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Wie Kryptowährungen die Marihuana-Industrie verändern

Foto: Getty Images.

Nachdem das Jahr mit einer kombinierten Marktkapitalisierung von 17,7 Milliarden US-Dollar begonnen hatte, stiegen die Bewertungen der Kryptowährungen bis zum Jahresende um fast 600 Milliarden US-Dollar an, was zu einem Anstieg von mehr als 3.300 % führte. Obwohl neue Kryptowährungen auf den Markt kamen, war viel von diesem Gewinn das Resultat der organischen Kursgewinne von Bitcoin, Ethereum, Ripple und Litecoin.

Eine der leistungsstärksten Branchen an der Börse war Marihuana im Jahr 2017. Während der S&P 500 neben dem Wachstum der Kryptowährungen in den letzten ein oder zwei Jahren wie eine regelrechte Flaute aussieht, haben einige Marihuana-Aktien bemerkenswerte Gewinne erzielt, die den Gewinnen einiger digitaler Währungen nahe gekommen sind.

So revolutionieren Kryptowährungen die Cannabis-Industrie

Was die meisten Investoren jedoch nicht wissen, ist, dass Kryptowährungen und die Cannabis-Industrie bald fest miteinander verbunden sein könnten. Kryptowährungen tragen dazu bei, die Cannabisindustrie zu formen. Diese ist mit mehreren Hürden konfrontiert, besonders in den Vereinigten Staaten, wo der Stoff auf Bundesebene immer noch illegal ist. Unten findest du drei einzigartige Möglichkeiten, wie Kryptowährungen die Probleme der Marihuana-Branche lösen könnten.

1. Kryptowährungen überbrücken die Kluft zwischen Banken und Verbrauchern

Eines der Probleme des Kryptowährungsmarkts und der Marihuanabranche ist, dass traditionelle Finanzinstitute nichts mit ihnen zu tun haben wollen. Drei große US-Banken gaben kürzlich bekannt, dass sie ihren Kunden den Kauf von Kryptowährungen mit Kreditkarten untersagen. Ebenso haben die Banken in einigen Fällen den Verbrauchern die Verwendung von Debit- und Kreditkarten beim Kauf von Marihuana untersagt. Da Marihuana eine illegale Substanz ist, sehen Banken jede Unterstützung bei Marihuana-Geschäften als mögliche kriminelle Handlung an.

Diese Lücke könnten Kryptowährungen füllen. Im Bundesstaat Washington werden Kryptowährungen wie Bitcoin als Zwischenwährung getestet, um Verbrauchern mit Debit- oder Kreditkarten den legalen Kauf von Cannabis in Apotheken zu ermöglichen. Nicht alle Kreditkarten werden funktionieren, da viele große Banken sich querstellen. Allerdings ist der Kauf von Kryptowährungen mit Lastschrift in den meisten Fällen noch immer eine Option bei Großbanken.

Ein Unternehmen namens POSaBIT trägt als Pionier dieses Vermittlungsdienstes dazu bei, den Verkauf in Washington zu ermöglichen. Sobald ein Verbraucher entscheidet, welche Waren er kaufen möchte, hat er die Wahl, ob er mit Bargeld oder Bitcoin bezahlen möchte. Wenn Bitcoin gewählt wird, wird die Kredit- oder Debitkarte des Verbrauchers mit dem Betrag belastet, der für den Abschluss des Verkaufs benötigt wird. Dieser Bitcoin kann dann mit POSaBIT wieder in US-Dollar umgetauscht werden. POSaBIT berechnet für seine Mühe eine pauschale Gebühr von 2 US-Dollar pro Transaktion. Unterdessen erhält der Konsument ein breiteres Spektrum an Zahlungsoptionen und das Cannabis-Geschäft erweitert seine Kundenreichweite, indem es Karten akzeptiert.

