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Kann STEMMER IMAGING den Erfolg von ISRA und Basler wiederholen?

Foto: Getty Images

Seit wenigen Tagen ist mit STEMMER IMAGING (WKN:A2G9MZ) ein weiteres spannendes Unternehmen aus dem Bereich des maschinellen Sehens für industrielle Anwendungen handelbar. In der Vergangenheit waren andere Branchenteilnehmer wie ISRA Vision (WKN:548810) und Basler AG (WKN:510200) extrem gute Investments.

Darf man bei STEMMER auch mit einer Verzehnfachung in wenigen Jahren rechnen oder sollte man dort eher die Finger weglassen? Ich habe mir das mal genauer angesehen und finde das Kursniveau nicht sonderlich attraktiv.

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Was STEMMER macht

Sie ist nicht so sexy wie moderne digitale Assistenten mit ihrer Spracherkennung und künstlichen Intelligenz. Aber auch die industrielle Bildverarbeitung samt maschinellem Sehen ist ganz schön smart und entwickelt sich rasant: Von 2017 bis 2023 soll sich die Marktgröße laut einer aktuellen Studie von MarketsandMarkets Research von aktuell etwa 8 Mrd. US-Dollar auf über 12 Mrd. entwickeln. Ähnliches schreibt Grand View Research mit erwarteten jährlichen Wachstumsraten von im Schnitt 8,5 % bis 2025, wobei fast die Hälfte der globalen Umsätze auf Europa entfällt.

Dabei handelt es sich um eine kognitive Technologie, die in der Automatisierungstechnik, insbesondere für besonders fortschrittliche Industrie 4.0-Lösungen, gebraucht wird. Deshalb verwundert es nicht, dass sich diverse deutsche Anbieter in der weltweiten Spitzengruppe befinden, darunter auch zum Beispiel die privaten Unternehmen Allied Vision Technologies und Sick.

STEMMER ist dabei weniger Hersteller, sondern vielmehr ein Systemlieferant, der vielfältige technische Komponenten von etwa 200 Lieferanten bezieht und zu maßgeschneiderten Lösungen zusammenführt. Zu den Kunden gehören Industrieunternehmen fast aller Branchen sowie Anlagenbauer und Systemintegratoren, die bei übergeordneten Aufträgen regelmäßig auf das spezielle Know-how von STEMMER zurückgreifen.

Wie STEMMER weiter wachsen will

Bisher ist STEMMER vor allem am Heimatmarkt aktiv, aber auch in einer Reihe von weiteren europäischen Märkten präsent. Nun soll der Emissionserlös in Höhe von etwa 51 Mio. Euro zur Hälfte für die Expansion im europäischen Ausland sowie in Asien verwendet werden. Noch kurz vor dem Börsengang wurde der niederländische Konkurrent Data Vision übernommen und weitere Zukäufe zur Stärkung der Marktposition sind geplant.

Daneben soll aber auch das Leistungsspektrum ausgebaut und eine Digitalisierungsoffensive forciert werden. Von besonderer Bedeutung sind dabei die „Common Vision Blox“, eine verbreitete Software-Suite, die viele Standardaufgaben in der Bildverarbeitung wie die Objekterkennung oder die Oberflächeninspektion abdeckt. Mit dieser Eigenentwicklung kann sich STEMMER vom Wettbewerb differenzieren.

Aufgefallen ist mir auch eine wichtige Personalie: Der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Weinmann zeichnet verantwortlich für den beachtlichen Aufstieg des IT-Systemhauses CANCOM (WKN:541910), dessen Geschäftsmodell von der Struktur her ähnlich ist zu demjenigen von STEMMER. Ich sehe das als klaren Pluspunkt.

Insgesamt betrachtet scheint es für den Innovationsführer und Branchenkonsolidierer STEMMER noch viel Potenzial in einem wachsenden Markt zu geben. Das wäre schon mal eine gute Basis für eine etwaige Investition, aber natürlich muss nicht nur die Leistung stimmen, sondern auch der Preis.

Das sagen die Zahlen

Zum aktuellen Kurs von 36,50 Euro (02.03.) wird STEMMER mit 237 Mio. Euro bewertet, was gut dem Zweieinhalbfachen des zuletzt gemeldeten Umsatzes in Höhe von 88 Mio. Euro entspricht. Ähnlich hoch ist der Faktor beim Eigenkapital, das zum 30.11.2017 bei 17 Mio. Euro lag. Eine Gewinnausschüttung aus der Substanz in Höhe von 8 Mio. Euro hatte es vor dem Börsengang noch weiter reduziert. Jetzt, nach dem Börsengang, liegt es wohl bei knapp 70 Mio. Euro, was okay ist, wenn es mit der geplanten Expansion von Umsatz und Ertrag klappt.

Mit zuletzt 5,6 % organischem Wachstum ist STEMMER nicht gerade eine Rakete, weist aber einen immerhin akzeptablen Wert auf. Schon in diesem Kalenderjahr sind Umsätze jenseits von 100 Mio. Euro möglich und über weitere Zukäufe sollte es recht zügig nach oben gehen. Die Frage ist dann, ob auch die Profitabilität gesteigert werden kann. Bisher lag man da stets im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Um die Bewertung zu rechtfertigen, sollte es jedoch mittelfristig deutlich in den zweistelligen Bereich gehen.

Für das bis Ende Juni laufende Geschäftsjahr wird mit einer „leicht verbesserten Bruttomarge“ gerechnet. Das bereinigte Vorsteuerergebnis soll sogar deutlich steigen, wovon Anleger aber zunächst nicht viel haben, weil Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Börsengang den Zuwachs zunichte machen. In den folgenden Geschäftsjahren sollte es aber keine Beeinträchtigungen mehr geben.

Erfüllen sich die Markterwartungen der oben genannten Analysten, dann wird STEMMER mit der Zeit in seine Bewertung hineinwachsen können und sich als ordentliches Investment erweisen. Allerdings kann ich mir schwer vorstellen, dass daraus ein Börsenstar wie etwa Basler oder ISRA Vision wird.

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