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4 Gründe, warum sich Bitcoin nach seinen Tiefstständen in 2 Wochen verdoppelt hat

Foto: Getty Images.

Vergiss den Vergnügungspark. Wenn du den Nervenkitzel einer Achterbahnfahrt erleben willst, brauchst du nur in Bitcoin, die größte Kryptowährung der Welt, zu investieren.

Bitcoin, das derzeit mit 190 Milliarden US-Dollar die größte Marktkapitalisierung aller digitalen Währungen aufweist und auch von Händlern das am meisten akzeptierte virtuelle Token der Welt ist, katapultierte sich laut CoinMarketCap.com am 17. Dezember kurz auf 20.000 US-Dollar pro Münze. (Bitcoin wurde im März 2010 mit weniger als 0,01 US-Dollar bewertet.) Im Laufe der nächsten anderthalb Monate hat es jedoch etwa 70 % des Wertes verloren und am 6. Februar bei 6.048 US-Dollar den Tiefpunkt erreicht. Ab dem 20. Februar lag Bitcoin wieder einmal bei 12.000 US-Dollar pro Token, was bedeutet, dass sich die Kryptowährung in nur zwei Wochen praktisch verdoppelt hat.

Wie Bitcoin diese unglaubliche zweiwöchige Rallye hingelegt hat

Wie genau meistert die bekannteste Kryptowährung der Welt eine Rallye von mehr als 5.900 US-Dollar in 14 Tagen? Die folgenden vier Kurstreiber sollen helfen, dies zu erklären.

1. Südkoreas Kryptowährungsbestimmungen sind nicht so streng, wie man glaubt

Einer der Hauptgründe, warum Bitcoin im Januar abstürzte, war die Erwartung strengerer Vorschriften in Südkorea. Mit Ausnahme des US-Dollars wird in Südkorea global mehr mit dem südkoreanischen Won gehandelt als in jeder anderen Währung. Daher wäre ein regulatorisches Vorgehen gegen Kryptowährungen von den Investoren als sehr schlecht angesehen worden.

Wenige Wochen später haben die Krypto-Investoren jedoch entdeckt, dass die neuen Regelungen eigentlich recht locker sind. Die südkoreanischen Regulierungsbehörden wollen den Kryptowährungsmärkten nicht im Wege stehen, sondern lediglich die Transparenz hinter jeder Transaktion verbessern. In Zukunft werden die Investoren, die neues Geld in virtuellen Währungen anlegen wollen, ihre Identität mit Banken überprüfen müssen. Erhöhte Transparenz ist für Bitcoin ein wichtiges Merkmal, da sie dazu beiträgt, Bitcoin als wahres Zahlungsmittel zu validieren.

Südkoreas Kampf gegen Anonymität trifft wahrscheinlich Privacy Coins wie z. B. Dash und Monero am meisten. Der gesamte Zweck dieser Münzen ist es, den Absender und Empfänger von Geldern sowie den Betrag, der gesendet wird, zu verschleiern. Das steht im Widerspruch zu den neuen südkoreanischen Vorschriften. Aber für Bitcoin sind nur wenige Änderungen nötig.

2. Privatanleger sind nach wie vor verantwortlich

Eine weitere wichtige Sache, die man bedenken sollte, ist, dass Bitcoin immer noch weitgehend von Kleinanlegern kontrolliert wird. Institutionelle Investoren wollen nicht mitmachen, d.h. ihr einziger Zugang zu Bitcoin erfolgt über den Futures-Handel auf den Plattformen der CME Group oder Cboe Global Markets. Obwohl der Futures-Handel Pessimisten und Skeptikern eine Möglichkeit bietet, zum ersten Mal gegen Bitcoin zu wetten, ist es für den durchschnittlichen Investor nicht gerade einfach, auf Futures zuzugreifen — diese Kontrakte sind für eine oder fünf Bitcoins zu einem entsprechenden Kurs von 12.000 oder 60.000 US-Dollar.

Das bedeutet, dass emotionale Einzelhändler immer noch den Bitcoinhandel lenken. Da die Investoren nur dann Geld verdienen, wenn Bitcoin an Wert gewinnt, und es für den durchschnittlichen Anleger praktisch keine Wege gibt, sich gegen Bitcoin zu positionieren, besteht die natürliche Neigung von Privatanlegern darin, die Kurse kontinuierlich nach oben zu treiben. Es ist ein unfairer Markt, aber es ist sicherlich einer, der die Bitcoin-Bulls bevorzugt.

