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5 Möglichkeiten, wie Valeant Pharmaceutical plant, das Ruder herum zu reißen

Foto: Getty Images

Joe Papa, CEO von Valeant Pharmaceuticals (WKN:A1C6JH), ist nach wie vor der Meinung, dass das Unternehmen großes Potenzial an diesem Wendepunkt hat. Nach den Ergebnissen des vierten Quartals des Arzneimittelherstellers ist es jedoch offensichtlich, dass noch viel zu tun bleibt, bis die Wende erreicht ist.

In der Telefonkonferenz, die am Mittwochmorgen stattfand lieferte Papa zusammen mit dem CFO Paul Herendeen die Roadmap des Unternehmens für die nächsten Jahre. Valeant hofft, die Dinge umzudrehen und zum Wachstum zurückzukehren.

1. Umsatz von Ortho Dermatologics in den nächsten fünf Jahren verdoppeln

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Ortho Dermatologics von Valeant belief sich im Jahr 2017 auf 606 Millionen US-Dollar. Papa sagte, dass es das Ziel des Unternehmens sei, diesen Umsatz in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Laut ihm gäbe es drei Möglichkeiten, um dieses Ziel zu erreichen.

Erstens stellte Papa fest, dass Valeant im Januar 2018 seine Vertriebsmannschaft in der Dermatologie um mehr als 25 % vergrößert hat. Dieses erweiterte Vertriebsteam wirbt bereits für das Plaque-Psoriasis-Medikament Siliq. Zweitens sagte er, dass das Unternehmen weltweit expandieren würde, insbesondere mit dem Solta-Ästhetik-Geschäft, das Valeant kürzlich mit der Ortho-Dermatologics-Sparte kombiniert hat. Der dritte Plan des Unternehmens sieht die Einführung neuer Produkte vor.

2. 1 Milliarde US-Dollar oder mehr mit den Spitzenjahresumsätzen der „signifikanten Sieben“ machen

Das Unternehmen hofft, die Zulassung von der Food and Drug Administration noch in diesem Jahr für die Medikamente Duobrii und Jemdel zu erhalten. Die Liste der „signifikanten Sieben“ wird durch Relistor gegen opioidinduzierte Verstopfung, die Ultra-Kontaktlinse von Bausch & Lomb, Siliq, Lumify-Augentropfen und die Glaukombehandlung Vyzulta abgerundet.

Im Jahr 2017 erzielten die fünf bereits zugelassenen Produkte zusammen einen Umsatz von weniger als 100 Millionen US-Dollar; Siliq wurde jedoch erst im dritten Quartal des vergangenen Jahres eingeführt. Vyzulta hat im November die FDA-Zulassung erhalten und kommt nun auf den Markt. Lumify erhielt die FDA-Zulassung im Dezember und sollte im zweiten Quartal 2018 eingeführt werden.

3. Schuldenabbau fortsetzen

Valeant hat seine Schulden seit Ende des ersten Quartals 2016 um mehr als 20 % reduziert. Dies gelang dem Arzneimittelhersteller in erster Linie durch Veräußerungen, einschließlich des Verkaufs von iNova Pharmaceuticals für 930 Millionen US-Dollar. Diese Veräußerungen haben zwar den Umsatz von Valeant belastet, waren aber notwendig.

Joe Papa und Paul Herendeen sprachen über das Engagement des Unternehmens, die Verschuldung weiter zu reduzieren. Valeant hofft, seine Schulden zu reduzieren, indem es den Cashflow nutzt. Papa sagte jedoch, dass Valeant immer noch zusätzliche Verkäufe von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten prüfen könne. Herendeen wies auch darauf hin, dass „das Eigenkapital auf dem Tisch liegen muss“, was auf einen möglichen Verkauf hindeutet. Er sagte jedoch, dass die Beschaffung von Bargeld „nichts Dringendes“ sei.

4. Verbesserung der Betriebseffizienz

Papa erklärte, dass Valeant hofft, in den nächsten fünf Jahren rund 200 Millionen US-Dollar zu sparen. Im Jahr 2017 beliefen sich die Kosten des Arzneimittelherstellers auf insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar. Eine weitere Möglichkeit, die operative Effizienz zu verbessern, besteht darin, das Arbeitskapital in den nächsten fünf Jahren um rund 100 Millionen US-Dollar zu reduzieren.

Valeant hat bereits einige Fortschritte bei der Verbesserung der operativen Effizienz erzielt. Im vergangenen Jahr steigerte das Unternehmen den operativen Cashflow im Vergleich zum Vorjahr um 10 %, was auf niedrigere betriebliche Aufwendungen und ein geringeres Arbeitskapital zurückzuführen ist.

5. Fokus auf Forschung und Entwicklung

Papa sagte, dass der Turnaround von Valeant in den kommenden Jahren „immer darin bestehen wird, neue Produkte auf den Markt zu bringen“. Das heißt, das Unternehmen muss sich auf Forschung und Entwicklung konzentrieren.

Valeant plant, seine F&E-Ausgaben bis 2018 um mehr als 15 % zu erhöhen. Dieser Anstieg wird den Arzneimittelhersteller jedoch bestenfalls wieder auf das Niveau von 2016 bringen.

Die Wende

Das Management von Valeant spricht in erster Linie von „wichtigem organischem Wachstum“ für die Geschäftsbereiche Bausch & Lomb/International und Salix. Unter diesem Begriff versteht man Wachstum ohne Berücksichtigung von Ausgliederungen und Währungsschwankungen. Die Realität sieht jedoch so aus, dass beide Faktoren nach wie vor einen großen Einfluss auf die finanziellen Ergebnisse des Unternehmens haben.

Papa sagt, dass Valeants Turnaround-Phase noch im Gange ist, aber er nannte 2018 auch ein „hartes Jahr“. Eine Trendwende, zumindest aus Sicht des Umsatzwachstums, beginnt erst 2019 – wenn überhaupt.

Vieles hängt von der erfolgreichen Einführung neuer Produkte ab. Dazu müssen diese neuen Produkte genügend Umsatz generieren, um Rückgänge aus Veräußerungen und negative Wechselkurseffekte auszugleichen. Jetzt ist die Turnaround-Gelegenheit von Valeant immer noch nur eine Chance.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Valeant Pharmaceuticals.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 01.3.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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