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Ein potenzieller Markt im Wert von 1 Billion US-Dollar – und Alphabet möchte ein Stück davon

Foto: Google

Googles Mutterunternehmen Alphabet (WKN:A14Y6H) weiß, dass im Gesundheitswesen viel Geld zu verdienen ist. Deshalb hat das Unternehmen zwei Tochtergesellschaften gegründet, um sich darauf zu konzentrieren – Calico und Verily Life Sciences. Calicos Fokus liegt auf der Erhöhung der Lebenserwartung des Menschen, während Verilys Bemühungen Technologien zur Behandlung von Krankheiten entwickelt.

Jetzt scheint jedoch Alphabets Verily-Sparte in eine Gesundheitsnische zu gehen, die laut der Prognose eines Experten zu einem Billionen-Markt heranwachsen könnte. Was ist dieser Markt – und kann Alphabet damit Erfolg haben?

Ein neuer und wachsender Markt

Christina Farr von CNBC berichtete am 27. Februar 2018, dass Verily plant, in den Gesundheitsmanagementmarkt einzutreten. Das Gesundheitsmanagement zielt darauf ab, die Gesundheitsergebnisse einer Gruppe von Menschen zu verbessern, indem einzelne Patienten innerhalb dieser Gruppe überwacht und identifiziert werden.

Die Idee dahinter wurde erstmals 2003 von den Gesundheitsforschern David Kindig und Greg Stoddart erwähnt. Das Konzept, Daten zu nutzen, um die Gesundheitsversorgung von Bevölkerungen oder Personengruppen besser zu verwalten, begann in den nächsten Jahren an Dynamik zu gewinnen.

Es sollte zu niedrigeren Kosten für die Kostenträger, einschließlich Regierungen, Versicherer und Arbeitgeber, führen. Beispielsweise könnten Daten genutzt werden, um Patienten dabei zu unterstützen, Diabetes proaktiv besser zu managen und Kosten durch mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Derzeit stellt der Markt zwischen 20 und 25 Milliarden US-Dollar an jährlichen Ausgaben dar. Es wird auch erwartet, dass der Markt deutlich wachsen wird.

Ari Gottlieb von PwC teilte CNBC mit, dass der Markt auf bis zu 1 Billion US-Dollar wachsen könnte, wenn mehr Versicherer den Ansatz zur Kontrolle der Gesundheitskosten übernehmen. Grand View Research prognostiziert, dass der Markt bis 2025 89,5 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Das spiegelt ein solides Wachstum aus heutiger Sicht wider, ist aber weit entfernt von der PwC-Schätzung.

Hier kommt Alphabet ins Spiel

Der CNBC-Bericht zitierte Quellen, die besagen, dass Verily sich in Gesprächen mit den Krankenkassen befindet. Das Unternehmen stellt gerade verstärkt Fachkräfte ein, die helfen sollen, die Gesundheitskosten besser zu managen.

Aber welchen Mehrwert bringt Verily? Es geht nur um die Daten.

Verily und 3M (WKN:851745) gaben im Oktober 2016 eine Partnerschaft zur Entwicklung von Lösungen für das Gesundheitsmanagement der Bevölkerung bekannt. Die Software von 3M wird von Krankenhäusern und Regierungsbehörden intensiv für die Kodierung von Gesundheitsdaten und die Risikoklassifizierung eingesetzt. Diese Zusammenarbeit gibt Verily potenziell Zugang zu einer großen Menge an Daten, die zur Risikoverwaltung für große Patientengruppen verwendet werden kann.

Verily arbeitet auch mit der Duke University und Stanford Medicine an einem Projekt zur Erfassung und Analyse von Gesundheitsdaten von rund 10.000 Teilnehmern. Ziel dieses Projekts ist es, ein Mindestmaß an Gesundheit zu etablieren, den Übergang von Gesundheit zu Krankheit besser zu verstehen und zusätzliche Risikofaktoren für Krankheiten zu identifizieren. Diese Art von Daten wäre ideal für den Einsatz im Gesundheitsmanagement.

Die Google-Geschäftseinheit von Alphabet unternimmt ebenfalls Anstrengungen, um Verily einen Wettbewerbsvorteil im Markt zu verschaffen. Google hat in Zusammenarbeit mit der University of California, der Stanford University und der University of Chicago ein KI-System entwickelt, das die Ergebnisse von Krankenhausbesuchen vorhersagt. Die Möglichkeit, Krankenhausaufenthalte zu verhindern und die Verweildauer zu verkürzen, könnte zu einer drastischen Senkung der gesamten Gesundheitskosten beitragen. Diese Forschung und andere Initiativen machen Alphabet zu einem führenden Unternehmen bei der Anwendung von KI im Gesundheitswesen – und diese Technologie könnte für Verily auch sehr wichtig sein.

Noch früh

Kann Alphabet einen großen Teil des Marktes übernehmen? Das ist durchaus möglich. Aber es ist auch noch sehr früh.

Das Unternehmen hat noch nicht einmal offiziell angekündigt, dass es beabsichtigt, sich gemeinsam mit den Versicherern um die Vergabe von Aufträgen zu bewerben. Das Unternehmen befindet sich noch in der Vorbereitungsphase für den Aufbau eines Teams. Und der Markt hat bereits einige Unternehmen mit tiefen Taschen.

Allerdings würde ich Alphabet nicht unterschätzen. Das Unternehmen verfügt über die technologische Kompetenz, Daten zu sammeln und zu analysieren. Verily verfügt auch über solide Verbindungen zu wichtigen Unternehmen und Non-Profit-Organisationen im Gesundheitswesen.

Fürs Erste gibt es jedoch weitaus wichtigere Gründe, Alphabet-Aktien zu kaufen. Das Kerngeschäft von Google ist nach wie vor sehr stark, mit einem beeindruckenden Umsatzwachstum von fast 24 % im vierten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahr. Das Segment „Sonstige Wetten“ von Alphabet, zu dem auch Verily gehört, erwirtschaftete nur rund 1 % des Gesamtumsatzes.

Dennoch bietet Alphabet den Investoren sowohl stabiles Wachstum und Profitabilität aus den Kerngeschäften als auch ein Lotterielos für potenziell lukrative neue Märkte wie das Gesundheitsmanagement. Es gibt eine Menge Geld, das in diesen Märkten verdient werden kann – und Alphabet scheint entschlossen zu sein, in einige davon einzutretden.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien) und Alphabet (C-Aktien). The Motley Fool empfiehlt 3M.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 28.2.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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