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War es vorhersehbar, dass nicht BMW und Daimler, sondern Fiat Chrysler 200 % Rendite bringen würde?

Foto: Getty Images

Vor allem seitdem VW (WKN:766400) mit einem anhaltenden Skandal zu kämpfen hat, fragen sich deutsche Anleger in erster Linie, ob sie in BMW (WKN:519000) oder Daimler (WKN:710000) investieren sollen. Das sind beides profitable Unternehmen mit starken Marken, allerdings haben sie Anleger zuletzt nicht unbedingt belohnt. Die Aktien tendieren seit Jahren seitwärts, wer im Frühjahr 2015 eingestiegen ist, hat noch immer ein dickes Minus in seiner Portfolioposition.

Ähnlich sieht es übrigens auch in den USA aus, wo die Aktie von GM seit ungefähr einem halben Jahrzehnt seitwärts tendiert und Ford sogar seit bald einem Jahrzehnt eine Nullrunde dreht. An der Wall Street streiten sich gerne mal Hedgefonds-Titanen darüber, welche der beiden großen amerikanischen Autoaktien die bessere Wahl ist.

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Komplett anders sieht die Situation bei der Aktie von Fiat Chrysler Automobiles (WKN:A12CBU) aus. Anfang 2016, nach dem Spin-off von Ferrari (WKN:A2ACKK), gab es die Aktie des italienisch-amerikanischen Autoherstellers ein halbes Jahr lang zu Kursen, die dein Geld verdreifacht hätten.

Das sind Traumrenditen in einer unglaublich kurzen Zeit, die allerdings die meisten Investoren wohl verpasst haben. Wieso eigentlich? War die hervorragende Performance nicht eigentlich vorhersehbar? Ich denke, das war sie.

Spottbillig, und ich habe es dir gesagt

Im Oktober 2016, als die Fiat Chrysler-Aktie ungefähr ein Drittel des heutigen Preises kostete, schrieb ich:

„Wer die Zahlen von Fiat Chrysler Automobiles betrachtet, muss sich die Augen reiben und fragen, wie ein solcher Unterschied zwischen Gewinnwachstum und der Entwicklung des Aktienkurses existieren kann.“

Damals war das Unternehmen mit weniger als 10 Mrd. Euro bewertet, obwohl es zu den größten Autoherstellern der Welt gehörte und die Gewinne sprudelten. Hätte ich damals Kapital zur Verfügung gehabt, hätte ich gerne Fiat Chrysler-Aktien gekauft.

Ich bin jemand, der sich eigentlich nicht als klassischen Value-Investor sieht, da ich einen sehr großen Wert auf Wachstum lege, aber Fiat Chrysler war so spottbillig, dass ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wo der Haken ist. Vermutlich gab es aber gar keinen, die meisten Investoren mieden einfach ein Unternehmen, das sowohl mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten Italiens wie auch den ewigen Restrukturierungsversuchen von Chrysler in Verbindung gebracht wurde.

Die Zeichen waren da

Dabei war die Investitionshypothese von Fiat Chrysler im Jahr 2016 denkbar einfach. Der Geschäftsplan des hervorragenden und glaubwürdigen Unternehmenschefs Sergio Marchionne hatte schon damals das Ziel, im Jahr 2018 einen Gewinn in Höhe von ungefähr 5 Mrd. Euro zu erreichen. Sein Ziel war nicht zu ambitioniert, für das laufende Geschäftsjahr wird mit einem Gewinn von 4 Euro je Aktie gerechnet.

Da heißt, dass der grobe Durchschnittspreis von 6 Euro, den man von Frühjahr bis Herbst 2016 für die Fiat Chrysler-Aktie zahlte, in diesem Jahr voraussichtlich einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unglaublichen 1,5 entspricht. Man hat also weder Taschenrechner noch komplexes Wissen über Bilanzen benötigt, um die Aktie als ein Schnäppchen zu identifizieren. BMW und Daimler hätten nie so schnell so günstige Bewertungen erreichen können.

Auch manche legendäre Investoren haben das Potential von Fiat Chrysler früh erkannt. Mohnish Pabrai, ein Value-Investor und Freund von Investorenlegende Charlie Munger, hat schon vor Jahren ein Drittel seines ganzen Portfolios in Fiat Chrysler investiert. Sein Argument war stets einfach: Die Aktie war unglaublich günstig, das Unternehmen hatte noch Potential und ein extrem fähiger Chef trieb den Wandel voran.

Mit diesen drei Eigenschaften wurde die Aktie von Fiat Chrysler zur lohnenswertesten Investition der großen Autohersteller.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Ford. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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