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Bis 2021 mehr als doppelt so viele Marijuana-Arbeitsplätze?

Foto: Getty Images

Es ist vielleicht noch schwer zu erkennen, aber die legale Potindustrie gehört zu den am schnellsten wachsenden in den Vereinigten Staaten. Marijuana Business Daily veröffentlichte im vergangenen Jahr einen Bericht mit dem Titel „Marijuana Business Factbook 2017“, in dem ein beachtliches 45 %iges legales Pot-Umsatzwachstum in den USA im Jahr 2018 und eine Verdreifachung des Gesamtumsatzes zwischen 2016 und 2021 auf rund 17 Milliarden US-Dollar erwartet wurde. Der große Anstieg im Jahr 2018 ist das Ergebnis der Öffnung Kaliforniens für den Verkauf von Freizeit-Marihuana sowie des organischen Wachstums in bestehenden US-Bundesstaaten.

Die Offenheit gegenüber Cannabis war ein wichtiger Grund, warum die Umsätze in die Höhe schnellten, und warum sich die Marihuana-Aktien im Laufe des letzten Jahres verdoppelt oder verdreifacht haben. Befragte in fünf nationalen Umfragen seit April 2017 haben die Legalisierung für den Genussgebrauch durch Erwachsene mit überwältigender Mehrheit befürwortet. Eine separate Umfrage der unabhängigen Quinnipiac Universität im vergangenen August ergab, dass 94 % der Amerikaner hinter der Legalisierung von medizinischem Cannabis stehen, verglichen mit nur 4 %, die dagegen waren.

Die Zahl der Pot-Arbeitsplätze in den USA kann sich zwischen 2017 und 2021 mehr als verdoppeln

Die meisten Leute werden das Wachstum in dieser Branche wohl eher linear ansehen. Sie sehen einfach nur die Anbaubetriebe, Händler und Einzelhändler, obwohl es in Wirklichkeit viel mehr gibt. Es gibt Berater, Lieferunternehmen, Supply-Chain-Management-Provider, die Verarbeitung, Risikokapitalgeber, Eventplaner und vieles mehr, was ich hier nicht einmal erwähnen möchte. Man könnte zu Recht sagen, dass es da draußen ein ganzes Universum gibt, das wahrscheinlich den meisten Amerikanern und Investoren verborgen bleibt.

Letztes Jahr machte diese aufstrebende US-Industrie laut Tom Adams einen Umsatz von 9 Milliarden US-Dollar und was noch wichtiger ist, die Branche beschäftigte 121.000 Menschen. Bis 2021 schätzt BDS Analytics, dass sich die Beschäftigung in der Cannabisindustrie in den USA auf 292.000 Personen mehr als verdoppeln wird. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 25 % in den USA. Welche Branchen kennst du sonst noch, in denen das der Fall ist? Meine Vermutung ist nicht viele.

Wirklich einzigartig an dem Wachstum der Cannabisindustrie ist, dass sie es trotz der Klassifizierung als illegale Droge auf Liste I von Seiten der Bundesregierung geschafft hat. Die Substanzen der Liste I sind völlig illegal, sehr anfällig für Missbrauch und haben keine anerkannten medizinischen Vorteile.

Jeff Sessions führt Krieg gegen Cannabis

Eine Reihe loser Regeln und staatlicher Vorschriften haben bisher ein Umfeld geschaffen, das der Cannabisindustrie zu einer guten Entwicklung verholfen hat. Zum Beispiel stellt das Rohrabacher-Farr Amendment (auch bekannt als Rohrabacher Blumenauer) sicher, dass das Justizministerium keine Bundesmittel verwenden kann, um gegen medizinische Marihuanageschäfte vorzugehen, die legal in den Bundesstaaten operieren.

Ebenso war zwischen August 2013 und Anfang Januar 2018 das Cole-Memo, das vom ehemaligen stellvertretenden Generalstaatsanwalt James Cole verfasst wurde, in Kraft. Dieses Memo lieferte einen lockeren Rahmen von Regeln, an die sich die Staaten halten müssten, um die Bundesregierung davon abzuhalten, einzugreifen. Einige dieser Faktoren sind z. B. kein Cannabis an Jugendliche auszugeben und sicherzustellen, dass Cannabis, das in einem Staat legal angebaut wird, in diesem Staat bleibt.

Leider sind viele dieser Schutzvorkehrungen für die Cannabisindustrie ziemlich dünn, und der derzeitige Justizminister Jeff Sessions tut, was er kann, um sie abzuschaffen und einen Krieg gegen die Industrie anzuzetteln. Letztes Jahr schickte Sessions einen Brief an einige seiner Kollegen im Kongress, in dem er darum bat, das Rohrabacher-Farr-Amendment aufzuheben — doch ohne Erfolg. Er hat es jedoch geschafft, das Cole-Memo am 4. Januar 2018 aufzuheben, was darauf hindeutet, dass es bei der Umsetzung seine Grenzen überschritten hat. Die Streichung macht den Weg frei für Staatsanwälte, die nach eigenem Ermessen Anklage gegen Personen und Unternehmen erheben wollen

Obwohl 29 Staaten Cannabis in gewisser Weise legalisiert haben, darunter acht Staaten, die den Genusskonsum für Erwachsene legalisiert haben, ist es unklar, was die Zukunft für diese Staaten bringen wird, wenn man bedenkt, dass Sessions schweres Geschütz gegen Cannabis auffährt.

Könnte Kanada das neue Marihuana-Job-Mekka werden?

Selbst wenn man davon ausgeht, dass die legale Potindustrie in den USA weiter wächst, gibt es Grenzen, solange Sessions und Donald Trump im Amt sind. Egal was die Umfragen ergeben, die Regierung wird nicht so schnell mit einer Reform um die Ecke kommen.

Jedoch könnte unser Nachbar im Norden, Kanada, ein Nährboden für Cannabis und das damit verbundene Jobwachstum werden.

Kanada legalisierte medizinisches Cannabis 2001, und es ist z. Z. bei der Überprüfung der Gesetzgebung, um Freizeit-Marihuana bis zum August 2018 zu legalisieren. Die Zahl der progressiven Parlamentarier ist in Kanada deutlich höher als die der konservativen, und die Bundesregierung hat bereits ein Abkommen mit den Provinzen ausgearbeitet. Der Weg ist frei für Kanada, um das erste entwickelte Land der Welt zu werden, das Cannabis für Erwachsene bietet.

Zum Beispiel, Canopy Growth (WKN:A140QA), die nach Marktkapitalisierung größte Pot-Aktie der Welt, verfügt derzeit über eine Wachstumskapazität von 665.000 Quadratfuß in sieben Werken. Canopy Growth ist auch dabei, in Britisch-Kolumbien 3,7 Millionen Quadratfuß Wachstumskapazität zu errichten oder zu entwickeln. Nach der Fertigstellung könnten diese mehr als 4 Millionen Quadratfuß Kapazität bieten. Zusätzlich können die vielfältigen Vertriebskanäle von Canopy Growth direkte und indirekte Quellen für die Schaffung von Arbeitsplätzen sein.

Laut Alison McMahon, der Gründerin und CEO von Cannabis At Work, werden in den nächsten Jahren rund 150.000 neue Arbeitsplätze von der kanadischen Cannabisindustrie erwartet.

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The Motley Fool besitzt keiner der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 20.2.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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