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Kann die Dividende von General Electric überhaupt überleben?

Foto: Peter Roegner

Inmitten eines stark steigenden Aktienmarktes, der immer wieder neue Allzeitrekorde erreicht, haben sich die riesigen Probleme, die General Electric (WKN:851144) im vergangenen Jahr durchgemacht hat, noch deutlicher herausgestellt, als sie es sonst getan hätten. Der Industriekonzern stürzte 2017 um 45 % ab und seine Anteile haben sich in diesem Jahr noch weiter verschlechtert. Eine Kombination aus schlechtem strategischen Timing, unterdurchschnittlicher Performance und einer potenziellen Kontroverse um die Finanzwerte hat General Electric erneut in Gefahr gebracht.

Für Dividendenanleger war General Electric bereits eine große Enttäuschung. Im November wurde die Dividende um 50 % gekürzt, was ein herber Rückschlag für diejenigen war, die sich auf das Einkommen verlassen, das das Unternehmen seinen Aktionären in der Vergangenheit eingebracht hat. Angesichts der jüngsten Probleme gibt es bei GE sicherlich einige Einkommensanleger, die sich fragen, ob das Unternehmen in Zukunft in der Lage sein wird, selbst die reduzierte Dividende zu zahlen. Lass uns einen genaueren Blick darauf werfen, ob diese Bedenken gerechtfertigt sind.

Dividendenstatistiken von General Electric

Aktuelle Quartalsdividende je Aktie 0,12 USD
Aktuelle Rendite 3,3 %
Letzte Dividendenänderung 50 % Kürzung, Nov. 2017
Ausschüttungsquote unwesentlich

DATENQUELLE: YAHOO! FINANCE. GENERAL ELECTRIC HAT IN DEN LETZTEN 12 MONATEN EIN NEGATIVES ERGEBNIS ERWIRTSCHAFTET.

Die Investoren sind sich der Gründe, warum General Electric die Kapitalrückflüsse an die Aktionäre reduzieren muss, sehr wohl bewusst. CEO John Flannery legte den Fall dar, als das Unternehmen im November seine Dividende kürzte, und argumentierte, dass das Unternehmen eine solche Größe erreicht hätte, dass es nicht in der Lage gewesen sei, alle Probleme zu lösen, die in verschiedenen Ecken des Unternehmens aufgetreten seien.

Die vorgeschlagene Lösung liegt darin, sich auf wichtige Bereiche wie Luftfahrt und Gesundheitswesen sowie konventionelle und erneuerbare Energien zu konzentrieren. Verkäufe von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten in Bereichen wie Transport und Beleuchtung werden voraussichtlich 20 Milliarden US-Dollar einbringen und schließlich wird GE wahrscheinlich seine Öl- und Gastochter Baker Hughes (WKN:A2DUAY) verkaufen, an der das Unternehmen immer noch eine Mehrheitsbeteiligung hält.

Die Freisetzung von Kapital mag sich wie ein eindeutiger Pluspunkt für die Dividende anhören, aber General Electric braucht die Erlöse aus dem Verkauf von Vermögenswerten auch mehr als dringend. Übernahmen, um die Führungsposition in den ausgewählten Schwerpunktbereichen zu festigen, werden Geld erfordern,  ebenso wie die Herstellung von Strahltriebwerken und die Forschung und Entwicklung innovativer neuer medizinischer Geräte.

Bislang hat General Electric den Investoren noch nicht die Fortschritte gebracht, die sie sich gewünscht haben. Die Verluste im vierten Quartal spiegeln die Belastungen im Zusammenhang mit den schwächeren Segmenten von GE wider, aber selbst nach Berücksichtigung dieser Faktoren waren die Erträge schwächer als das, was der Konzern sich gewünscht hatte.

Der bislang letzte Rückschlag kam Ende Februar, als General Electric sagte, dass die Ergebnisse für 2016 und 2017 angepasst werden müssten, um einen neuen Rechnungslegungsstandard zu übernehmen. GE sagte, dass diese Änderungen zu reduzierten Gewinnen führen würden, und die Investoren waren ebenfalls nicht glücklich über eine Untersuchung der US Securities and Exchange Commission über die Art und Weise, wie das Unternehmen die Finanzberichterstattung für seine langfristigen Serviceverträge handhabt. Unterm Strich könnten diese Rückschläge sogar den Druck auf die aktuell reduzierte Dividende noch verstärken.

Die Hoffnung von General Electric

Die große Frage für General Electric und seine Dividende ist, ob seine vielversprechendsten Segmente die Flaute schnell genug überwinden können, um einen Cashflow zu erzeugen, der dann an die Aktionäre weitergegeben werden kann. Die Aussichten für den Luftfahrt- und Gesundheitssektor sind nach wie vor gut und GE spielt in beiden Branchen eine führende Rolle, auf der das Gesamtunternehmen in Zukunft aufbauen kann.

Der Weg für GE wird nicht einfach sein. Die Luftfahrt ist seit Jahren ein Ort der Innovation und andere Unternehmen haben sich viel stärker darauf konzentriert, den Boom der Luft- und Raumfahrt in den letzten Jahren optimal zu nutzen. Auch im Gesundheitswesen sind beeindruckende Fortschritte zu verzeichnen, da die Wettbewerber die Vorteile von Technologien nutzen, die Fortschritte in vielen verschiedenen Bereichen ermöglichen. General Electric hat durchaus die Fähigkeit, in diesen Industrien führend zu sein, aber es kann es sich nicht leisten, seine Aufmerksamkeit zwischen zu vielen verschiedenen Feldern aufzuteilen und trotzdem zu erwarten, dass es in der Lage sein wird, in allen Branchen effektiv zu konkurrieren.

Wird die Dividende überleben?

Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob sich die Bemühungen von General Electric auszahlen werden. In mehr als einem Jahrhundert Geschichte hat GE viele schwierige Episoden überstanden, aber nach mehr als einem Jahrzehnt mangelhafter strategischer Planung muss das Unternehmen unbedingt wieder den richtigen Weg einschlagen. Die Entscheidung von GE, die Dividende auf einen Schlag um 50 % zu senken, deutet darauf hin, dass man der Meinung war, dass eine größere, einmalige Kürzung nachhaltiger wäre als eine weniger extreme Dividendenreduktion. Dennoch: Wenn noch weitere Probleme das Unternehmen treffen, gibt es keine Garantie dafür, dass General Electric nicht beschließt, sein gesamtes Kapital zumindest vorübergehend wieder in sein Geschäft umzuleiten.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

The Motley Fool besitzt eine Shortposition auf General Electric.

Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 12.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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