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Tencent und JD.com investieren in dasselbe Handelsunternehmen (schon wieder)

Foto: Getty Images.

Tencent (WKN:A1138D) und JD.com (WKN:A112ST) kauften kürzlich Minderheitsbeteiligungen an Better Life, einem chinesischen Einzelhandelskonglomerat, das Convenience Stores, Supermärkte und Kaufhäuser besitzt. Tencent erwarb eine 6 %-Beteiligung für 886,9 Millionen RMB (141 Millionen US-Dollar), während JD eine 5 %-Beteiligung für 739,1 Millionen RMB (117 Millionen US-Dollar) übernahm.

Dies ist das zweite Mal, dass Tencent und JD gleichzeitig in ein und dasselbe Unternehmen investieren. Im vergangenen Dezember haben die beiden Unternehmen insgesamt 863 Millionen US-Dollar in Vipshop (WKN:A1JVJQ), die drittgrößte E-Commerce-Website Chinas, investiert.

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Dies wird wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal sein, dass Tencent und JD sich bei einer Großinvestition zusammenschließen. Die beiden Unternehmen arbeiten zusammen, um Alibaba (WKN:A117ME), dem König des chinesischen E-Commerce-Marktes, entgegenzuwirken.

Die Beziehung zwischen Tencent und JD verstehen

Tencent ist das größte Social-Media-Unternehmen in China und der größte Videospielverlag der Welt. Das Unternehmen besitzt WeChat, die populärste Messaging-App in China, und das Spiele-Portfolio des Unternehmens umfasst Hit-Spiele wie League of Legends, Clash of Clans und Arena of Valor.

JD ist das zweitgrößte E-Commerce-Unternehmen in China. Laut Analysys International Enfodesk kontrolliert das Unternehmen 33 % des B2C (Business-to-Consumer)-Marktes, verglichen mit einem Anteil von 51 % von Alibabass Tmall. Vipshop kontrolliert nur 3 % des Marktes.

JD hat seinen Marktanteil gegenüber Tmall in den letzten drei Jahren gesteigert. Das macht das Unternehmen zu einem beliebten Partner für jedes Unternehmen, das sich mit Alibaba anlegen will. Deshalb kaufte Tencent beim Börsengang 2014 einen Anteil von 15 % an JD und erhöhte diesen Anteil anschließend auf fast 20 %.

Tencent hat im vergangenen Jahr die Daten der WeChat-Nutzer mit den Einkaufshistorien der Kunden von JD zusammengeführt. Die Partnerschaft ermöglichte es den Nutzern von WeChat, Produkte von JD zu kaufen, während JD die Daten dazu verwendete, Produktvorschläge zu machen und Händlern dabei zu helfen, ihre Produkte zu bewerben. JD gewährte den Kunden auch Rabatte bei Partnerunternehmen, wenn sie WeChat Pay nutzten.

Tencents E-Commerce-Strategie verstehen

WeChat, das Ende des dritten Quartals 980 Millionen aktive Nutzer (MAUs) weltweit erreichte, steht im Mittelpunkt der E-Commerce-Strategie von Tencent. In den letzten Jahren hat Tencent WeChat zu einer All-in-One „Super-App“ ausgebaut, mit der man Essen bestellen, Tickets kaufen, ein Taxi bestellen, Jobs finden, Spiele spielen und mobil bezahlen kann.

Ein schwer erfassbares Puzzleteil in dieser Strategie ist der E-Commerce-Markt, der von Alibaba dominiert wird. Tencent versuchte sich in diesem Markt, indem das Unternehmen es Marken erlaubte, Produkte über WeChat zu verkaufen. Mehrere hochkarätige Luxusmarken – darunter LVMH, Burberry und Cartier – haben die Plattform im vergangenen Jahr getestet.

Doch dieser Schritt hat Alibaba nicht wirklich bedroht. Unterdessen expandierte Alibaba stark in den konventionellen Markt, um seine Kontrolle über die Offline- und Online-Einzelhandelsmärkte zu behaupten und gleichzeitig das Ökosystem zu konsolidieren. Dies löste ein Wettrüsten zwischen Tencent und Alibaba aus: Seit Anfang 2017 haben die beiden Unternehmen über 10 Milliarden US-Dollar in stationäre Geschäfte investiert.

Tencent investierte in Unternehmen wie Yonghui Superstores, Helian Home und den Mall-Betreiber Wanda Commercial. Darüber hinaus bestehen Einzelhandelspartnerschaften mit Wal-Mart und dem französischen Einzelhändler Carrefour. Alibaba investiert unter anderem in Suning.com, Intime Retail, Sanjiang Shopping Club, Lianhua Supermarkt, Wanda Film und Easyhome.

Tencents WeChat Pay und Alibabas Alipay, das von dem Schwesterunternehmen Ant Financial betrieben wird, sind die wichtigsten Waffen in diesem Kampf. Sobald Tencent und Alibaba in diese stationären Einzelhändler investieren, werden sie die eigene mobile Zahlungsplattform gegenüber anderen Zahlungsarten bevorzugen – was die Waage zu Gunsten beider Unternehmen auf den Kopf stellen könnte.

Also, wie wird Better Life Tencent und JD helfen?

Better Life betreibt über 400 Geschäfte in den Provinzen Hunan, Jiangxi, Sichuan, Chongqing, Guangxi und Yunnan und bündelt die Vertriebskanäle auf der E-Commerce- und O2O-Plattform „Smart Monkey“.

Tencent wird Better Life wahrscheinlich genauso an das Ökosystem des Unternehmens anbinden wie Wal-Mart (ein weiterer wichtiger Investor in JD): Durch den Austausch der Kundendaten mit WeChat, die Förderung von WeChat Pay und die Integration seiner E-Commerce-Plattform mit JD.com.

Dieser Schritt wird Alibaba nicht zerstören, aber er wird Alibaba wahrscheinlich dazu zwingen, sich mit zusätzlichen Investitionen in stationäre Einzelhändler zu revanchieren. Der Analyst von Northeast Securities, Luo Xianfei, sagte kürzlich gegenüber der South China Morning Post, dass „die meisten chinesischen Einzelhandelsgiganten, egal ob aus dem Ausland oder aus dem Inland, sich alle entweder auf die Seite von Alibaba oder Tencent geschlagen haben“, dass aber ein klarer Gewinner noch nicht feststeht.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von JD.com und Tencent Holdings.

Dieser Artikel von Leo Sun erschien am 02.3.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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