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Die 5 besten Zitate aus Warren Buffetts Brief an die Aktionäre

Foto: The Motley Fool.

Warren Buffett gehört zu den besten Investoren aller Zeiten, aber was ihn besonders unterhaltsam macht, ist sein Humor. Sein Witz erlaubt es ihm, auf wunderbare Weise zu informieren und zu unterhalten. Daher macht das Lesen seiner jährlichen Briefe an die Investoren von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) Freude. Sein letzter Brief wurde vor Kurzem veröffentlicht und enttäuschte nicht. Hier sind fünf der besten Zitate (Hervorhebungen wie im Original).

Nr. 1: „Ein großer Teil unseres Gewinns stammt nicht davon, was wir bei Berkshire erreicht haben.“

Die meisten CEOs ernten die Lorbeeren für die Leistung ihrer Unternehmen, selbst wenn sie nichts damit zu tun hatten. Daher ist Buffetts Eingeständnis, dass er für einen großen Teil von Berkshire Hathaways Erfolg letztes Jahr nicht verantwortlich war, herrlich erfrischend.

Das Nettovermögen von Berkshire Hathaway erreichte im Jahr 2017 satte 65,3 Milliarden US-Dollar; ein großer Teil dieses Anstiegs kam jedoch mit freundlicher Genehmigung des Steuerreformgesetzes, das der Kongress im Dezember verabschiedet hatte. Konkret trug die Steuerreform 29 Milliarden US-Dollar zum Anstieg des Nettovermögens bei. Dieser Gewinn hatte nichts mit Buffetts oder Berkshire Hathaways unternehmerischem Können zu tun. Buffett sollte jedoch nicht zu bescheiden sein. Sein Team verdient definitiv Anerkennung für 36 Milliarden US-Dollar, die Berkshire generiert hat.

Nr. 2: „[Z]ukünftige Quartals- und Jahresberichte werden … sehr oft die Kommentatoren und Investoren irreführen.“

Manchmal ändern sich die Buchhaltungsregeln, und laut Buffett befinden wir uns in einer Zeit, in der eine Änderung der Buchhaltung eine Menge Verwirrung in Bezug auf Berkshire Hathaways Gewinne verursachen könnte.

Berkshire Hathaway verwaltet ein massives Aktienportfolio im Wert von 170 Milliarden US-Dollar und muss bald seine unrealisierten Gewinne und Verluste in seine GAAP-Bilanz einbeziehen. Buffett sagt, dass dies „einige wirklich wilde und kapriziöse Schwankungen“ bei den Erträgen verursachen wird, die „die wirklich wichtigen Zahlen, die unsere operative Leistung beschreiben, überdecken werden“.

Er glaubt nicht, dass die Reporter und die Analysten das in Betracht ziehen werden. Daher plant er, Berkshire Hathaways Zahlen nach Handelsschluss am Freitag zu veröffentlichen damit jeder genügend Zeit hat, diese durchzusehen. Das soll Verwirrung vermeiden und die Aktionäre nicht unnötig erschrecken.

Dennoch rechnet er nach wie vor mit „erheblicher Verwirrung unter den Aktionären, für die Buchhaltung eine Fremdsprache ist“. Sein Ratschlag? Den quartalsmäßigen Lärm, der von Reportern und Analysten verursacht wird, zu ignorieren. Konzentriere dich sich stattdessen auf die operative Leistung von Berkshire Hathaway. Schließlich wird, wie er schreibt, Berkshires Gewinn nutzlos sein für analytische Zwecke.

Nr. 3: „[W]ir verkaufen Wertpapiere, wenn uns das klug erscheint.“

Du würdest denken, dass das jeder Investor tut, aber einige CEOs verkaufen Investitionen nur, um die Quartalszahlen aufzumöbeln. Im Gegensatz dazu hat Buffetts Entscheidung, Aktien mit Gewinnen oder Verlusten zu verkaufen, nichts mit dem vierteljährlichen Gewinn von Berkshire Hathaway zu tun. Stattdessen hat es alles mit dem Besitz großartiger Unternehmen zu tun, solange es Sinn macht — unabhängig davon, was das für die Quartalsergebnisse von Berkshire Hathaway bedeuten könnte.

