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Warren Buffett spricht, Airline-Aktien steigen in die Höhe

Foto: The Motley Fool.

Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) veröffentlichte am Samstag seinen Jahresbericht, einschließlich des mit Spannung erwarteten Aktionärsbriefes von Warren Buffett. In dem diesjährigen Brief stellte Buffett fest, dass Berkshire Hathaway 2017 mit einer unglaublichen Summe von 116 Milliarden US-Dollar in Bargeld und kurzfristigen Investitionen abgeschlossen hatte.

Buffett möchte dieses Geld in produktive Investitionen stecken. Dennoch tätigte Berkshire Hathaway nur eine bedeutende Übernahme letztes Jahr, da eine schwungvolle Börse und niedrige Zinsen zu höheren Preisvorstellungen bei den Firmen führte, als Buffett bereit war zu zahlen.

Die Aktien der Fluggesellschaften sind jedoch nach wie vor recht günstig. Am Montagmorgen sorgte Buffett während eines CNBC-Interviews für ein Drama, indem er sagte: „Ich würde nicht ausschließen, eine ganze Fluggesellschaft zu kaufen“. Dies führte dazu, dass die Aktien mehrerer Fluggesellschaften um rund 3 % anstiegen.

Performance der Fluggesellschaftsaktien am Montag. Daten von YCharts.

Berkshire Hathaway besitzt bereits zwischen 6 % und 10 % der vier größten US-Fluggesellschaften.Von diesen könnten Delta Air Lines (WKN:A0MQV8) und Southwest Airlines (WKN:862837) Buffett wahrscheinlich am meisten interessieren. Dennoch könnte JetBlue Airways (WKN:541867) ein noch attraktiveres Übernahmeziel sein.

Die Bewertungen bleiben sehr niedrig

Trotz der hohen Gewinne der Fluggesellschaften seit 2014, haben die meisten dieser Aktien in den letzten drei Jahren Mühe gehabt, sich nach oben zu bewegen. Infolgedessen handelt Southwest Airlines nur für das 12-Fache des  erwarteten Gewinns – und hat eine der höheren Bewertungen in diesem Sektor.

Die Aktie von JetBlue Airways ist etwas billiger mit einem erwarteten KGV von 11. Delta Air Lines ist ein noch größeres Schnäppchen mit weniger als dem Neunfachen des erwarteten Gewinns. Das ist etwa die Hälfte des durchschnittlichen Gewinnes des S&P 500.

Die Aktien von American Airlines und United Continental – die anderen beiden Fluggesellschaften, in die Berkshire Hathaway investiert hat – handeln ebenfalls für ein KGV von etwa 9. Allerdings sind die Vorsteuermargen beider Fluggesellschaften im vergangenen Jahr in den einstelligen Bereich gesunken und laufen Gefahr, im Jahr 2018 weiter zu sinken. Das wird Onkel Warren gar nicht gerne sehen.

Keine der vier Fluggesellschaften scheint die Richtige zu sein

Im diesjährigen Aktionärsbrief gab Buffett eine hilfreiche Zusammenfassung dessen, was er bei potenziellen Übernahmen sucht: „Beständige Wettbewerbsstärke; ein leistungsfähiges und hochqualitatives Management; gute Renditen auf die für den Betrieb des Unternehmens erforderlichen Netto-Sachwerte; Möglichkeiten für internes Wachstum bei attraktiven Renditen; und schließlich ein vernünftiger Kaufpreis.“

Delta und Southwest verfügen beide über erstklassige, langjährig eingespielte Managementteams und erzielen hohe finanzielle Erträge. Delta dominiert seine vier „inneren“ Hubs, insbesondere Atlanta, und hat damit einen langjährigen Margenvorteil gegenüber den anderen Anbietern. Mittlerweile ist Southwest Airlines aufgrund der niedrigen Kosten und des breiten nationalen Streckennetzes die führende Fluggesellschaft in fast der Hälfte der 50 wichtigsten Märkte in den USA.

Allerdings hat Delta Air Lines eher bescheidene Wachstumsaussichten. Das Unternehmen tendiert dazu, die Kapazitäten in etwa so schnell zu erweitern wie das BIP-Wachstum. Southwest Airlines hat ein wenig mehr Spielraum für Wachstum, da das Unternehmen derzeit nur sehr wenige Flüge außerhalb der  USA hat. Dennoch ist ein jährliches Kapazitätswachstum von 4 bis 5 % die größte Investition, die die Anleger für das nächste Jahrzehnt erwarten können.

Auf der anderen Seite könnte Southwest Airlines für Buffetts Geschmack zu teuer sein. Unter Berücksichtigung einer Buyout-Prämie könnte Berkshire Hathaway für den Erwerb von Southwest etwa das 16-Fache des erwarteten Gewinns zahlen müssen. Das wäre kein unangemessener Preis, aber Buffett ist sich der zyklischen Natur der Airline-Industrie bewusst.

JetBlue könnte das beste Ziel sein

Wenn Buffett sich entscheidet, den Sprung zu wagen und eine Fluggesellschaft zu kaufen, könnte JetBlue Airways eine ideale Wahl sein. Sie ist die führende Fluggesellschaft in Boston und der Karibik und entwickelt sich zu einer festen Größe auf den transkontinentalen Märkten. Folglich hat die Rendite auf das eingesetzte Kapital in den letzten Jahren routinemäßig 10 % überschritten.

Wie bereits erwähnt, ist die JetBlue-Aktie etwas billiger als die Aktien von Southwest Airlines. Darüber hinaus hat JetBlue mit nur einem Drittel der Größe von Southwest ein deutlich höheres Wachstumspotenzial. Der Umsatz ist in den letzten vier Jahren mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fast 7 % gestiegen, und die Analysten erwarten für den Zeitraum 2018-2019 ein noch schnelleres Wachstum.

Kurz gesagt, JetBlue Airways Buffetts anspruchsvolle Kriterien. Warum Berkshire Hathaway bisher noch nicht in JetBlue-Aktien investiert hat, liegt wahrscheinlich daran, dass das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von nur 7 Milliarden US-Dollar hat. Berkshire zieht es vor, seinen Besitzanteil auf 9,9 % oder weniger für Minderheitsbeteiligungen zu begrenzen, und eine Investition in Höhe von 700 Millionen Dollar wäre zu klein, um für die Performance des Konglomerats von Bedeutung zu sein.

JetBlue hingegen ist aufgrund seiner bescheidenen Marktkapitalisierung ein attraktiveres Übernahmeziel. Berkshire Hathaway könnte diese vielversprechende, wachstumsstarke Fluggesellschaft wahrscheinlich für 10 Milliarden Dollar oder weniger kaufen. Das scheint eine bessere Idee zu sein, als vielleicht 50 Milliarden US-Dollar für Delta oder Southwest zu riskieren.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt JetBlue Airways.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 27.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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