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3 Biotechs, bei denen sich genau jetzt der Einstieg lohnen könnte: Medigene, MorphoSys und Celgene

Foto: Getty Images

Bei Biotechs sind meist Nachrichten zur Entwicklung der Pipeline und insbesondere zu bevorstehenden Zulassungen wichtiger als alles Zahlenwerk. Und in Situationen kurz vor solchen Ereignissen lohnt sich häufig ein Einstieg, da positive Meldungen die Kurse sehr schnell in die Höhe katapultieren können. War man dann nicht dabei, ist der Zug abgefahren. Hier haben wir drei Kandidaten, bei denen positive Nachrichten in diesem Jahr zu deutlich höheren Kursen führen könnten.

Die Koryphäe für zellbasierte Immuntherapien

Die im TecDAX gelistete Medigene (WKN:A1X3W0) setzt auf natürlich vorkommende T-Zell-Rezeptoren (engl. T Cell Receptors; TCRs), die umfassend charakterisiert sind und die eine firmeneigene wertvolle TCR-Plattform darstellen.

Solch natürliche TCRs haben gegenüber CAR-Ts (engl. Chimeric Antigen Receptors) wie zugelassene Therapien von Gilead Sciences (WKN:885823) oder Novartis (WKN:904278) ein deutlich geringeres Risiko von Hirnschwellungen und Überreaktionen des Immunsystems, die beide zum Tode führen können.

Diese Vorteile der TCRs hat auch Bluebird Bio (WKN:A1W025) dazu veranlasst, vier von Medigenes TCRs zu validieren und in Klinische Phasen zu bringen. Hier winken bis zu einer Mrd. US-Dollar an Meilensteinzahlungen und zusätzliche Umsatzbeteiligungen nach Zulassung.

Conclusioni meum: Positive Meldungen zur Überführung eines TCRs in die Klinische Phase I durch Bluebird Bio sollten den Aktienkurs von Medigene deutlich anspringen lassen.

Zudem wird gerade Medigenes erste TCR-Immuntherapie MDG1011 gegen drei Blutkrebsindikationen in einer klinischen Phase I/II-Studie getestet, zu denen ebenfalls in diesem Jahr mit Meldungen zu rechnen ist.

Zelltherapien liefern gerade bei Blutkrebs häufig überragende Ergebnisse, da sich die Zellen im flüssigen Milieu Blut sehr gut fortbewegen können und auch ihre Ziele, die Krebszellen, leicht zugänglich auffinden können.

Conclusioni meum: Ich persönlich rechne hier mit positiven Nachrichten, da es ähnliche Therapien von Novartis und Gilead schon gibt, die aber erhebliche Nebenwirkungen zeigen.

Der Antikörper-Titan

Das Jahr 2017 war für MorphoSys (WKN:663200) entscheidend, denn mit Guselkumab konnte in Kooperation mit Johnson & Johnson (WKN:853260) ein jetzt schon außerordentlich erfolgreiches Medikament gegen Schuppenflechte auf den Markt gebracht werden.

Damit hat unser Vorzeige-Biotech seine eigene Antikörper-Bibliothek unter Beweis gestellt und wird nun die weiteren knapp 30 Antikörper in Klinischen Studien sukzessiv abarbeiten. Nicht alle werden es zur Zulassung schaffen, doch jeder einzelne hat Umsatzpotenzial von mehreren hundert Mio. Euro pro Jahr bis hin zum Blockbuster-Status mit mehr als einer Mrd. Euro pro Jahr.

Spannend werden die Daten nun zum firmeneigenen (!) Antikörper MOR208 werden, der sich gegen das Zielmolekül CD19 richtet. Dieses Antigen CD19 findet man auf der Oberfläche von B-Zellen und dient als Angriffspunkt bei krebsartigen B-Zell-Erkrankungen wie dem Non-Hodgkin Lymphom (NHL), dem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) sowie der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL).