2. ICOs erschließen eine neue Finanzierungsquelle

Zweitens, und aufbauend auf dem ersten Punkt, kann die Finanzierung ein wichtiges Thema für Cannabisunternehmen sein. Obwohl öffentlich gelistete kanadische Cannabiszüchter in der Lage sind, sich Geld zu beschaffen, haben  kleine Züchter und Einzelhändler nicht so viel Glück. US-Finanzinstitute, die sich vor der Bundesregierung fürchten, werden der Marihuanabranche in der Regel keine Kredite gewähren oder in einigen Fällen nicht einmal erlauben, ein Girokonto zu eröffnen.

Die Lösung? Neue Münzangebote oder ICOs. Ein ICO ist vergleichbar mit einem Börsengang, wenn Aktien an die Öffentlichkeit verkauft werden, außer dass es sich um Token einer neuen Kryptowährung handelt.

Die Möglichkeiten für diese ICOs sind wirklich endlos. Ein Teil des gesammelten Geldes wird für die Entwicklung der Blockchain-Technologie verwendet, die wir im nächsten Punkt genauer besprechen werden, speziell für die Cannabis-Industrie. Andere neuere ICOs, wie CannaSOS, nutzen ihre neu gewonnenen Mittel, um ein völlig neues soziales Netzwerk für Cannabis zu schaffen. Zwar sind nicht alle Finanzierungswege traditioneller Institutionen versperrt, aber die ICOs bieten ein Mittel, um die verbleibenden Lücken zu schließen.

3. Die Blockchain könnte die Lieferketten und die staatliche Aufsicht revolutionieren

Schließlich kann die Blockchain die Cannabisindustrie verändern.

In seiner grundlegendsten Form wird erwartet, dass die Blockchain die Finanzdienstleistungsbranche revolutionieren wird. Wenn Banken während einer Transaktion nicht als Dritte auftreten, werden die Gebühren voraussichtlich sinken. Da die Transaktionsvalidierung 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche läuft, kann die Abrechnung der Zahlungen fast sofort erfolgen, d.h. es gibt keine tagelangen Wartezeiten. Die Marihuanabranche würde auch sehr von der Blockchain profitieren.

Kürzlich gab Emerald Health Therapeutics (WKN:A14VKJ), ein kanadischer Züchter, der bis zu 5,8 Millionen Quadratmeter Kapazität anbieten kann, bekannt, dass er ein Joint Venture mit DMG Blockchain Solutions abschließt, das als CannaChain Technologies bezeichnet wird. Das neue Unternehmen wird sich auf Supply-Chain- und E-Commerce-Marktplatzlösungen für die Cannabisindustrie konzentrieren.

In einfachen Worten:

  • Eine Transparenz und Unveränderlichkeit in der Lieferkette, die der Kommunal-, Landes- und Bundesregierungen gefallen sollte. Keine Sorgen mehr darüber, dass Cannabis durch verschiedene Staaten umgeleitet wird.
  • Finanzielle Transparenz, so dass die Regierungen der Bundesstaaten sicher sind, dass sie ihren Anteil an Steuern erhalten.
  • Ein Mittel zur transparenten Kontrolle der Produktqualität, um sicherzustellen, dass Verbraucher und Händler das richtige Produkt erhalten.

Wie bereits in der Pressemitteilung von Emerald Health erwähnt, beziehen die Blockchainlösungen Interessenvertreter von Landwirten bis hin zu Verbrauchern mit ein.

Bekannt ist, dass die Blockchain noch in den Kinderschuhen steckt — wie ICOs und Kryptowährungen. Vermittlerdienstleistungen wie POSaBIT – sie haben das Potenzial, die Marihuanabranche im Laufe der Zeit umzugestalten. Achte genau auf die Verbindung zwischen digitalen Währungen und der Cannabisindustrie, denn ich vermute, dass sie wichtiger sein wird als die Wall Street und die meisten Investoren wahrscheinlich erkennen werden.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 22.2.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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