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Was ist ein virtuelles Kraftwerk, und warum baut Elon Musk eins?

Foto: The Motley Fool.

Fortschritte bei den Energietechnologien der nächsten Generation können manchmal ganz schön verwirrend sein. Da wird es schwierig Potenzial von übertriebenem Hype zu unterscheiden. Aber angesichts der Tatsache, dass Wind und Sonne heute mit fossilen Brennstoffen kostenmäßig konkurrenzfähig sind und die Kosten für die Energiespeicherung drastisch sinken, ist es vernünftig, vorauszusagen, dass die aktuellen Innovationen die Energiewirtschaft, wie wir sie kennen, verändern werden.

Eine solche Innovation ist das virtuelle Kraftwerk, das Hunderte oder Tausende von kleinen Energiespeichersystemen miteinander verbindet und es ihnen ermöglicht, sich wie ein Kraftwerk für das Stromnetz zu verhalten. Wenn es effektiv eingesetzt wird, könnte das Konzept den Netzbetreibern Geld sparen, Hausbesitzern Geld einbringen und einen riesigen neuen Markt für Unternehmen wie Tesla (WKN:A1CX3T) schaffen. Und der Markt für virtuelle Kraftwerke könnte sich endlich öffnen.

Das virtuelle Kraftwerk, das Elon Musk in Australien baut

Das bemerkenswerteste Beispiel für ein virtuelles Kraftwerk wurde gerade in Australien angekündigt. Der Premier von Südaustralien Jay Weatherill schrieb in einer Pressemitteilung:

Beginnend mit einem Test von 1100 Häusern wird ein 5kW Solarpanelsystem und eine 13,5kWh Tesla Powerwall 2 Batterie kostenlos im Haus installiert und durch den Verkauf von Strom finanziert.

Nach dem Testlauf sollen die Systeme in weiteren 24.000 Häusern des Housing Trust installiert werden, und dann wird allen südaustralischen Haushalten ein ähnlicher Deal angeboten, geplant sind mindestens 50.000 Haushalte, die in den nächsten vier Jahren teilnehmen sollen.

Theoretisch ist die Wirtschaftlichkeit der Energiespeicherung so stark, dass Batterien kostenlos installiert werden können, solange der Energieversorger die Kontrolle über die Geräte zum Laden und Entladen erhält. Wenn alle 50.000 Energiespeicher installiert sind, könnten sie insgesamt 250 MW Leistung liefern, ähnlich der Leistung eines kleinen Erdgaskraftwerks.

Ein Modell für die Zukunft

Virtuelle Kraftwerke sind keine neue Idee für moderne Energieunternehmen, aber ein virtuelles 250-MW-Kraftwerk hebt das Konzept auf eine neue Ebene. Stem Inc hat Anfang 2017 ein virtuelles 1-MW-Energiespeicher-Kraftwerk auf Hawaii fertiggestellt, bei dem kommerzielle Energiespeicheranlagen zum Einsatz kommen. SunPower (WKN:A1JNM7) betreibt mit Con Edison (WKN:911563) in New York ein virtuelles Kraftwerkspilotprojekt, bei dem 300 Energiespeichersysteme in Privathaushalten zum Einsatz kommen. Und Sonnen baut in Arizona ein virtuelles Kraftwerk mit 2.900 Häusern.

Allen diesen Unternehmen ist gemein, dass sie versuchen, ein Netz von miteinander verbundenen Energiespeichersystemen aufzubauen. Wie genau das funktionieren wird, ist eine andere Geschichte.

Vorschriften sind alles

Derzeit blockieren die Regeln und Vorschriften der Energieversorger die Verbreitung virtueller Kraftwerke. Wenn ein virtueller Kraftwerksbetreiber keinen Mechanismus hat, um seine Kapazität auf den Markt zu bringen, kann er nicht bezahlt werden. Es gibt heute nur wenige Rechtsordungen, in denen der Markt eine angemessene Vergütung virtueller Kraftwerke zulässt.

Aber das ändert sich, da Staaten wie Kalifornien die Preise für Nutzungszeiträume übernehmen und die Regulierungsbehörden verlangen, dass Energieversorger ihren Markt für neue Energiekonzepte wie Nachfragesteuerung oder Energiespeicherung öffnen. Weitere Staaten werden in den USA folgen, und auch die internationalen Märkte werden sich voraussichtlich öffnen, insbesondere diejenigen mit hohen Einspeisetarifen für erneuerbare Energien.

Virtuelle Kraftwerke werden der Schlüssel für die Zukunft der erneuerbaren Energien sein

Interessant werden diese Innovationen dann, wenn man eine Aufdachsolaranlage mit einem lokalen Energiespeicher kombiniert, der in ein virtuelles Kraftwerk eingebettet ist. In dieser Situation können Hausbesitzer ihren eigenen Strom produzieren und gleichzeitig Strom in das Netz einspeisen. Als Bonus haben sie sogar eine Notstromversorgung im Falle eines Ausfalls.

Kraftwerksanlagen in die Hände von Hausbesitzern oder Unternehmen zu legen, wäre eine gewaltige Veränderung in der Energiewirtschaft. Aber wenn virtuelle Kraftwerke immer größer und leistungsfähiger werden, könnten sie schon bald traditionelle Kraftwerke ersetzen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 18.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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