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3 positive Aspekte im „enttäuschenden“ Ergebnis von Kraft Heinz

Foto: The Motley Fool.

Wer glaubte, eine Investition in Kraft Heinz (WKN:A14TU4) sei ein Kinderspiel, hat ein böses Erwachen erlebt. In den letzten 12 Monaten ist die Aktie um mehr als 25 % gefallen. Mit der kürzlichen Ankündigung, dass Warren Buffett aus dem Verwaltungsrat ausscheidet, werden einige vielleicht denken, dass das Schlimmste erst noch kommen wird.

Und doch lautet einer von Buffetts berühmtesten Sätzen: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind“. Die Investoren sollten nicht verkaufen, bevor sie die folgenden positiven Aspekte im aktuellen Quartalsbericht berücksichtigen. Hier sind drei Möglichkeiten, wie Kraft Heinz das Steuer herumreißen kann.

Internationales Wachstum

Das große Problem bei Kraft Heinz ist das fehlende organische Wachstum, und das letzte Quartal zeigte eine anhaltende Stagnation für den Lebensmittelgiganten mit einem Rückgang des Gesamtumsatzes um 0,6 % auf Basis konstanter Wechselkurse. Natürlich konnte das bereinigte EBITDA dank der Kostensenkungsinitiativen um rund 3,2 % gesteigert werden. Dennoch gibt es eine Grenze, wie weit Kostensenkungen gehen können, und wenn Kraft Heinz über rückläufige Umsätzen berichtet, dann heißt das, dass das Unternehmen an Boden verliert, da sich die Verbraucher zunehmend für gesündere Lebensmittel oder billigere Angebote entscheiden.

Es gibt jedoch Regionen, in denen Kraft Heinz wächst, nämlich das Segment „Rest der Welt“, das Regionen außerhalb der USA, Kanadas und Europas umfasst. Dieses Segment, das mittlerweile das zweitgrößte des Unternehmens ist, wuchs im vierten Quartal währungsbereinigt um gut 7 %. Das Unternehmen stellte fest, dass das Wachstum besonders stark in Indonesien, China und Brasilien war, und wie die Investoren wissen sollten, ist China ein riesiger Markt mit über einer Milliarde Menschen, die beginnen, in die Mittelschicht einzutreten. Das Segment Rest der Welt erwirtschaftete im vierten Quartal einen Umsatz von 843 Millionen US-Dollar, und obwohl es das zweitgrößte Segment des Unternehmens ist, ist das immer noch weniger als ein Fünftel der Größe des US-Geschäfts.

Das Unternehmen verkündete außerdem, dass es sowohl in Brasilien als auch in China hochmoderne Produktionsanlagen fertiggestellt hat und beabsichtigt in den nächsten Jahren die globale Präsenz seiner Marken in diesen Märkten zu steigern. Wenn diese Schwellenländer wachsen, sollte auch Kraft Heinz davon profitieren.

Kosteneinsparungen

Auch wenn das nicht ausreicht, um die Investoren zu begeistern, hat Kraft Heinz die zum Zeitpunkt der Heinz-Übernahme im Jahr 2015 gesetzten Kostensenkungsziele übertroffen. Das Management stellte fest, dass die Effizienz des Unternehmens innerhalb von zwei Jahren um 40 % verbessert wurde, wodurch jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von 1,7 Mrd. US-Dollar erzielt wurden und das ursprüngliche Ziel von 1,5 Mrd. US-Dollar übertroffen wurde. Nicht nur das, sondern auch das Management behauptet, dass die Zahl 1,9 Milliarden US-Dollar betragen hätte, wäre da nicht eine zusätzliche Investition von 200 Millionen US-Dollar zur Modernisierung der Daten- und Marketingsysteme gewesen.

Nachdem das Management unter CEO Bernard Hees in den letzten zweieinhalb Jahren seine Ziele erreicht oder übertroffen hat, hat es an Glaubwürdigkeit gewonnen und das Team ist nun an mehreren Wachstumsinitiativen beteiligt.

Reinvestition für Wachstum

Das Management hat die Integration von Kraft und Heinz im vierten Quartal abgeschlossen und einen 77-teiligen Business-Quartalsbericht nach der Integration veröffentlicht, in dem das Unternehmen mehrere Wachstumsinitiativen für die nächsten Jahre vorgestellt hat. Diese Investitionen werden durch die zusätzlichen Einsparungen aus den jüngsten Steuersenkungen in den USA unterstützt. Das Unternehmen wird in diesem Rahmen viel in die stärksten und schwächsten Marken investieren.

Damit will das Unternehmen die ohnehin schon dominanten Marktanteile der starken Marken erhöhen und sie in neue Kategorien expandieren. Als erfolgreiches Beispiel für diese Strategie nannte das Unternehmen Heinz, das seit 2015 jährlich um 5 % auf den höchsten Marktanteil in der Geschichte wuchs und gleichzeitig in neue Kategorien von Senf, Mayonnaise und Grillsoßen expandierte. Das Unternehmen verwies auf eine weitere Erneuerung der klassischen Marken mit weniger künstlichen Inhaltsstoffen, wie es bereits bei Kraft Mac n‘ Cheese geschehen ist.

Im Hinblick auf die Trendwende verwies das Unternehmen auf die Anstrengungen bei Tiefkühlgerichten und auf den Erfolg der 2016 eingeführten Produkte Devour (Tiefkühl-Snacks) und SmartMade (gesunde Tiefkühlgerichte), die nach mehreren Jahren mit Umsatzrückgängen die Tiefkühlkategorie von Kraft wieder auf Wachstumskurs brachten.

Herausforderungen bleiben

Trotz dieser positiven Aspekte wird Kraft Heinz 2018 einige Herausforderungen haben. Steigende Rohstoff- und Frachtkosten belasteten die Marge im letzten Quartal, und dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen. Skepsis besteht auch hinsichtlich der Frage, ob das Unternehmen eine große Übernahme vornehmen kann, nachdem Unilever dies  im vergangenen Jahr abgelehnt hat.

Dennoch sollten die Investoren die kurzfristigen negativen Aspekte gegen die langfristige Wachstumsstrategie abwägen. Da die Aktie um 25 % gefallen ist, könnte man sich die Sache überlegen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Billy Duberstein auf Englisch verfasst und am 02.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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