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Was ich gelernt habe, weil ich den falschen Job angenommen habe

Foto: Getty Images

Auf dem Papier scheint so mancher Job genau das Richtige zu sein. Doch hat man erst einmal angefangen, kann sich herausstellen, dass man einen schrecklichen Fehler gemacht hat. Vielleicht hat der Personalchef dir ein falsches Bild vermittelt oder du hast den Job durch eine rosarote Brille betrachtet. Vielleicht warst du auch so erpicht darauf, deinem letzten Job zu entfliehen, dass du nur das Positive sehen wolltest.

Was auch immer der Grund war – aus jedem falschen Job kann man auch etwas lernen. Solche Lektionen können dir vielleicht später das ein oder andere Mal helfen, wenn du schon längst einen neuen Weg eingeschlagen hast. Das müssen keine offensichtlichen Dinge sein, manche erkennst du vielleicht erst nach einiger Zeit. Halte einfach die Augen offen und versuche, aus der negativen Erfahrung etwas zu lernen.

Sind deine Erwartungen realistisch?

Jason Hall: In meinen 20ern arbeitete ich als Einzelhandelsmanager, und ich nahm ein Angebot an, für das ich etwa 40 Meilen von meinem Zuhause entfernt arbeiten musste. Das folgende Jahr entwickelte sich zur härtesten Zeit meines bisherigen Berufslebens. Im Wesentlichen lag das daran, dass ich den neuen Job mit komplett falschen Erwartungen angetreten hatte.

Als Einzelhandelsmanager sind lange Arbeitszeiten und unterschiedliche Schichten an der Tagesordnung. Es war nicht ungewöhnlich, um 22.00 Uhr noch im Geschäft zu sein, nur um am nächsten Tag bereits vor 7.00 Uhr eine Lkw-Lieferung anzunehmen.

Leider hatte ich die Erwartung, dass  mir der Übergang leicht fallen würde und mein persönliches und soziales Leben nicht beeinträchtigt würde. Die Realität sah ganz anders aus: Aufgrund der langen Arbeitszeiten, eines viel längeren Arbeitswegs und eines sich ständig ändernden Zeitplan war ich gezwungen, mein Konzept der Work-Life-Balance neu zu bewerten und einige persönliche Opfer für meine Karriere zu bringen.

Um das Beste aus der Geschichte zu machen, habe ich hart gearbeitet, um den Laden und mein Team zu unterstützen. Ich habe auch gelernt, wie wichtig es war, großartige Leute einzustellen, die mir einen Teil der Last abnahmen. Ich wurde schließlich abermals befördert – und stellte sicher, dass ich in diesen neuen Job mit den richtigen Erwartungen eingestiegen bin.

Seither sind fast 20 Jahre vergangen. Nie wieder habe ich den Fehler gemacht, einen neuen Weg zu gehen, ohne genau zu prüfen, was mich erwartet. Das hat sich vielfach ausgezahlt, indem es mir geholfen hat, ein besserer Mitarbeiter und Partner zu werden. Im Lauf der Zeit bekam ich viele Aufstiegschancen geboten.

Geld ist nicht alles

Maurie Backman: Als ich das College zum ersten Mal abgeschlossen habe, habe ich einen Job bei einem Hedge-Fonds-Unternehmen bekommen, der anfangs spannend war. Aber binnen weniger Monate verwandelte sich ein interessanter Job in einen schrecklichen. Nicht nur war das Umfeld echt übel. Ich wollte außerdem kreativere Aufgaben bekommen. Aber anstatt den Job nach einem Jahr aufzugeben, habe ich fast fünf Jahre lang dort gearbeitet. Der Grund? Ich wurde relativ gut bezahlt für mein Alter, und ich wollte dieses Einkommen nicht aufgeben.

Ich bin der Meinung, dass es sich manchmal lohnt, dem Geld zu folgen. Wie viele Leute in meinem Alter habe ich das College mit einem Haufen Schulden und armseligen Ersparnissen abgeschlossen. Mein Ziel war es, mit meinem guten Gehalt meine Kredite zu tilgen und mein Bankkonto aufzufüllen, bevor ich ging. Aber als ich das erreicht hatte, ging ich doch nicht, obwohl ich unglücklich war – die Verlockungen des Geldes waren zu groß.

Im Nachhinein ist klar, dass mein erster Job nach dem College der falsche für mich war, obwohl ich es geschafft habe, das Beste daraus zu machen. Dass ich so viel länger in diesem Job geblieben bin als notwendig, macht sich gut in meinem Lebenslauf, aber es war so viel länger als notwendig. Dabei habe ich eine wichtige Lektion gelernt: Nimm niemals einen Job an, mit dem du nicht zufrieden sein wirst, nur wegen des Geldes – zumindest nicht auf lange Sicht. Ehrlich gesagt, das Leben ist zu kurz dafür.

Vorsicht vor dem Management!

Daniel B. Kline: Zu Beginn meiner Karriere habe ich für eine inzwischen nicht mehr existierende Zeitung gearbeitet, die den Ruf hatte, ihre Mitarbeiter nicht gut zu behandeln. In meinem ersten Job bei diesem Unternehmen hatte ich einen anständigen Chef und mit dem restlichen Unternehmen nicht viel zu tun, sodass ich nicht wirklich wusste, wie wenig der CEO uns alle schätzte.

Das änderte sich, als ich zum ersten Mal für eine Beförderung interviewt wurde. Der CEO führte das Interview, und wir sprachen über den Führungsstil, als er mir einen Teil seiner Philosophie mitteilte.

„Manchmal gefällt es mir, jemanden ohne Grund zu feuern, nur um alle anderen auf Trab zu halten“, sagte er.

Das war ein Warnsignal, aber ich ignorierte es, weil ich den Job wollte. Es gab viele andere in den nächsten Monaten. Ich musste erleben, dass das Management Kompetenz mit mehr Arbeit und weniger Unterstützung belohnte. Der CEO – und damit auch der Rest des Managements – sah die Mitarbeiter nicht als wertvolles Kapital an.

Da ich so nicht arbeiten kann, kam ich in eine ähnliche Situation wie mein erster Chef: Ich diente entweder als Puffer für die Angestellten oder alle wären unglücklich.

Ich entschied mich, die Last auf mich zu nehmen und verbrachte über ein Jahr damit, zu wissen, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Dennoch habe ich auch eine wichtige Lektion darüber gelernt, wie man mit Menschen umgeht, und dass es am besten ist, zuzuhören, wenn die Leute einem sagen, wer und was sie sind.

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Dieser Artikel wurde von Daniel B. Kline, Jason Hall und Maurie Backman auf Englisch verfasst und am 27.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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