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5 Dinge, die uns das Management von Square mitteilen will

Bildquelle: Flickr-User Fooleditorial.

Der Zahlungsdienstleister Square (WKN:A143D6) ist in den letzten Jahren sprunghaft gewachsen. Das vierte Quartal 2017 war nicht anders.

Am 27. Februar meldete Square ein vierteljährliches bereinigtes Nettoumsatzwachstum von 47 % gegenüber dem Vorjahr auf 283 Millionen US-Dollar, was die Erwartungen der Analysten von 266,6 Millionen US-Dollar übertraf. Zusätzlich gab es einen Anstieg des Bruttozahlungsvolumens um 31 % im Vergleich zum Vorjahr auf 17,9 Mrd. US-Dollar.

Der angepasste Gewinn pro Aktie klammert das Geschäft mit Starbucks aus und belief sich 2017 auf 0,27 US-Dollar, gegenüber 0,04 US-Dollar im Jahr 2016.

Über die Schlagzeilen hinaus hatte das Management jedoch viel zu erzählen, von dem Zielmarkt, über den es sich am meisten freut, bis hin zur Akzeptanz von Bitcoin. Hier sind die wichtigsten fünf Punkte von Squares Telefonkonferenz.

1. Aufregung über Bitcoin

Die Kryptowährung Bitcoin scheint heutzutage in aller Munde zu sein. CEO Jack Dorsey und CFO Sarah Friar sprachen darüber ausführlich während der Telefonkonferenz mit den Analysten, wobei Friar bemerkte, dass das für Squares Zahlen „wirklich unwesentlich“ sei. Dennoch scheint es nicht unwichtig für die langfristige Strategie von Square zu sein:

…. wir haben die Möglichkeit für 100 % unserer Kunden geschaffen, Bitcoin in der Cash App zu kaufen und zu verkaufen, was ein wirklich aufregender Meilenstein ist. (Friar)

Man kann die [Cash]-App in Minutenschnelle einrichten und Peer-to-Peer-Zahlungen senden, Geld speichern, sein Gehalt bekommen und Bitcoin kaufen und verkaufen. (Dorsey)

Für uns hört Bitcoin nicht beim Kaufen und Verkaufen auf. Wir glauben, dass es sich um eine transformative Technologie für unsere Branche handelt, und wir wollen sie so schnell wie möglich lernen. Wir glauben auch, dass Bitcoin eine Chance bietet, mehr Menschen Zugang zum Finanzsystem zu verschaffen. (Dorsey)

Das Management von Square gibt zu, dass sie nicht wissen, wie sich Bitcoin entwickeln wird – im Allgemeinen oder für das Unternehmen. Die Sache bietet praktisch kein Risiko, da es sich nur um kleine Beträge handelt. Square möchte in diesem Bereich aber führend werden und für alle zugänglich sein. Daher wäre es keine gute Idee, das Thema Kryptowährungen aus zu klammern.

2. Bedienung eines „unterversorgten“ Marktes

Dorsey erwähnte zweimal die Wichtigkeit der „unterversorgten“ Bevölkerung. Als Square ins Leben gerufen wurde, war es dieses Publikum kleiner amerikanischer Unternehmen, mit dem Square begann. Sie stellten etwas dar, was Startups in einem bestimmten Markt oft allgemein als „White Space“ bezeichnen: ein Gebiet, das von (oft größeren) Wettbewerbern ignoriert wird.

Heute bedient Square weiterhin diese kleinen Unternehmen — ein Markt, den CEO Jamie Dimon von JPMorgan Chase vor kurzem als eine große verpasste Gelegenheit für sein Unternehmen bezeichnet hat. Square hat jetzt ein zusätzliches, unterversorgtes Publikum: die Personen, die mit kleinen Unternehmen Geschäfte machen. Dorsey sagte während der Telefonkonferenz:

Und das ist eines der Dinge, in denen wir wirklich gut sind, die Verwischung der Grenze zwischen Konsumenten und Verkäufern, sodass sie gar nicht erst darüber nachdenken müssen. …. das alles geht auf die ursprüngliche These zurück, den Zugang zu Menschen zu ermöglichen. Bei allem, was wir tun, sei es auf der Seite des Verkäufers oder Käufers, wollen wir sicherstellen, dass wir den Zugang füt diese verschiedenen Gruppen mehr und mehr  ermöglichen.

Wo Finanzinstitute (Banken) nur zögerlich investieren, verfolgt Square diese Bereiche aggressiv. Um noch besser zu werden, muss das Unternehmen vielleicht selbst zur Bank werden.

