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Netflix’ neuer Mann ist der Beweis für die Überlegenheit des Diensts

Foto: The Motley Fool

Anfang Februar kündigte Netflix (WKN:552484) einen weiteren Star-Zugang an und rekrutierte den TV-Macher Ryan Murphy zu einem Fünfjahresvertrag, der 300 Millionen Dollar wert ist. Das wurde am 13. Februar verkündet und schickte die Netflix-Aktien in die Höhe, rauf auf neue Höchststände. Es ist aber auch für die breitere Medienlandschaft von Bedeutung. Denn dieser Zugang ist ein Beweis für die tiefen und wachsenden Wettbewerbsvorteile von Netflix im weltweiten Streaming.

Wer ist überhaupt Ryan Murphy?

Obwohl es schwer vorstellbar ist, dass in der Branche eine einzige Person allein einen so großen Unterschied machen kann, sollte man bedenken, dass Ryan Murphy einer der begehrtesten Kreativen Hollywoods ist. Während seiner Zeit bei Twenty-First Century Fox (WKN: ), von denen viele bald Teil von Disney (WKN: ) gehören dürften, kreierte Murphy Hit-Shows für Fox und FX: Glee, Nip/Tuck, American Crime Story (die Verfilmung der Biographie von O.J. Simpson), American Horror Story, Scream Queens, Feud, 9-1-1, und The Assassination of Gianni Versace.

„Ryan Murphys Serien haben den weltweiten kulturellen Zeitgeist beeinflusst, Genres neu erfunden und den Lauf der Fernsehgeschichte verändert“, sagte Ted Sarandos, Chief Content Officer von Netflix, in einer Erklärung. „Seine unerschütterliche Hingabe an exzellente Produkte gibt nicht zuletzt auch Außenseitern eine Stimme. Es werden in seinem Werk einzigartige Perspektiven gezeigt – oder wir werden einfach nur verdammt gut geschockt.“

Netflix hat die Nase vorn… mal wieder

Murphys Vertrag mit Fox läuft diesen Sommer aus, und er wurde sowohl von Fox als auch von Amazon.com stark umworben. Aber es war Netflix, die als Sieger hervorgingen. Das geschah schon im letzten Sommer, als Netflix einen 100 Millionen Dollar Deal mit dem ABC-Hitmaker Shonda Rimes unterzeichnete. Dass man Murphy und Rimes gewinnen konnte, ist zweifellos eine Kampfansage.

Disney-CEO Bob Iger kann sich über diese Nachricht nicht freuen. Auf der jüngsten Disney-Telefonkonferenz sagte Iger: „Wir freuen uns über das große Interesse der Kreativ-Community, nicht nur Star Wars, sondern auch andere Serien für diese Disney-App zu kreieren, und im bei uns haben die versammelten Kreativen auch eine große Bedeutung.“ Der Verlust von Murphy und Rimes scheint aber genau das gegenteilige Signal auszustrahlen.

Auch wenn Disney die bekannten Autoren D.B. Weiss und David Benioff holten konnte, die eine neue Star Wars-Serie schreiben, scheint es doch Disneys größte Anziehungskraft darin z liegen, dass Autoren Lust darauf haben, für eine der großen Marken wie eben Star Wars zu arbeiten. Ob Fox, ABC und Hulu (die Disney später kontrollieren würde) sich zusammenschließen können, um einen würdigen Konkurrenten für Netflix mit Unbekannten zu schaffen, ist noch fraglich. Laut der New York Times fragte Murphy bei einem Treffen mit Iger: „Werde ich Mickey Mouse in American Horror Story einbauen müssen?“

Eine lohnende Investition?

Der Murphy-Deal sieht verdammt teuer aus – 300 Millionen Dollar nicht für eine ganze Serie, nur für eine einzige Person. Trotzdem hat sich die Marktkapitalisierung von Netflix nach der Verkündung um rund 10 Milliarden Dollar erhöht. Keine schlechte Rendite.

Der Grund liegt in dem merkwürdigen Phänomen, dass je mehr Netflix ausgibt, desto mehr scheint die Aktie zu klettern. Dieser Trend ist darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen in der Vergangenheit so klug investiert hat, dass Investoren in Zukunft mit besseren Renditen rechnen.

Auch sind die Ausgaben klug kalkuliert. Netflix scheint sich als Ziel für kreative Talente der Spitzenklasse zu festigen. Indem man riesige Gehälter ausschüttet, den Kreativen mehr Freiheit als ein typisches Netzwerk gibt und sich mit branchenführenden 118 Millionen Abonnenten rühmen kann, kommen mehr große Namen – von Dave Chapelle bis Jerry Seinfeld, den Coen Brothers und Rimes und Murphy – zu Netflix.

Wird es in Zukunft teurer?

Es mag merkwürdig erscheinen, dass Netflix seine Ausgaben für Inhalte in diesem Jahr auf 8 Milliarden Dollar erhöht, auch wenn der US-Markt zunehmend gesättigter wird. Aber die bekanntesten Serien aus den USA konnten auf der ganzen Welt Erfolge feiern, und das internationale Wachstum beschleunigte sich im letzten Quartal um 6,36 Millionen auf 62,3 Millionen Abonnenten, was einer Steigerung von 41,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Je mehr „Must-See“-Inhalte Netflix schafft, desto mehr Preissetzungsmacht besitzt Netflix, und der zukünftige Wert des Unternehmens hängt von der Kombination der Abonnenten sowie dem endgültigen Abonnementpreis ab. Murphys Gehalt mag teuer sein, ist aber ein weiterer Baustein für eine mögliche zukünftige Preiserhöhung und stellt somit für die Netflix-Aktionäre auf dem Weg dorthin einen deutlich höheren Wert dar.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix, Amazon und Walt Disney.

Dieser Artikel von Billy Duberstein erschien am 22.2.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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