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4 Nebenwerte, deren Dividenden einfach immer weiter steigen

Foto: Getty Images

Stell dir vor, du investierst jetzt 10.000 Euro in ein Unternehmen und schon 30 Jahre später zahlt es dir Jahr für Jahr Dividenden in Höhe von 5.000 Euro. Ein Traum, oder? Da wäre die Rente allein schon aus den Dividendenausschüttungen einer einzigen gut gewählten Geldanlage gesichert. Auf Rentenversicherung, Riester-Rente und Lebensversicherung können Pensionäre dann genauso verzichten wie auf den Sparstrumpf.

Das Szenario ist zwar etwas optimistisch, aber keineswegs völlig unrealistisch. Ausgehend von 3 % müsste die Dividendenrendite dafür jährlich im Schnitt um 10 % angehoben werden, was nicht unüblich ist. Damit das gelingen kann, müssen wir uns auf Unternehmen konzentrieren, die gute Aussichten haben, sehr (!) langfristig zu wachsen. Hier sind vier Kandidaten: Brenntag (WKN:A1DAHH), KION Group (WKN:KGX888), MTU Aero Engines (WKN:A0D9PT) und Encavis (WKN:609500).

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Brenntag, die Dividendenrakete

Wie der Name schon sagt, geht es hier ursprünglich um den Transport von Brennstoff. Über die Jahre wurde der Service auf alle Kontinente ausgedehnt und das Lieferprogramm umfasst mittlerweile rund 10.000 Industrie- und Spezialchemikalien für Verbraucher jeder Größe und Branche.

Damit ist man aber noch längst nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Über kleinere Zukäufe wird regelmäßig die internationale Präsenz ausgebaut oder das Angebot erweitert. Allein im Dezember letzten Jahres wurde ein iberischer Konkurrent übernommen, in das Distributionsnetz in Kolumbien investiert, britische Distributoren für Backzutaten eingegliedert und ein indisches Joint Venture gegründet.

So gelingt es nicht nur, den Umsatz und die Marktanteile kontinuierlich zu steigern, sondern auch das Betriebsergebnis. Seit Jahren freuen sich treue Aktionäre über wachsende Dividenden und weil die Ausschüttungsquote zwischen 35 und 50 % liegt, sollte es auch in Zukunft keinerlei Schwierigkeiten bereiten, den Trend beizubehalten. Das Geschäftsmodell ist so robust, dass Brenntag regelrecht über die eigenen Beine stolpern müsste, um vom guten Weg abzukommen.

KION, der Dividendenanheber

Gabelstapler sind hingegen eigentlich eine klassische zyklische Branche. Aber über das immer breiter werdende Angebot an Dienstleistungen, Software und integrierten Lösungen hat sich der Anteil der wiederkehrenden Umsätze über die letzten Jahre stark erhöht. Außerdem ist es KION gelungen, einen internationalen Produktionsverbund zu schmieden, der für jede Region einen optimalen Mix aus Qualität und Preis erlaubt.

Daneben haben die Übernahmen der Materialflusstechniker von Dematic und Egemin den Konzern auf ein neues Niveau gehoben. KION wird seither als eine treibende Kraft bei den Themen Industrie 4.0 und Intralogistik 4.0 angesehen.

Mit der kürzlich vorgestellten Konzernstrategie „KION 2027“ unterstreicht das Management deutlich, dass es langfristiges Wachstum anstrebt. KION hat noch eine Menge vor und kann die einbehaltenen Gewinne gut gebrauchen um noch robuster, digitaler und innovativer zu werden. Zuletzt lag die Ausschüttungsquote bei nur rund 35 %, womit für die Zukunft noch viel Luft nach oben ist.

MTU Aero Engines, der Dividendenabheber

Als Zulieferer der Zulieferer befindet sich MTU in einer komfortablen Position innerhalb der Flugzeugbranche. Anstatt sich von den zwei großen Herstellern von Düsenjets abhängig zu machen, arbeitet der Systemlieferant im Verbund mit den Turbinenherstellern in langfristigen Programmen. Zusätzliche Stabilität verleiht das erfolgreiche Instandhaltungsgeschäft.

Der Luftverkehr wird immer sicherer und effizienter und wenn man den Prognosen aus der Industrie Glauben schenken kann, dann verdoppelt sich die Anzahl der Maschinen über die nächsten 20 Jahre.

Kein Wunder also, dass im Februar Rekordzahlen vorgelegt werden konnten. Mit stolzen Zuwächsen wurde 2017 die 5-Milliarden-Euro-Marke geknackt, wovon unter dem Strich 429 Mio. Euro Gewinn blieben. Da zukünftig weniger investiert werden soll, sollten die frei verfügbaren Geldzuflüsse weiter steigen, wodurch jede Menge Liquidität vorhanden sein wird, um bei den Dividenden den Turbobooster einzulegen.

Schon der aktuelle Dividendenvorschlag in Höhe von 2,30 Euro je Aktie stellt eine beachtliche Steigerung um 21 % dar. Das ist auch mehr als dreimal so viel wie noch 2005. So könnte es weitergehen.

Encavis, die Dividendenpower

Mein letzter Pick ist bestimmt nur den wenigsten Lesern geläufig, schließlich wurde der Name erst vor Kurzem verkündet. Dahinter stecken die etwas bekanntere Capital Stage AG sowie die Chorus Clean Energy AG. Gemeinsam wollen sie zum „führenden unabhängigen europäischen Stromerzeuger im Bereich der erneuerbaren Energien“ werden.

Die gesamte Strategie des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, geringe Risiken einzugehen und trotzdem solide Erträge zu erwirtschaften. Das wird durch eine konservative Auswahl von bereits entwickelten Projekten und zunehmende Größenvorteile ermöglicht. Über die letzten Jahre zeigen alle wesentlichen Kennzahlen steil nach oben und das Serviceangebot für Investoren wird ständig ausgebaut.

Dass der regionale Fokus heute noch auf Deutschland liegt, bedeutet auch, dass über die Internationalisierung praktisch unbegrenztes Wachstum möglich ist. Durch strategische Partnerschaften sollen beispielsweise die Aktivitäten in Irland und Mexiko ausgebaut werden.

Ungewöhnlich ist, dass das Management bereits jetzt den Dividendenfahrplan für die nächsten fünf Jahre bekanntgeben kann. Um 8 bis 10 % sollen die Ausschüttungen in jeder Periode gesteigert werden. Vorsichtige Einkommensinvestoren sind hier definitiv gut aufgehoben.

Ist diese Rente sicher?

Leider ist nichts im Leben sicher, aber bei den hier vorgestellten Werten bin ich persönlich ziemlich überzeugt, dass dividendenorientierte Anleger langfristig viel Freude damit haben werden. Alles auf eine Karte setzen würde ich jedoch nicht. Besser wäre es, zusätzlich noch ein paar weitere Titel von dieser Art ausfindig zu machen und dann regelmäßig das Depot mit Dividendenstars zu bestücken.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung der KION Group. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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