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4 neue Geschäftsfelder für Baidu, Alibaba und Tencent

Foto: Getty Images.

Baidu (WKN:A0F5DE), Alibaba (WKN:A117ME) und Tencent (WKN:A1138D) sind Chinas führende Such-, E-Commerce- und Social Networking-Unternehmen. Diese branchenführenden Positionen machen die drei „BAT“-Aktien zu soliden Anlagen für langfristige Investoren, die an das Wachstum des chinesischen Technologiemarktes glauben.

Alle drei Unternehmen expandieren aber auch ständig in angrenzende Märkte, um strategische Vorteile gegeneinander zu erzielen. Diese Bewegungen können schwer zu verfolgen sein, deshalb werde ich sie heute auf vier große Märkte eingrenzen.

1. Mobile Suchmaschinen und Webbrowser

Laut StatCounter kontrolliert Baidu 64 % des chinesischen Online-Suchmarktes. Alibabas Shenma liegt mit einem Anteil von 21 % auf dem zweiten Platz, gefolgt von Qihoo 360s Haosou mit 6 % und dem von Tencent finanzierten Sogou (WKN:A2H5SY) mit 5 %.

Betrachtet man jedoch nur die mobile Suche, so sinkt Baidus Anteil auf 59 %, Shenmas Anteil steigt auf 34 % und Sogou liegt mit 5 % an dritter Stelle. Baidu, das im Oktober letzten Jahres 90 % dieses Marktes kontrollierte, verlor viele Nutzer an Shenma, das damals nur einen Anteil von 4 % hielt.

Das Wachstum von Shenma ist auf die wachsende Popularität des Alibaba UC-Browsers zurückzuführen, der 25 % des chinesischen Marktes für mobile Browser kontrolliert und nach Chrome an zweiter Stelle rangiert. An dritter Stelle liegt Safari mit einem Marktanteil von 13 %, gefolgt von Tencents QQ Browser, der 12 % kontrolliert. Sogou ist die Standardsuchmaschine im QQ-Browser.

Baidus eigener Handy-Browser, der 2012 auf den Markt kam, ist nach wie vor ein weit entfernter Nachzügler in diesem Markt – was seine Fähigkeit, gegen Shenma und Sogou auf mobilen Geräten anzutreten, beeinträchtigen könnte.

2. Streaming-Medien

Baidu’s iQiyi und Tencent Video sind die beiden größten Video-Streaming-Plattformen in China. Alibaba’s Youku Tudou rangiert auf dem dritten Platz. Keine dieser Plattformen ist profitabel, aber sie generieren nach und nach höhere Umsätze mit Abonnements und Premium-Inhalten.

Tencent Music Entertainment (TME), an dem Tencent eine Mehrheitsbeteiligung hält, kontrolliert laut Marktforschungsunternehmen DCCI 76 % des gesamten Marktes.

TME wurde gegründet, nachdem Tencent seine Musikabteilung ausgegliedert und 2016 mit der China Music Corporation fusioniert hatte, wodurch die Top-Streaming-Plattformen QQ Music, Kugou und Kuwo zu einem einzigen Ökosystem zusammengeführt wurden.

Der größte Konkurrent von TME ist NetEase Cloud Music, das etwa 16 % des Marktes kontrolliert. Baidu kontrolliert etwa 4 % des Marktes mit Baidu Music, während Alibabas winzige Ali Music (Xiami) Plattform noch weniger Zuhörer erreicht.

3. Künstliche Intelligenz

Baidu, Alibaba und Tencent sammeln eine Menge Daten von ihren Nutzern. Aber diese Daten sind nutzlos, bis sie von KI-gesteuerten Tools zu verwertbaren Informationen verarbeitet werden. Deshalb investieren diese drei Unternehmen alle kräftig in die KI.

Baidus „Baidu Brain“-Einheit verbessert die Algorithmen für das maschinelle Lernen, die Kern-Suchtechnologien und die Anwendungen für große Datenmengen. Die Einheit schuf Baidus virtuellen Assistenten Duer, eröffnete Silicon Valley Labors, um seine Beziehungen zu amerikanischen Technologieunternehmen zu vertiefen, und lancierte eine Open-Source-Plattform für autonome Autos namens Apollo.

Tencent gründete letztes Jahr ein KI-Labor und schnappte sich Baidus Big-Data-Chef Tong Zhang, um die Einheit zu leiten. Tencent nutzt KI-Tools, um seine Social Apps, Online-Spiele und Cloud Services zu verbessern, und gibt an, dass KI bereits „über hundert“ seiner Produkte betreibt – darunter WeChat, QQ und die Tian Tian Tian Kuai Bao News App.

Alibaba nutzt KI, um sein Kerngeschäft auf dem Marktplatz zu verbessern, indem es Kundeneinkäufe prognostiziert, Lagerbestände verfolgt und die Logistik rationalisiert. Aber es verwendet es auch für weniger offensichtliche Anwendungen, wie die Überwachung der Lebensmittelsicherheit in Schweinezuchtbetrieben und die bessere Leistung als der Mensch in einem kürzlich durchgeführten Leseverständnis-Test an der Stanford University.

4. E-Commerce und Fintech

Laut Analysys International EnfoDesk kontrolliert Alibabas Tmall mehr als die Hälfte des chinesischen E-Commerce-Marktes. Allerdings hat der Top-Rivale JD.com (WKN:A112JD) in den letzten Jahren an Boden gewonnen und kontrolliert derzeit rund ein Drittel des Marktes.

Alleine können Baidu und Tencent auf dem E-Commerce-Markt nicht mit Alibaba konkurrieren.

Beide Unternehmen sind nun jedoch Partner von JD.com. Baidu teilt derzeit seine Benutzerdaten mit JD und integriert seinen Marktplatz in seine mobile App, während Tencent (das etwa ein Fünftel von JD besitzt) seinen Marktplatz in WeChat, die beliebteste Messaging-App in China, integriert.

Tencent unterzeichnete außerdem E-Commerce-Partnerschaften mit Einzelhandelsgiganten wie Walmart (der auch eine große Beteiligung an JD.com besitzt) und Carrefour und investierte gemeinsam mit JD in den drittplatzierten E-Commerce-Anbieter Vipshop.

Alibaba wehrt sich mit großen Investitionen, darunter der Kauf der Warenhauskette Intime und Investitionen in Suning, Sun Art und die Supermarktkette Lianhua.

Alle diese E-Commerce-Bewegungen stehen im Zusammenhang mit den Bewegungen von Baidu, Alibaba und Tencent in die Bereiche Mobile Payment und Fintech. Baidu Wallet, Alipay und WeChat Pay konkurrieren alle auf dem Markt für mobile Zahlungen, da Baidus Financial Services Group, Alibaba-unterstützte Ant Financial und Tencent-unterstützte WeBank konkurrierende Finanzdienstleistungen und Kredite für Kunden anbieten.

Fazit

Baidu, Alibaba und Tencent dominieren ihre jeweiligen Märkte, aber sie halten definitiv nicht die Füße still. Anleger sollten alle diese Bewegungen genau im Auge behalten, um zu sehen, ob einer der BAT-Riesen auf diesen wichtigen Segmenten an Boden gegenüber den anderen verlieren könnte.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Baidu, JD.com, NetEase und Tencent Holdings.

Dieser Artikel von Leo Sun erschien am 22.2.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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