Von krebsartigen Erkrankungen der B-Zellen sind in den sieben größten Märkten jährlich mehr als 150.000 Patienten betroffen, und es herrscht nach wie vor großer Behandlungsbedarf. Aus diesem Grund hat MorphoSys auch im Oktober 2017 von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA den Status Therapiedurchbruch in der Blutkrebsindikation DLBCL in der Kombinationsbehandlung mit dem Krebsmedikament Revlimid von Celgene (WKN:881244) erhalten.

Und die Daten aus Klinischer Phase II waren atemberaubend gut: 52 % der Patienten sprachen auf die Behandlung mit MOR208 an (engl. objective response) und 32 % zeigten eine vollständige Remission (engl. complete remission) und damit Heilung. Dabei wurden schwierige Fälle mit wiederkehrendem bzw. therapieresistentem diffusen DLBCL behandelt.

Conclusioni meum: Bei positiven Daten aus der Klinischen Phase III wird es schnell zur Zulassung von MOR208 kommen und MorphoSys damit ein Medikament mit Blockbusterpotenzial an die Hand geben. Deshalb wird die Aktie in diesem Fall vermutlich sehr stark steigen.

Das geschundene Biotech-Urgestein

Auslöser für den Fall der Aktie von Celgene (WKN:881244) war gegen Ende 2017 der Flop mit GED-0301 (Mongersen) in der finalen Phase III-Studie gegen Morbus Crohn, woraufhin Celgene die langfristigen Prognosen etwas senken musste.

Jetzt kürzlich kam noch ein Rückschlag im Zulassungsprozess für Ozanimod zur Behandlung von Multipler Sklerose hinzu, für die die FDA den Zulassungsantrag schlicht abgelehnt hat. Das klingt erst einmal schlimm, bedeutet aber wahrscheinlich nur eine Verschiebung um wenige Monate aufgrund des Nachreichens fehlender Daten.

Seit dem Allzeithoch im Oktober 2017 hat die Aktie ca. 40 % eingebüßt und ist für ein Biotech-Unternehmen mit knapp 20 % Wachstum pro Jahr in den kommenden Jahren extrem günstig bewertet.

Positive Phase III-Daten zu OTEZLA bei Patienten mit Behçet-Krankheit sowie Colitis ulcerosa verpufften im Raum ohne positive Wirkung auf den Aktienkurs. Auch die sinnvolle Akquisition des zellbasierten Krebsimmuntherapie-Spezialisten Juno Therapeutics (WKN:A12GMP) sendete wenig positive Signale. Zwar ist nicht kurzfristig mit Einnahmen von Juno zu rechnen, aber langfristig positioniert sich Celgene als einer der wichtigsten Biotechs in diesem Bereich.

Das Blutkrebsmedikament Revlimid ist und bleibt Celgenes Flaggschiff mit ca. 8 Mrd. US-Dollar Umsatz, der aber dank neuer Indikationen immer weiter wächst und vermutlich bald das bestverkaufte Medikament weltweit werden dürfte. Und trotz neuer Medikamente auf dem Markt, wirken all diese meist besser, wenn sie zusammen mit Revlimid eingesetzt werden.

Conclusioni meum: Selten war Celgene so günstig wie heute zu haben, und vieles spricht für eine weitere erfolgreiche Zukunft. Die erwartete Zulassung von Ozanimod wird ein wichtiges Signal für die Aktie sein, um neue Höchststände zu erreichen.

Fazit

Die stärksten Zugewinne bei positiven Meldungen sind bei Medigene auch aufgrund der geringeren Marktkapitalisierung zu erwarten.

Aber auch MorphoSys könnte sich stark entwickeln, da es sich bei MOR208 um einen eigenen Antikörper handelt, der zumindest bisher nicht mit einem Pharmapartner geteilt werden muss.

Celgene ist für mich derzeit ein relativ sicheres Langfristinvestment mit deutlichem Turnaround-Potenzial, denn die Pipeline und Partnerschaften sind so groß, dass das Unternehmen zum Erfolg verdammt scheint.

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Stefan Graupner besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von und empfehlt Celgene und Gilead Sciences. The Motley Fool besitzt die folgende Optionsscheine: short Mai 2018 $85 Calls auf Gilead Sciences.

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