportschiffen.

Der Konzern erlebt seit mehreren Quartalen ein starkes organisches Wachstum und hat sich zudem durch zahlreiche Übernahmen verstärkt. Der Trend bei den Dividenden zeigt seit Jahren schön nach oben und die Kompressortechnik ist mit einer operativen Marge von 23 % hochprofitabel.

LNG-Profiteur Nr. 3: Chart Industries

Auch der Gas- und Engineering-Konzern Linde (WKN:648300) ist auf verschiedene Weise im LNG-Markt engagiert. Mit Nauticor hat er beispielsweise eine spezialisierte Tochter am Start, die sich in der Nord- und Ostsee ausbreitet und zuletzt in Brunsbüttel die erste Betankung vorgenommen hat. Hinzu kommt die Lieferung von kompletten Erdgasverflüssigungsanlagen und LNG-Terminals. Trotzdem wird LNG auch in Zukunft vermutlich nur einen geringen Anteil am Gesamtumsatz ausmachen.

Besser sieht es beim Konkurrenten Chart Industries aus, der integrierte Lösungen rund um die Verflüssigung, die Distribution, die Lagerung und die Betankung aus einer Hand bietet. Flüssiggas macht dort mit über 15 % bereits einen signifikanten Umsatzanteil aus. Seit über 20 Jahren ist Chart in der LNG-Versorgungskette engagiert und die internationale Expansion schreitet voran. Im Oktober 2017 wurde beispielsweise eine Tankstelle in die Niederlande geliefert und davor im Juni Ausrüstung für ein großes LNG-Projekt in Indien.

Die Umsätze beliefen sich im abgelaufenen Jahr auf knapp eine Milliarde US-Dollar. Im laufenden Jahr sollen es schon 1,2 Mrd. sein, wobei auch die Übernahmen von Hudson Products und Skaff Cryogenics & Cryo-Lease ihren Teil zum Wachstum beitragen. Die Aktie ist nicht gerade billig, aber Wachstum und Profitabilität überzeugen.

Und sonst?

Wenn man sich weiter umschaut, findet man noch zahlreiche andere börsennotierte Unternehmen, die am LNG-Boom partizipieren könnten, darunter asiatische Spieler wie CIMC Enric (WKN:A0N9P2) (die Mutter von TGE Gas Engineering), Energieversorger wie RWE (WKN:703712) sowie Chemieunternehmen wie Henkel (WKN:604843) mit ihren speziellen Dämmmaterialien.

Ich denke, dass Flüssiggas über Jahre hinweg ein spannendes Thema bleiben wird, in dem man ausgezeichnete Investitionsgelegenheiten identifizieren kann. Mir persönlich gefällt Vopak mit dem robusten Geschäftsmodell und der freundlichen Dividendenpolitik am besten.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens. The Motley Fool empfiehlt Linde.

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