3. Krypto-Investoren vergessen schlechte Nachrichten schnell

Zusätzlich zu den Geschehnissen in Südkorea standen Anfang Februar Hackerangriffe auf Kryptowährungen für kurze Zeit im Mittelpunkt. Am 2. Februar wurde die japanische Kryptobörse Coincheck Opfer des größten Hacks aller Zeiten. NEM-Münzen (bekannt als XEM) im Wert von etwa 534 Millionen US-Dollar wurden aus einer Hot Wallet mit scheinbar niedrigen Sicherheitsstandards gestohlen.

Ebenso wurden im Dezember 2017 ungefähr 4.700 Bitcoins im Wert von 70 Millionen US-Dollar zu dieser Zeit, laut The Wall Street Journal, vom Krypto-Mining-Marktplatz NiceHash von Hackern gestohlen.

Dennoch sind virtuelle Währungsinvestoren in der Vergangenheit schnell dazu übergegangen, schlechte PR beiseite zu schieben, indem sie die allgemein besseren Sicherheitsmaßnahmen der Blockchain-Technologie im Vergleich zum aktuellen Banksystem und der heute vorhandenen Software anführen. Mit anderen Worten: „Aus den Augen, aus dem Sinn“ ist das Motto für die Kryptowährungsinvestoren geworden.

4. Gewinnmitnahmen und Stop-Loss-Kaskaden sind kurzfristige Ereignisse

Schließlich können wir die Möglichkeit nicht ausschließen, dass der Kurs von Bitcoin vielleicht nach Gewinnmitnahmen und einer Welle von Stop-Losses zusammengebrochen ist. Der Verkauf zu Beginn eines neuen Jahres kann durchaus sinnvoll sein, wenn man Rechnungen zu bezahlen hat (einschließlich Steuern), aber sich nicht erst im April des Folgejahres mit den Auswirkungen des Kapitalgewinns auseinandersetzen will.

Ebenso haben wir in den letzten Jahren zahlreiche Stop-Loss-Kaskaden bei Kryptowährungen erlebt. Obwohl es von der Liquidität abhängt, können Stop-Losses in relativ kurzer Zeit an dezentralen Börsen durchgeführt werden, wodurch die Kurse in sehr kurzer Zeit künstlich nach unten gedrückt werden. Sowohl gewinnbringende Verkäufe als auch Stop-Loss-Kaskaden haben sehr kurzfristige Einflüsse auf den Kurs virtueller Währungen wie Bitcoin.

Ein Grund, warum sich die Bitcoin-Investoren Sorgen machen sollten

Wenn du jedoch einen wirklichen Grund zur Besorgnis haben möchtest, sieh dir die Bitcoin-Blockchain an. Zur Erinnerung: Die Blockchain ist der digitale, verteilte und dezentrale, an Kryptowährungen gebundene Speicher, der für die Erfassung aller Transaktionen ohne Finanzintermediär zuständig ist.

Als Bitcoin 2009 auftauchte, war es eine Neuigkeit mit einer völlig neuen Art und Weise, direkte Zahlungen zu versenden. Auch heute noch nutzt eine Reihe von Kryptowährungs- und Blockchain-Entwicklern Bitcoins Blockchain-Infrastruktur als eine Art Fundament, auf dem sie aufbauen können.

Leider ist Bitcoins Netzwerk im Vergleich sehr langsam. Während viele seiner größten Konkurrenten wie Ethereum, Ripple und Litecoin Transaktionen in Sekunden oder Minuten verarbeiten, benötigen Bitcoin-Transaktionen durchschnittlich mehr als eine Stunde. Außerdem kosten sie recht viel — um die 28 US-Dollar. Die enorme Open-Source-Community von Bitcoin macht es extrem schwierig, einen Konsens für notwendige Software-Upgrades zu finden, sodass andere digitale Währungen und Blockchain-Projekte Bitcoin leicht hinter sich lassen.

Ja, Bitcoin hat mehr Handelspartner als jede andere virtuelle Währung und, ja, es ist das wertvollste digitale Token der Welt nach Marktkapitalisierung. Ich erwarte aber nicht, dass es noch lange so bleiben wird.

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Der Motley Fool empfiehlt Berkshire Cboe Global Markets und CME Group, hat aber keine Position in den genannten Kryptowährungen.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 23.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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