Die Buchhaltungsregeln haben Buffett lange Zeit gezwungen, die realisierten Gewinne und Verluste von Berkshire Hathaway in den Reingewinn einzubeziehen, und das bedeutet, dass der Reingewinn von Berkshire Hathaway in einer Weise schwankt, die nicht notwendigerweise die Betriebsleistung widerspiegelt. Laut Buffett wird das so weitergehen.

Nr. 4: „Wenn die Wall-Street-Analysten und Vorstandsmitglieder schon CEOs dazu drängen, mögliche Übernahmen in Betracht zu ziehen, ist es ein bisschen so, als würde man dem heranreifenden Teenager sagen, er solle sicher stellen, ein normales Sexualleben zu haben.“

Laut Buffett sagen die Analysten und Unternehmensvorstände den CEOs es wäre okay, Übernahmen zu tätigen, und diese CEOs befriedigen deren Wünsche um jeden Preis. Ihre Bereitschaft, billige Schulden zu übernehmen, die den Gewinn pro Aktie steigern können, hilft da auch nicht.

Buffett entscheidet anhand von vier Kriterien über den Erwerb eines Unternehmens: Wettbewerbsstärke, hochwertiges Management, gute Renditen und vernünftige Kaufpreise. Es ist der vierte Punkt, der ihn davon abgehalten hat, in letzter Zeit große Übernahmen zu tätigen.

Es herrscht sicher kein Geldmangel. Am Jahresende hielt Berkshire 116 Milliarden US-Dollar in bar und US-Schatzanleihen, gegenüber 86,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016. Es ist auch nicht der fehlende Wille. Laut Buffett verdient unser Bargeld „nur einen Hungerlohn und liegt weit unter dem Niveau, das Charlie und ich uns für Berkshire wünschen. Aber Sie werden uns an unserem breiten Lachen erkennen, wenn wir die überschüssigen Gelder von Berkshire in produktivere Anlagen umgeschichtet haben“.

Offensichtlich würde Buffett sehr gerne eine Übernahme tätigen, aber er ist nicht bereit, Mondpreise zu zahlen. Das ist ein kluger Ratschlag für jeden Anleger, vor allem angesichts der rasanten Marktrenditen, die wir in letzter Zeit erlebt haben.

Nr. 5: „Charlie und ich werden Berkshire nie in einer Art und Weise führen, die vom guten Willen von Fremden abhängt — oder sogar von Freunden, die möglicherweise mit eigenen Liquiditätsproblemen konfrontiert sind“.

Liquidität ist für Buffett sehr wichtig. Er will immer genug finanziellen Spielraum haben, um Geschäfte zu machen — unabhängig davon, was mit der Wirtschaft oder dem Aktienmarkt passiert. Sein Fokus auf finanzielle Flexibilität ist einer der Gründe, warum er Berkshire Hathaways Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft so sehr liebt.

Diese Unternehmen können Versicherungsprämien investieren, bis Schadensfälle eintreten. Diese investierbare Position erhöht sich mit dem Prämienvolumen und Berkshire Hathaway ist der zweitgrößte Schaden- und Unfallversicherer, sodass das Unternehmen auch Schadensfälle bezahlen kann, die seine Konkurrenten aus dem Geschäft drängen würden.

Sicher, Berkshires Versicherungsgeschäft könnte hin und wieder ein schlechtes Jahr haben, aber dafür hat das Unternehmen andere Tochtergesellschaften, um die Flaute aufzuheben. Der Cashflow aus dem Versicherungsgeschäft und die Diversifikation in andere Branchen gibt Buffett genügend Raum, um die Chancen zu nutzen, die andere nicht nutzen können, ohne um Geld bitten zu müssen. Kurz gesagt, Buffett zieht es vor, in schwierigen Zeiten in die eigene Tasche zu greifen anstatt Kredite aufzunehmen.

Diese Affinität, finanziell unabhängig zu bleiben, mag die beste Lektion sein, die den Investoren im diesjährigen Brief geboten wird. Anstatt finanziellen Ruin zu riskieren, indem man während der Hochkonjunktur zu viel ausgibt, ist es vielleicht klüger, ein bisschen konservativ zu sein. Schließlich könnte die konservative Verwaltung deines Geldes es dir erlauben, die besten Gelegenheiten zu nutzen — wie er es tut.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und am 27.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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