3. Bankambitionen

Die Investoren haben die Bankambitionen von Square analysiert und spekulieren seit dem Tag, an dem Square einen Antrag auf eine Charta gestellt hat. Keine Aussage hat Dorseys Absichten klarer gemacht als die folgenden Worte während der Telefonkonferenz:

…. jeden Freitag sehen wir eine Erhöhung wegen des Zahltages. Das deutet für uns auf einen starken Netzwerkeffekt hin. Wir sehen also einen Anstieg bei den Anmeldungen, aber auch bei den Downloads und der Nutzung. Wenn die Leute bezahlt werden, schicken sie Geld an ihre Freunde, sie erhalten Geld von ihrer Familie, was das Netzwerk weiter verdichtet. Das ist ein netzwerkgetriebenes Geschäft, und wir sehen positive Anzeichen dafür, dass es sich gut entwickelt. Wenn wir uns anschauen, wie die Menschen damit umgehen, dann zeigt das wirklich, was wir in Zukunft tun wollen. Und vieles davon, was wir sehen, zeigt, dass dies eine einfache Möglichkeit für die Leute ist, eine App herunterzuladen und alles zu haben, was sie brauchen und von einer Bank erwarten würden.

Das ist für die Investoren bemerkenswert, denn Squares Ziel ist es, direkt mit dem Bankensektor in Konkurrenz zu treten, insbesondere mit denjenigen Unternehmen, die keine physischen Filialen haben.

4. Erweiterung des Ökosystems

Ich habe schon früher darauf hingewiesen, dass Square zwar neue Kunden gewinnt, aber auch das Ökosystem von Produkten und Dienstleistungen für bestehende Kunden strategisch erweitert. Dadurch entstehen bessere Kundenbindungen – und ein Phänomen, das die Investoren als hohe Wechselkosten bezeichnen.

Aber auch wenn Square neue Produkte anbietet, geht es nicht um Cross-Selling, sondern darum, das nächste Problem für die Kunden zu lösen. Friar bezeichnet diese Taktik als konsequentes Schaffen von „Nutzen“ für den Endverbraucher:

Das muss so sein, weil der Bedarf einfach besteht, wenn die Menschen unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen, dann können wir Dinge wie die Bezahlung der Mitarbeiter deutlich vereinfachen, weil wir ja schon mit den Mitarbeitern arbeiten. Wir sehen hier eine Aufwärtsspirale, die sich gerade entwickelt. Daher wächst unser Ökosystem immer weiter. Ich glaube, dass der Effekt, von dem Jack gesprochen hat, der Netzwerkeffekt, wichtig für etwas wie die Cash App ist und genauso wichtig für die Verkäufer.

5. Amortisationszeit

Das Ökosystem von Square kann sich nur soweit ausdehnen, wie Square mit seinen Produkten nachzieht. Größere Verkäufer haben andere Bedürfnisse und auch mehr Geld. Die Analysten und Aktionäre sollten in diesem Zusammenhang im Auge behalten, wie stark die Marketingausgaben von Square steigen, wenn sie auf die Jagd nach größeren Kunden gehen. Freya sagte folgendes dazu:

Wir haben also immer noch eine Amortisationszeit von drei bis vier Quartalen, weil wir unsere Vertriebs- und Marketingausgaben mehr als verdoppelt haben. Wenn Sie sich die Verkäuferzahlen von 2014 bis 2017 ansehen, dann haben sie sich mehr als verdoppelt. Wir haben jedoch keine Anzeichen dafür gefunden, dass die Kanäle weniger effizient werden.

Strategien wie Empfehlungsprogramme funktionieren bei uns sehr gut da wir einen Score von über 70 haben. Das bedeutet, dass die Verkäufer ihren Freunden, Familien und anderen Verkäufern sagen, wie toll das Produkt ist. Das ist ein Kanal, in dem niemand mit uns mithalten kann, weil unsere Verkäufer so gut über das Produkt sprechen.

Foolosches Fazit

Square hat gerade eine Glückssträhne. Die Investitionen des Unternehmens in Bitcoin werden zweifellos Schlagzeilen machen, aber wir werden uns weiterhin mit den fundamentalen Umsatztreibern des Geschäfts beschäftigen. Wirklich beeindruckend ist die Fähigkeit des Managements, gleichzeitig seine kleinen Stammkunden zufriedenzustellen und sich um größere Kunden zu bemühen, neue Produkte zu testen und sich auf den internationalen Märkten für Banken zu etablieren. Da kommt noch mehr.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Starbucks. The Motley Fool besitzt Aktien von Square.

Dieser Artikel wurde von Isaac Pino, auf Englisch verfasst und wurde am 4.3.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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