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5 kanadische Pot-Aktien mit den höchsten geschätzten Umsätzen für 2019

Foto: Getty Images

Die Marihuana-Industrie wächst in Nordamerika wie Unkraut. ArcView, eines der führenden Cannabisforschungsunternehmen, hat geschätzt, dass das legale Kraut zwischen 2016 und 2021 jährlich um 26 % wachsen könnte, was zu einem Jahresumsatz von fast 22 Milliarden US-Dollar führen würde. Sogar mit Regulierungsbeschränkungen kann man damit vermutlich viel Geld machen. Aus diesem Grund interessieren sich mehr und mehr Investoren für Marihuana-Aktien und haben die Aktien immer höher geboten.

Natürlich ist kein Cannabismarkt wie der andere. So wird beispielsweise erwartet, dass der Verkauf von Marihuana in den USA im Jahr 2018 als Folge der Zulassung Kaliforniens für den Verkauf an Erwachsene durch die Decke gehen wird. Aber das Umfeld ist nicht förderlich für den Erfolg der Investoren. Die Bundesregierung hat sich geweigert, etwas an der Klassifizierung nach Schedule I zu ändern — das bedeutet, dass Pot gänzlich illegal ist, anfällig für Missbrauch und keinen anerkannten medizinischen Nutzen hat. Der Generalstaatsanwalt Jeff Sessions führt effektiv Krieg gegen diese Industrie.

Unterdessen ist Kanada in Sachen Pot-Progressivismus führend. Kanada legalisierte medizinisches Cannabis im Jahr 2001 und ist gerade dabei, den Verkauf von Freizeitpot an Erwachsene bis zum Sommer zu legalisieren. Damit wäre Kanada hinter Uruguay nur das zweite Land der Welt, das Freizeit-Marihuana legalisiert hätte. Das würde Jahreseinnahmen in Milliardenhöhe für die Landwirte und andere Cannabisunternehmen bedeuten.

Diese Pot-Aktien sollten bis 2019 den höchsten Jahresumsatz generieren

Welche kanadischen Marihuana-Aktien werden die höchsten Umsätze erzielen? Das ist eine Frage für die Wall Street. Auf die Verkaufsschätzungen der Wall Street für kanadische Pot-Aktien stößt man derzeit überall. In einigen Fällen ist die höchste Schätzung für das Geschäftsjahr 2019 doppelt so hoch wie die niedrigste Schätzung. Der Grund für diese wilde Divergenz liegt darin, dass es einfach keinen Präzedenzfall für eine aufkeimende Cannabis-Industrie gibt, sodass die Wall Street fast genauso viel raten muss wie die Privatanleger.

Hier sind die Schätzungen der Analysten für fünf Unternehmen mit den höchsten geschätzten Umsätzen für 2019.

1. Aurora Cannabis: 304,8 Millionen US-Dollar

In Bezug auf den Gesamtumsatz könnte am wahrscheinlichsten Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) 300 Millionen US-Dollar im Jahr 2019 erreichen — laut den Schätzungen der Wall Street. Diese Zahl beinhaltet einen geschätzten Jahresumsatz von 110 Millionen US-Dollar von CanniMed Therapeutics (WKN:A2DJ3S), das im Januar einer Übernahme durch Aurora Cannabis für 852 Millionen US-Dollar zugestimmt hat — die teuerste Pot-Übernahme aller Zeiten. Diese erweitert das Netzwerk von Aurora um 20.000 neue medizinische Patienten sowie um 19.000 Kilogramm Förderkapazität.

Bis 2019 sollte Aurora Cannabis zwischen 240.000 kg und 270.000 kg Cannabis liefern, abhängig von den Zulassungen von Health Canada. Dazu gehören mehr als 100.000 kg aus der hochmodernen Aurora-Sky-Anlage sowie die Joint-Venture-Partnerschaft mit Alfred Pedersen & Son in Dänemark, bekannt als Aurora Nordic, die rund 120.000 kg pro Jahr erbringt.

2. Canopy Growth Corp.: 251,2 Millionen US-Dollar

Obwohl Canopy Growth (WKN:A140QA) laut der Umsatzprognose nur der zweitgrößte Anbieter im Jahr 2019 ist, könnte es trotzdem der größte werden. Nach der hohen Schätzung der Wall Street könnte Canopy Growth unter den richtigen Bedingungen einen Umsatz von mehr als 393 Millionen US-Dollar erwirtschaften. Selbst mit der Übernahme von CanniMed Therapeutics durch Aurora würde Aurora dann nur den 2. Platz belegen.

