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3 interessante Punkte aus Warren Buffetts Brief an die Aktionäre

Foto: The Motley Fool.

Warren Buffetts Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) war in diesem Jahr kurz. Doch der legendäre Investor hatte noch genug über sein Geschäft und die Finanzmärkte zu sagen, um ganze 16 Seiten zu füllen.

Wenn ich etwas lese, frage ich mich oft, was der Verfasser geschrieben hätte, wenn er oder sie die Wortzahl hätte halbieren müssen — welche Botschaft will der Autor wirklich vermitteln? In Buffetts jüngstem Brief sind folgende drei Gedanken hervorgestochen.

1. Buffett scheint ein wenig verärgert

Abgesehen von einer Großinvestition in Pilot Flying J haben 2017 weder Berkshire noch seine Tochtergesellschaften wirklich große Geschäfte getätigt. Berkshire Hathaway hatte am Ende des Jahres etwa 30 Milliarden US-Dollar mehr in bar als zu Beginn des Jahres. Buffett sagte, dass das meistens an den vorherrschenden Preisen für die Unternehmen lag, über die er aber nicht erfreut wäre.

Bei der Suche nach neuen, eigenständigen Unternehmen streben wir nach dauerhaften Wettbewerbsstärken, einem leistungsfähigen und hochwertigen Management, guten Renditen auf das für den Betrieb des Unternehmens erforderliche Nettovermögen, internen Wachstumschancen bei attraktiven Renditen und schließlich einem vernünftigen Kaufpreis.

Diese letzte Anforderung erwies sich als Hindernis für praktisch alle Unternehmen, die wir 2017 überprüft haben, da die Preise für anständige, aber keineswegs spektakuläre Unternehmen ein Allzeithoch erreichten. Tatsächlich schien der Preis für eine Menge optimistischer Käufer fast irrelevant zu sein.

Buffett ist im Brief an die Aktionäre immer fröhlich optimistisch in Bezug auf Aktien, insbesondere die Berkshire-Aktie, daher ist dieser Kommentar das Bärischste, das man von ihm zu hören bekommt. Buffett ist nicht scharf darauf, zu den heutigen Preisen zu kaufen.

2. Ex-Hedgefonds-Manager vs. Hedgefonds-Manager 

Buffetts Brief an die Aktionäre ist von einer relativ obskuren Sache zu etwas geworden, das von praktisch jedem englischsprachigen Investor auf der Welt gelesen wird. Da seine Leserschaft sich erweitert, verbringt Buffett mehr Zeit damit, über persönliche Finanzangelegenheiten zu sprechen als über Corporate Finance.

1986 war Buffetts Brief ein Anhang beigefügt, in dem er erläuterte, wie sich die Buchhaltungs- und LIFO-Methoden auf seine Nicht-GAAP-Schätzungen auswirkten. Im Jahr 2017 fügte Berkshire eine ausführliche Erklärung bei, warum ein Indexfonds wahrscheinlich einen aktiv verwalteten Fonds (Hedgefonds) schlagen wird, der höhere Managementgebühren und Incentive-Gebühren verlangt.

Im Brief schrieb Buffett: „Performance kommt, Performance geht. Die Gebühren schwanken nie.“ Seiner Ansicht nach wäre es für die Anleger einfach besser, das Durchschnittsergebnis des S&P 500 zu nehmen, als in gebührenpflichtige Fonds zu investieren.

Buffetts Briefe dienten einmal der Ausbildung von Analysten. Jetzt schießt er gegen sie, oder zumindest die Unternehmen, für die sie arbeiten. Es ist ein bisschen amüsant, da Warren Buffett, Charlie Munger, Ted Weschler und Todd Combs — im Grunde genommen alle Leute, die Investitionsentscheidungen bei Berkshire treffen — reich geworden sind, indem sie Hedgefonds betrieben haben, die überdurchschnittliche Gebühren erhoben haben. (Um fair zu sein, auch trotz der Gebühren wäre es eine sehr gute Entscheidung gewesen, mit allen vier zu investieren.)

3. Berkshire wettet groß auf den Wohnungsmarkt

Berkshire Hathaway hat viele Facetten — es ist ein Versicherer, eine Eisenbahnbetreiber und ein Versorger — aber Teile davon verdienen auch mit Wohnen und Bauen in den Vereinigten Staaten. Sein Brief an die Aktionäre in diesem Jahr verdeutlicht, wie wichtig Wohn- und Bauprodukte für die Ertragskraft des Unternehmens geworden sind und warum sie im Laufe der Zeit noch wichtiger werden.

Berkshire Hathaway ist bei Hausbauern (Clayton Homes), Herstellern von Bodenbelägen (Shaw), Immobilienmaklern (HomeServices), Farbenhersetllern (Benjamin Moore), Herstellern von Isolierungen (Johns Manville), Ziegelsteinen (Acme) und im Grunde allem anderen investiert, von Schrauben bis zur Konstruktionssoftware (MiTek). Das sind operative Geschäfte, die Berkshire besitzt.

Buffett schrieb auf fast einer ganzen Seite über Clayton Homes, Shaw und HomeServices. Er scheint es vor allem auf Immobilienmakler abgesehen zu haben, denn Immobilienmakler sind einige der wenigen Unternehmen, die zu „vernünftigen Preisen“ zum Verkauf angeboten werden.

HomeServices steht jetzt kurz davor, bei den Hausverkäufen im Land führend zu werden, nachdem es (einschließlich unserer drei Übernahmen) 127 Milliarden US-Dollar Seiten-Umsatz im Jahr 2017 erzielt hat. Um diesen Begriff zu erklären, es gibt bei jeder Transaktion zwei „Seiten“: Wenn wir sowohl Käufer als auch Verkäufer vertreten, wird der US-Dollarwert der Transaktion doppelt gezählt.

Trotz der jüngsten Übernahmen ist HomeServices auf dem besten Weg, 2018 nur etwa 3 % des heimischen Maklergeschäfts zu übernehmen. Dann bleiben noch 97 % übrig. Angesichts der vernünftigen Preise werden wir in diesem äußerst fundamentalen Geschäft weiterhin Makler hinzufügen.

Buffett mag es, seine Positionen selbst auszuwählen, daher finde ich es seltsam, dass er im Bereich Wohnungsmarkt alles zu mögen scheint.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien). 

Dieser Artikel wurde von Jordan Wathen auf Englisch verfasst und am 26.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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