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Dieser chinesische Autohersteller wurde gerade zum größten Investor von Mercedes-Benz

Foto: Daimler

Ein chinesischer Unternehmer, der eines der fortschrittlichsten Automobilunternehmen des Landes gegründet hat, hat knapp 10 % des Mercedes-Benz-Mutterunternehmens Daimler AG (WKN:710000) gekauft, sagte das deutsche Unternehmen am Freitag.

Der Unternehmer ist Li Shufu — der Gründer, Vorsitzender und Haupteigentümer von Geely Automobile Holdings (WKN:A0CACX). Seine Entscheidung, einen wesentlichen Anteil an Daimler zu übernehmen, ist das jüngste Zeichen dafür, dass Geely große globale Ambitionen hat. Die Anleger sollten aufmerksam werden.

Wer ist Geely?

Lis Unternehmen, bekannt als Geely, ist eines von Chinas führenden inländischen Autounternehmen und vielleicht das mit den größten globalen Ambitionen.

Zu Geelys Beteiligungen gehören die Mehrheitsbeteiligungen an Volvo Cars, dem britischen Sportwagenhersteller Lotus und Manganese Bronze Holdings, dem Hersteller der legendären schwarzen Londoner Taxis. Geely ist auch der größte Anteilseigner von Volvo AB, einem der weltweit größten Hersteller von Schwerlastkraftwagen (und ehemaliger Besitzer von Volvo Cars), und besitzt fast die Hälfte des malaysischen Autoherstellers Proton.

Zusammen mit Volvo Cars besitzt Geely auch Lynk & Co., eine neue, hochwertige chinesische Automarke, die in den kommenden Jahren in den europäischen und US-amerikanischen Automobilmarkt einsteigen will.

Was passiert mit Daimler?

Li hat eine 9,69-prozentige Beteiligung an Daimler im Wert von fast 9 Milliarden US-Dollar erworben. Er ist damit der aktuell größte Einzelaktionär des deutschen Automobilherstellers.

Chinesische Autoproduzenten sehen Partnerschaften mit globalen Autobauern als Quell für Technologie und Fertigungskompetenz sowie als Möglichkeit, ihre lokale Position zu verbessern.

Laut einem Bericht von Reuters strebt Geely ein Bündnis mit Daimler im Bereich der Elektrofahrzeug-Technologien an. Abgesehen von dem Prestige, das mit einer großen Beteiligung an dem Mutterunternehmen von Mercedes-Benz einhergeht, ist es wahrscheinlich, dass Li hofft, dass seine Investition Geely Vorteile bringen wird.

Wie steht Daimler dazu?

Daimler sagte in einer Stellungnahme, es sei „erfreulich“, Li als langfristigen Aktionär zu haben. Doch das Unternehmen äußerte sich zum Thema Bündnis vorsichtig unverbindlich:

Daimler kennt und schätzt Li Shufu als besonders kompetenten chinesischen Unternehmer mit klarer Zukunftsvision, mit dem man konstruktiv über den Wandel in der Branche diskutieren kann.

Daimler hat gute Gründe, vorsichtig zu sein: Zum einen hat das Unternehmen bereits einen wichtigen Partner in China, den Konkurrenten BAIC Motor Corporation, und zum anderen eine Partnerschaft rund um Elektrofahrzeuge mit BYD, dem chinesischen Batterie- und Elektrofahrzeughersteller, der von Berkshire Hathaway unterstützt wird.

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass Daimler und BAIC am Montag bekannt gaben, dass sie gemeinsam rund 1,5 Milliarden Euro (1,84 Milliarden US-Dollar) in den Bau eines neuen Mercedes-Benz-Werks in der Nähe von Peking investieren werden.

Was bedeutet das für die Anleger?

Ich denke, es bedeutet, dass du Geely aktuell am Schirm haben solltest.

Li ist ein zukunftsorientierter Unternehmer mit einigen wichtigen Bündnissen, globalen Ambitionen — und scheinbar viel Geld zum Ausgeben. Das macht es interessant zu beobachten, wie Li und auch Geely ein wichtiger globaler Autohersteller werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Dieser Artikel wurde von John Rosevear  auf Englisch verfasst und am 27.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

 

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