Nach den jüngsten Betriebsergebnissen von Canopy Growth befinden sich in British Columbia auf einer Gesamtfläche von rund 344.000 Quadratfuß Gewächshausanlagen im Bau. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über einige bekannte Marken, Einzelhandelsstandorte und Vertriebspartner, die Canopy Growth große Vorteile gegenüber seinen Mitbewerbern verschaffen. Aus diesem Grund sind sich die meisten der Analysten einig, dass Canopy Growth den höchsten Marktanteil in den Bereichen Freizeit und Medizin in Kanada haben wird.

3. Aphria: 146,2 Millionen US-Dollar + Nuuvera-Übernahme

Als Nächstes kommt Aphria (WKN:A12HM0). Aphria soll bis 2019 etwa 230.000 kg Cannabis erzeugen. Dies ist auf das über 100 Millionen US-Dollar teure, vierphasige Vorzeige-Projekt zurückzuführen, das jährlich 100.000 kg erzeugen wird, sowie auf das Joint Venture mit Double Diamond Farms, das jährlich 120.000 kg Cannabis produzieren soll. Durch den Erwerb von Broken Coast Cannabis werden weitere 10.500 kg hinzukommen. Alles in allem geht man davon aus, dass daraus 2019 ein Umsatz von rund 146 Millionen US-Dollar resultieren wird.

Nicht enthalten ist jedoch der im Januar angekündigte 670-Millionen-Dollar-Deal von Aphria zur Übernahme von Nuuvera (WKN:A2JBK5). Nuuvera bringt nicht viel Neues in den Mix, doch vergrößert es Aphrias Reichweite auf insgesamt 11 Länder. Dieses verbesserte Vertriebsnetz wird etwas wert sein, aber ohne die aktuellen Schätzungen der Wall Street ist es schwer zu quantifizieren. Meine Vermutung liegt bei einem Gesamtumsatz von rund 170-175 Millionen US-Dollar im Jahr 2019.

4. Cannabis Wheaton Income Corp.: etwa 150 Millionen US-Dollar

Für die relativ neue Lizenzaktie von Cannabis Wheaton Income (WKN:A2DRE4) gibt es keine Umsatzschätzungen der Wall Street. Anstatt Gewächshausanlagen zu bauen und zu unterhalten, agiert Cannabis Wheaton eher als stiller Partner. Das Unternehmen bietet Landwirten, die expandieren wollen, Kapital im Voraus und erhält im Gegenzug einen Prozentsatz ihrer Ernte zu einem günstigen Marktpreis. Cannabis Wheaton verkauft das Cannabis dann zu aktuellen Marktpreisen, wobei die Differenz als Gewinn vereinnahmt wird.

Mit etwa 15 Deals in ganz Kanada schätzte Cannabis Wheaton erst kürzlich, dass es im Jahr 2019 230.000 kg Marihuana auf den Markt bringen könnte. Damit würde sich das Unternehmen Aphria annähern, wenn Nuuvera in die Gesamtproduktion einbezogen wird. Obwohl es unklar ist, um welche Art von Produktmix es sich handeln wird (z. B. getrocknetes Cannabis oder Öle), schätze ich den Jahresumsatz auf etwa 150 Millionen US-Dollar.

5. MedReleaf: 119,3 Millionen US-Dollar

Zu guter Letzt soll MedReleaf (WKN:A2DTAQ) einen Jahresumsatz von etwas mehr als 119 Millionen US-Dollar erwirtschaften. MedReleaf, das im Jahr 2017 an die Börse ging und die Erlöse aus dem Börsengang für die Erweiterung der Anlage in Bradford, Ontario, verwendet hat, sollte im Jahr 2019 beginnen, die Früchte dieser Expansion zu ernten. Nach der Fertigstellung wird man in Bradford ca. 185,8 Quadratfuß Anbaufläche zur Verfügung haben, die zur neuen Vorzeigefarm werden soll.

MedReleaf verkauft vielleicht nicht so viel getrocknetes Cannabis wie die Konkurrenten, aber das Unternehmen hat definitiv in das Geschäft mit Extrakten und Ölen investiert. Ende 2016 kontrollierte das Unternehmen fast 45 % des kanadischen Marktes für Cannabisöl. Obwohl diese Zahl wahrscheinlich gefallen ist, da neue Marktteilnehmer auf den Markt gekommen sind, sind die Öle des Unternehmens immer noch ein höherpreisiges und margenstarkes Produkt.

Wir können erwarten, dass sich diese Umsatzschätzungen in den kommenden Monaten erheblich ändern werden, doch sind diese im Moment die wichtigsten für Kanada.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 26.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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